July 28, 2010

Sommerfrische.Intermezzo: Omas Sattelschutz ist wieder da


Dieser Beitrag wurde erstmals am 18.4. 2009 gepostet und für das Sommerfrische.Intermezzo 2010 extra für Dich aus den Tiefen des handmade2.0-Archivs geholt. Viel Spass bei der Lektüre! 







Nun sag' nochmal einer, Nostalgie habe ihre Grenzen. Hat sie nicht.

Nachdem ja 2007 auf DaWanda das Klorollenversteckerdings gefeiert wurde, häkeln sich dänische Craftistas die Finger wund, weil Omas Fahrradsitzschoner grosses Comeback feiert (wer's nacharbeiten will: diese crafty Bloggerin hat sich um eine Übersetzung ins Englische bemüht). Warscheinlich wird es dieser Trend nicht bis in die Brigitte oder Freundin oder Burda schaffen, aber gerade das macht einen wahren Indietrend aus. Ätsch.

Und wer weiss... vielleicht veröffentlicht demnächst ja noch jemand eine Anleitung für Speichenschützer? Handmade, natürlich.

July 26, 2010

Sommerfrische-Intermezzo: Kennen Sie Maslow?


Dieser Beitrag wurde erstmals am 21.9. 2007 gepostet und für das Sommerfrische.Intermezzo 2010 extra für Dich aus den Tiefen des handmade2.0-Archivs geholt. Viel Spass bei der Lektüre!




Nein? Sollten Sie aber.


Die FAS vom 16. September brachte einen sehr schönen Artikel von Patrick Bernau über Konsumverhalten und über Menschen, die das Konsumverhalten von Gesellschaften überall auf der Welt beobachtet und Schlüsse daraus gezogen haben: "Was die Welt bald kauft" beschreibt, dass das Konsumverhalten auf der Welt gar nicht so unterschiedlich voneinander ist. Nur: die Wünsche und Sehnsüchte in Bezug auf das Konsumieren sind stark gekoppelt an die jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklungsstände in einem Land, und daher fällt es vielen vielleicht nicht auf. Patrick Bernau beschreibt das an dem vierstufigen Konsummodell von Ronald Haddock und Alonso Martinez, das zeigt, welche Grundbedürnisse Menschen in der jeweiligen Stufe zu stillen verlangen.

Und doch sind Haddock und Martinez nicht die ersten gewesen, die, jedenfalls in Bezug auf die psychologischen Hintergründe, diese Übereinstimmungen im menschlichen Konsumverhalten überall auf der Welt in ein Schema gefasst haben - Abraham Maslow hatte bereits 1943 seine "hierarchy of needs" publiziert. Das maslowsche Modell unterteilt sich in fünf statt vier Ebenen, aber im Grunde stimmen beide Modelle darin überein, dass mit der Steigerung der Lebensqualiät auch der Qualitätsanspruch im Wünschen steigt: von der Absicherung des eigenen körperlichen Wohls, über die Verbequemlichung (mir will gerade kein anderes Wort in den Kopf kommen!) des täglichen Lebens bis hin zur Selbstverwirklichung und damit zum Wunsch, sich selber durch indivudalisierten Konsum von anderen abzuheben und dafür soziale Anerkennung zu ernten.



Phase 1: Wohnen, Essen, Trinken



Phase 2: Qualität



Phase 3: Verbequemlichung



Phase 4: Individualisierung


Und irgendwie kommt doch dieser Artikel zeitlich so passend: nachdem wir nun seit immerhin fast sieben Jahren sehen, und am umfassendsten über das Internet, wie die handmade-Bewegung an Popularität gewinnt, wie sich seit 2005 Marktplätze wie Etsy und DaWanda an die Öffentlichkeit wagen, und wie sich nach und nach immer mehr Menschen trauen, ihre selbstgemachten, nicht-massenproduzierten Produkte per Internet oder per sogenanntem Brick-and-Mortar-Shop an die Menschen zu bringen, ist es nun an der Zeit, dass wir auch beginnen, diese Entwicklungen in (er-)klärende Worte zu fassen.

Der ganze Artikel ist online und hier zu lesen. Empfehlenswert!

July 22, 2010

Jetzt aber: Sommerfrische 2010




Der Monat ist fast um, und die bereits angekündigte Sommerfrische steht an.

Nach sieben Jahren der Bloggerei und Recherchiererei, der Blogumzüge und -crashs, der Wiederherstellung und der Puhlerei in Archiven, darf die Pause auch endlich mal ein wenig länger ausfallen. Soll ja bekanntlich frischen Wind und neue Ideen in die Enge des Gehirns bringen.

Damit es hier nicht allzu ruhig wird, bringe ich Euch regelmässig Funde aus den handmade2.0-Archiven (ja, alles automatisiert), die Ihr vielleicht noch gar nicht kennt, oder die Ihr eigentlich schon längst mal wieder lesen und vielleicht sogar weiterempfehlen wolltet (mit 'nem schönen Gruss von mir). Dazu wäre ja dann nun Gelegenheit. Keine Scheu vor Kommentaren, denn die landen alle in meiner Emailinbox und werden dann auch freigeschaltet.

Wer mich ausserhalb von handmade2.0 erreichen möchte oder muss, kann dies per Email tun, ich freue mich drüber.

Gegen Ende des Sommers geht es dann weiter mit neuen handmade.Interviews, für die ich bereits tolle Meschen interviewt habe, mit neuen Ideen und einem -wenn alles steht- neuen Layout, und einigen Sachen mehr.

Aber bis dahin....

... wünsche ich uns allen einen schönen Sommer!

Etsy führt internationale Währungen ein


Etsy wird in Kürze endlich mehr als nur US-Dollar anzeigen - in Zusammenarbeit mit PayPal werden Käufer in den kommenden Tagen ihre Währungspräferenz aus insgesamt 23 Währungen aussuchen können. Vorerst wird es diese Option leider nur für Käufer geben; Shopinhaber müssen bis auf weitere Zeit nach wie vor ihre lokalen Preise in USD umrechnen und ihre Preise regelmässig manuell angleichen, etwa, um keinen Verlust bei sehr schwankender Währung zu machen.

Für Shops mit vielen eingestellten Produkten ist dies bislang immer wieder eine erhebliche Belastung gewesen, die einen beachtlichen Teil der investierten Arbeit in Anspruch genommen hat - wer geschäftsorientiert denkt und  sich daher diesen Aufwand bezahlen lässt, hatte seine Preiskalkulation entsprechend anzupassen und damit oft auch noch einen Nachteil gegenüber der US-amerikanischen Konkurrenz zu fürchten.

Die Währungsraten werden mehrmals am Tag via PayPal auf dem jeweils aktuellsten Stand gehalten. Besuchern, die Etsy über nicht-US-amerikanische IP-Adressen ansteuern, wird einmal pro Seite mit Preisangaben automatisch ein Overlay mit Währungsoptionen angeboten. Bislang ist leider nicht klar, ob damit ein Overlay pro Session oder pro Seite geplant ist. Bei einem ausgedehnten Shoppingbesuch könnte letzteres nervig werden.

In einem weiteren Schritt wird Etsy nach eigenen Angaben bald auch ein Währungspaket für Verkäufer einführen, mit welchem sie festlegen können, in welcher internationalen Währung sie ihre Produkte anbieten möchten. Die Aufteilung des Meilensteins "currency conversion" in zwei Pakete entpuppt sich zur Zeit leider als Nachteil für Verkäufer, die ihre Produkte auf Etsy teurer einstellen müssen als zum Beispiel auf anderen Marktplätzen in ihrem eigenen Land.

Etsys neuer alter CEO Rob Kalin hatte 2010 eigentlich enthusiastisch und mit Paukenschlag als das Jahr für Etsy angekündigt und gleich noch eine Serie mit Roadmapreports versprochen - davon hat er die Teile für März und April zeitnah abgeliefert; der für Mai versprochene dritte Teil, sowie folglich auch die für Juni und Juli, steht immer noch aus, und auch sonst hüllt Rob Kalin sich momentan in Schweigen. Auch hinsichtlich der anhaltenden Gerüchte, Etsy suche schon wieder nach einem neuen CEO.

Ob Etsy in diesem Jahr wirklich noch Top-Kandidat für einen Börsengang bleibt, wie Techcrunch im vergangenen Dezember überlegte (Platz 7 auf der Techcrunch-Liste), wird sich zeigen.

July 20, 2010

Mass Customization, die (gefühlte) 199.: pluddel.de


Nicht nur, dass "Mass Customization" voll im Trend liegt - ich weiss aus den Diskussionen auf meinen Daily-Reads (a.k.a. Blogs) und aus einigen Foren, dass nach Stickbildern (Fliegenpilze, Rehe, you name it), Webbändern, Stempeln, Stoffen, Frühstücksbrettchen und der kompletten Pausenbrotgarnitur auch immer wieder nach Geschenkpapier gefragt wurde. Also, wie und wo man sein eigenes drucken lassen kann.

Und dann wieder mal das grosse Schweigen im Wald.

In der Regel kann man seine eigene Auflage Geschenkpapier in jeder Druckerei, ob nun online oder offline, drucken lassen. Da macht ein wenig Preisrecherche Sinn, denn obgleich es der Druckbranche in Deutschland immer noch nicht besser geht, gibt es natürlich je nach Spezialisierung der Häuser Unterschiede in Preis und Leistung.

Und dann -ich komme zum eigentlichen Thema "Mass Customization" zurück- empfehle ich allen, die von Druckereien, Druckvorstufe und überhaupt dem ganzen Thema Print keine grosse Ahnung haben, aber dennoch gerne eigenes Geschenkpapier für den Heimgebrauch drucken lassen möchten, einfach mal bei Pluddel vorbeizuschauen:

screen: pluddel.de

Auf Pluddel kann man sein eigenes Geschenkpapier zusammenbasteln und drucken lassen - entweder, man nutzt dazu bereits vorhandene Hintergründe und Grafiken, gesellt per Texteditor noch ein wenig Text hinzu, oder man lädt sein eigenes Design hoch und macht damit weiter.

Pluddel ist bereits Anfang des Jahres gestartet; es gab bislang etwas Presse über das kleine Startup aus Düsseldorf, das Tina Eichner und Sissi Schneider ins Leben gerufen haben, aber in kreativen Kreisen scheint es sich noch nicht so ganz herumgesprochen zu haben.

Die Preise für die Geschenkpapierbögen fallen natürlich nicht so aus, wie man es aus dem Einzelhandel gewöhnt ist. Der kleinste Bogen (90x61cm) kostet 11 Euro, der grösste (150x61cm) 19 Euro, die Versandkostenpauschale liegt bei 4,90 Euro.

Bevor nun wieder einige schreien, die Preise seien ja unverschämt -- es handelt sich hierbei nicht um einen Anbieter, der Euch ein Produkt für Euren Wiederverkauf produziert (da müssen Gewerbetreibende dann wirklich zum Drucker gehen), sondern um ein Produkt aus der Abteilung "Mass Customization". Hier geht es in erster Linie um Individualität und um ein wenig Spass.

July 17, 2010

DaWanda startet neues Verkäuferportal


Ich hatte vor einigen Wochen bei DaWanda mal angeregt, dass das Portal mit Verkäufertips um Längen verbessert, organisiert und ausgebaut werden könnte - besonders, weil die DaWanda-Foren regelmässig Zeugnis darüber ablegen, wie wenig Verkäufer eigentlich über ihre Rechte und Pflichten bescheid wissen, ganz zu schweigen von Dingen wie Marketing und ein wenig Betriebswirtschaft.

Natürlich ist DaWanda nur eine "Venue", also ein Marktplatz, der seinen Kunden die technische Infrastruktur für einen gehosteten Webshop bereitstellt; theoretisch sind sie nicht verpflichtet, ihren Kunden (a.k.a DaWanda-Verkäufern) auch noch Nachhilfe in eCommerce zu geben. Aber das Gehen dieser kleinen Extrameile zahlt sich, Stichwort Kundenbindung, eben doch tausendfach aus, denn die Nutzer fühlen sich unterstützt und mit ihren Problemen nicht allein gelassen. Das wiederum gibt positives Feedback, lies PR, im Web.

Zu meinem Entzücken hat DaWanda nun ein neues bzw. komplett überarbeitetes Verkäuferportal gestartet, das wunderbar übersichtlich und inhaltlich ansprechend ist:

screenshot: DaWanda

In Zusammenarbeit mit den "hauseigenen" Anwälten gibt es rechtliche Tips und Beispiele, die den Einstieg in richtiges Verkaufen erleichtern sollen, in Sachen "Shop" gibt es klare Anleitungen, wie man am besten an das Eröffnen eines DaWanda-Shops herangeht, und einige weitere Themen mehr. Und das Portal wird in Hinblick auf Themen und Hilfestellungen sicher beständig wachsen.


screenshot: Etsy Deutschland


Im Gegensatz zum deutschen Etsyableger sind DaWanda sehr sorgfältig und gewissenhaft vorgegangen, besonders in Bezug auf rechtliche Themen. Etsys deutsche Shop- und Verkäufertips sind leider nur mit Vorsicht und ohne Vorkenntnis überhaupt nicht zu geniessen, da sie einfach nur aus dem Englischen übersetzt wurden (und das leider auch noch unprofessionell, ich muss es einfach mal so sagen), ohne zu überprüfen, ob das, was in den USA geht, auch hier greift. So geht man einfach nicht mit potentiellen Kunden (a.k.a. deutschen Verkäufern) um.

Weiter so, DaWanda!

July 14, 2010

Intermezzo: Epic Six Letterpress-Tip


Im vergangenen November hatte ich kurz über eine Letterpressmaschine für den Heim- und Hobbygebrauch geschrieben, die in den USA im Herbst ganz neu auf den Markt gekommen war: die Epic Six Letterpress (als Kombo Kit) von Lifestyle Crafts.


Ich habe seit meinem Beitrag immer wieder Anfragen bekommen, wo man die Maschine und das reichhaltige Zubehör hier in Deutschland und Europa kaufen kann, und auch via Google-Suche tauchen immer wieder Anfragen auf. Bislang gibt es die Produktreihe hier nicht zu kaufen, man müsste also alles aus dem Ausland bestellen und mit entsprechenden Zöllen und Portokosten rechnen.

Einen Hinweis habe ich aber für Euch, den ich ausnahmsweise mal einfach so weitergebe: ab morgen (Donnerstag) bietet jemand auf eBay seine kurz angetestete Maschine und einiges Zubehör an. Die Startpreise für die jeweiligen Auktionen sollen wie folgt aussehen (für eventuelle Änderungen und Abweichungen bin ich nicht verantwortlich!):

  • Epic Six Letterpressmaschine: 50 Euro
  • Starterset: 50 Euro
  • Tinte (rot und grau): 5 Euro
  • Papier (50 flache Karten mit Umschlägen, originalverpackt): 10 Euro
  • Weiteres Papier (195 Faltkarten mit 125 Umschlägen, originalverpackt): 60 Euro

Vielleicht interessiert es ja die eine oder andere Craftista - man weiss ja nie.

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