Heute lange ich wieder einmal tief in meine Bookmarksammlung und habe dabei besonders an die männlichen Geschenkempfänger gedacht.
Die Zeit wird so langsam knapp - aber nicht verzagen. Wer dem männlichen Menschen im Leben oder der Familie weder Schal noch Mütze noch Socken oder gar Pulli stricken möchte, kann ja ein T-Shirt bedrucken. Dafür braucht es nicht einmal Siebdruck oder aufbügelbare Folie (ersteres wäre natürlich sehr optimal, letzteres eher eine Notlösung, da nicht besonders langlebig). Ein netter Mittelweg ist das Schablonieren von Textilien mit der sogenannten
Freezerpapiertechnik. Der Vorteil dabei ist, dass sich Ränder und relativ feine Details schärfer abzeichnen als Pinselstriche oder Stempeldrucke.
Freezerpapier gibt es in Deutschland nicht im Supermarkt - in den USA schon. Hier ist Freezerpapier (
da, genau, aus den USA kommend) immer noch relativ knappe Ware, die wir im spezialisierten Handel beziehen. In vielen Online-Quiltbedarfshops werdet Ihr mittlerweile fündig, in grösseren Städten findet Ihr das Papier bestimmt auch in gut sortierten Stoff- und Nähläden. 2005, als ich auf
Craftster einen Beitrag zur Freezerpapiertechnik las, war es schier unmöglich, dieses Papier hier aufzutreiben, aber Freunde in den USA haben mich damals gerettet.
Freezerpapier ist ein Spezialpapier, das man in den USA in der Haushaltsabteilung findet. Eine Seite des Papiers ist mit einer hauchfeinen Schicht Wachs beschichtet, die andere ist unbeschichtet. Das Papier wird, wie der Name schon sagt, zum Einfrieren von Lebensmitteln benutzt; die beschichtete Seite des Papiers verhindert das Ankleben der Ware. Weshalb so ein genial einfaches Produkt hier auch nach zwanzig Jahren nicht verwendet wird, verstehe ich nicht... sicherlich könnte man daraus auch eine lebensmittelechte Variante aus Recyclingpapier herstellen, so dass die Verbraucher auf Plastik- und Alufolien verzichten könnten.
Aber ich schweife ab.
Materialien: Stoff/T-Shirt, Freezerpapier, Skalpell, Pinsel (am besten Schablonierpinsel), Farben.
1. Ihr braucht natürlich zuerst ein Motiv. Bedenkt bei der Motivwahl, dass Ihr alles mit einem Skalpell ausschneiden können müsst - fitzelige Motive müssen eventuell etwas vereinfacht werden. Die Flächen, die gedruckt werden sollen, müssen raus, alles andere muss bleiben.
Für das Erstellen eines Motivs ist eine Vektorsoftware wie Adobe Illustrator gut (gibt es ja auch als Testversion!), die freie Variante wäre Inkskape. Pixelbasierte Grafiken könnt Ihr mit PhotoShop oder den freien Varianten PhotoScape und Gimp bearbeiten.
Wenn Ihr mit Vektoren und Pixeln so gar nicht umgehen könnt, dann bieten sich ja auch fertige Motive an, die Ihr mit ein wenig Suche finden und ausdrucken könnt. Und letztlich: wenn es Text sein soll, dann gibt es immer noch Programme wie Word und OpenOffice, sowie einige Onlineanwendungen!
Beachtet, dass Ihr das Motiv eventuell noch auf die gewünschte Grösse skalieren müsst (daher gebe ich
Vektoren immer den Vorzug).
2. Nachdem Ihr alles auf normalem Papier ausgedruckt habt, übertragt Ihr das Motiv auf die unbeschichtete Seite des Freezerpapiers. Schneidet dann alles vorsichtig mit einem guten Skalpell aus. Achtung bei kleinsten Schnipseln, die nicht verloren gehen dürfen!
☞ Ganz
Mutige schicken gleich das Freezerpapier selber durch den Drucker - versucht das aber bitte nicht mit einem Laserdrucker! Wer auf der sicheren Seite bleiben will, druckt zuerst auf normalem Papier und überträgt alles per Hand.
3. Legt den Stoff bzw. das T-Shirt bereit und legt eine Zeitung unter den Stoff bzw. in das Shirt, damit sie überschüssige Farbe auffängt. Alles glattstreichen.
4. Das Freezerpapiermotiv aufbügeln. Dafür reichen ein paar Sekunden bei drei Sternen (Baumwolle/Leinen). Sobald das Wachs erkaltet, haftet alles gut. Besonders Ecken und Spitzen müssen sorgfältig aufgebügelt werden.
5. Farben aufrühren und mit dem Ausmalen beginnen - am besten mit mässig viel Farbe auf dem Pinsel beginnen und lieber einmal nacharbeiten. Ecken besonders sorgfältig ausschablonieren!
☞
Farben: Textilfarbe ist gut für Baumwolle und Leinen; sie ist wenn nötig verdünnbar und wird bügelfixiert. Seidenmalfarbe wird für Seide benötigt, erzielt ein leuchtenderes und feineres Ergebnis als Textilfarbe, muss aber mit einem Spezialverdicker angedickt werden!
6. Wenn alles getrocknet ist, wird das Papier abgezogen und die Farbe nach Herstelleranweisung fixiert.
Ich verschenke in diesem Jahr nichts Freezerpapierschabloniertes - im Sommer habe ich allerdings eine 2.5x2.5m Chuppah (
so was wie ein Hochzeitshimmel) aus Seide in Auftrag gehabt, und wie immer hat alles vorzüglich geklappt. Also, wenn's gross geht, geht's auch klein!
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☞ Khend-meyd Holidays hilft Euch, in diesem Jahr noch mehr Selbstgemachtes zu verschenken und umweltfreundliche Verpackungen mit wenig Aufwand selber zu machen. Schenken ist schön - bewusst und gut überlegt schenken ist aber noch viel besser!
Happy Khend-meyd Holidays!