July 9, 2009

Selbermachen ist im deutschen Mainstream angekommen

Selbermachen ist im deutschen Mainstream angekommen.

In der Laura (Verlagsgruppe Bauer) gibt es aktuell einen Artikel, die BRIGITTE (Gruner + Jahr) hat einen Deal mit DaWanda für crafty Tutorials, LandLust (LVH) bringt aufgrund des grossen Erfolges die schönsten Handarbeits- und Bastelanleitungen vergangener Heftausgaben als Buch heraus, und so weiter, und so fort.

Meine Stats verraten mir, dass jeden Tag zahlreiche Journalisten und Verlage das deutschsprachige Web zum Trend des Selbermachens abgrasen und "recherchieren" -- aber zu lesen ist dann immer wieder der gleiche alte Kram von Jessica Parker, Baumärkten, Zitate von Psychologen, Konsumforschern und der Initiative Handarbeit, die natürlich nie mit einer Quelle belegt werden und zuvor bereits genau so tausendmal verwurstet worden sind.

Selbermachen ist im deutschen Mainstream angekommen -- aber leider schaffen es nur die wenigsten Journalisten, auch mal neues drüber zu schreiben, geschweige denn mit einem Verständnis für die Nische; die anderen schreiben immer nur voneinander ab. So ensteht neben verdienter Publicity für einige deutsche Craftistas leider der Eindruck, als drehe sich dieser Trend bereits um sich selbst.



July 8, 2009

Fast so schlimm wie doppelte Verneinung.

Wieder mal ein typischer רק בישראל (only in Israel)-Moment:




Kaugummi mit.... Obacht.... Kaugummigeschmack: "Must Bazooka - Kaugummi mit Bazookageschmack"

(zum Vergleich: eigentlich ist Must weiss, so wie in der hinteren Packung Typ "Litschi")
(und: keine Ahnung, was das soll. Bazooka Joe gibt es in Israel auch im Original. Und es ist koscher.)
(aber: Must Bazooka ist ein, wie soll ich sagen, Bombenerfolg...)



Vor der Schlammschlacht ist nach der Schlammschlacht.

"Etsy Bitch" ist ein Blog, das ich nicht lese, weil es meiner Meinung nach nicht lohnt (es sei denn, man hat eine kranke, aufmerksamkeitsdefizitäre Ader und zu viel Zeit im Büro, Atelier oder daheim, und zieht es vor, sich an unkonstruktivem Dauergemobbe zu weiden... oder schlimmer). Aber per 3rd-Party-Gezwitschere bin ich nun doch dort gelandet und las, dass dank dieses Blogs ein Artikel für das Fortune Small Business Magazine zustande kam, der sich an den Zipfel derer hängt, die nun nicht mehr positive Presse über Etsy schreiben, sondern lieber mal "was Kritisches". Aber Kritik und Kritik ist so eine Sache - und im Fall des vorliegenden Artikels stellt sich mir erstmal die Frage, was eigentlich erreicht werden soll?

Jessica Bruder hat diesen Artikel verfasst, in dem unter anderem auch nicht gerade schlecht subtile Werbung für Etsys momentane Konkurrenz Artfire betrieben wird (wir erinnern uns, dass es bereits über 60 handmade Marktplätze im Web gibt)  - mindestens eine Bloggerin auf EB engagiert sich überaus aktiv im Dunstkreis des Marktplatzes; wenn man genau hinschaut, ist sie allerdings ein Beispiel dafür, wie man seine handmade Karriere, sei es auf Etsy oder andernorts, gerade nicht angeht - und dafür kann man auch keinen Betreiber eines Marktplatzes verantwortlich machen, sondern muss sich erstmal selbst an den Ohren ziehen. Dass das der Journalistin bei aller Recherche nicht aufgefallen ist, mag ein weiteres Indiz dafür sein, dass unklar bleibt, was nun der eigentliche Punkt des Artikels ist.

Wenn ich richtig verstehe, so will dieser Artikel zeigen, wie "mainstream" Etsy angeblich geworden sei; wie käuflich und damit korrumpiert bis hin zur Zensur auf dem hauseigenen Forum, angesichts der vergangenen Finanzierungsrunden und Persönlichkeiten, die sich nun unter den Investoren und Beratern tummeln. Dem wird einzig und allein Artfire gegenüber gestellt, dessen Gründer heraushebt, wie "handgemacht" doch der eigene Marktplatz ist, nicht ohne einen gewissen unausgesprochenen Stolz, dies alles auch noch ohne Finanzspritze leisten zu können. Was alles, eigentlich? Artfire hat im Moment noch ein leichtes Spiel, denn es hatte nichts weiter zu tun, als Etsys Marktplatzmodell zu kopieren und die Features einzubauen, auf die Verkäufer bei Etsy zugegebenermassen vergeblich warten - der Anteil der Eigenarbeit in Bezug auf Produkt- und Ideenentwicklung? Verschwindend gering und damit nichts, worauf man über die Masse stolz sein kann.

Seit der letzten grossen Finanzierungsrunde bei Etsy gab es neben Geldsegen bekanntlich grossen Hausputz - genau das, was sich besonders die Etsyverkäufer gewünscht hatten, die sich auf 100% etsykritischen Blogs und Foren auslassen. Die Anstellung professioneller Leute wurde gefordert, ein Aufstocken des Operationsteams, der Kundenbetreuung, und nicht zuletzt auch waren die Rufe laut nach einem neuen Chef. Dies ist nun alles passiert - und das Gejammere geht unvermindert weiter. Dabei werden neue Features, viele davon auf Userwünschen basierend, so schnell wie nie zuvor herausgebracht, werden die User so stark wie nie zuvor in die hauseigene Presseaktivitäten mit einbezogen, und vieles mehr. Aber einigen ist dies offensichtlich nicht genug - vielleicht, weil sie nicht zu denen gehören, die mehr Etsyruhm abbekommen als andere? Vielleicht, weil es ihnen trotz aller Neuerungen immer noch nicht gelungen ist, die Etsymillion zu verdienen? Worum geht es hier also überhaupt? Wirklich um das kantsche Prinzip, oder unter dem Strich doch nur darum, auch mal im Etsy-Rampenlicht stehen zu können, ohne auch nur allzuviel selber tun zu müssen?


Denn das ist das falsche Prinzip, ein Business nachhaltig aufzubauen, und kann auf  lange Sicht nirgendwo aufgehen. Neue Marktplätze wie Artfire, oder in Deutschland eifrige Konkurrenz zu DaWanda, werden es so lange gut haben, wie die Kritik frustrierter User sich nicht auch gegen sie richtet. Solange frustrierte User wunderbar dazu gereichen, um sie als Sprachrohr zu nutzen, das kostenlos Werbung macht und dabei noch ordentlich gegen die Konkurrenz ätzt, ist die Welt in Ordnung. Aber irgendwann wird sich der Frust legen, und User, die lieber ätzen als sich um ihr eigenes unabhängiges (!) Label zu kümmern, werden sehr bald ein neues Ziel für ihren Frust suchen. Denn nichts ist einfacher, als durch Aggression von den eigenen Problemem abzulenken.


Wären alle die, die sich konsequent und unablässig ätzend im Web produzieren, wirklich erfolgreich mit ihren Minilabels, hätten sie sehr wahrscheinlich nicht annähernd so viel Zeit, sich leidenschaftlich Dingen zu widmen, die sie eigentlich nicht weiter kratzen dürften: wenn Etsy so schlecht ist, dann schliesst man seinen Shop und zieht weiter, denn ich wüsste nicht, dass Etsy nun auch Aktien verkauft. Genau das ist aber, was viele nicht verstehen, was aber in dieser Nische Businesslektion Nr. 1 sein sollte: Dein Indie Microlabel ist nur so unabhängig wie Du selbst es zulässt.


Der einzige Fehler von Etsy war, mit dem Austausch der Entwicklerriege zu lange zu warten, die User zu früh und zu tief in die Entwicklung des Marktplatzes mit einzubeziehen, und viel zu lange keine Fachleute im Marketing und in der Presse sitzen zu haben. Denn bei aller Liebe für handmade - Business ist immer noch Business, und für User wie für Seitenbetreiber gilt: Kunst kommt von Können. Auch im Social Web.



July 7, 2009

has.Paragraph?

In Deutschland oder der EU ein Unternehmen zu gründen, ist schon schwer genug. Davon können viele der handmade2.0-LeserInnen sicherlich ein Lied singen. Ich frage mich, ob es in den USA, quasi Land des eCommerce, der Online-Mom&Pop-Läden, der Indiedistros usw.usf. , ob es dort also ähnliche Abmahnwellen gibt wie wir sie hier immer wieder im Netz diskutiert sehen?

Der eCommerce-Blog verlinkt zu einem Update über die Informationspflicht beim Internethandel.

Die Änderungen im Internetrecht sind oft so verwirrend und so komplex, dass man wiederum einen Spezialisten dafür bezahlen muss, dass auch die rechtlichen Dinge im Shop stimmen - und die Honorare dafür können ganz schön happig sein.

Ich habe jede Menge Hochachtung vor all den Kreativen, die sich auch von Paragraphenwäldern und der abmahnfreudigen Konkurrenz die Ideen und die Begeisterung des künstlerischen und handwerklichen Schaffens nicht vermiesen lassen!





July 6, 2009

CUT Magazine bekommt ein Blog



Irgendwie ganz leise und ohne grosse Presse passiert: CUT hat die Homepage mit mehr Leben gefüllt und ein Blog draus gemacht. Also gleich den RSS-Feed buchen!






handmade termin Belgien: Markt van Morgen (Juli)










Über den Markt van Morgen hatte ich bereits geschrieben und darauf hingewiesen, dass diesen Markt unbedingt besuchen soll, wer Richtung Antwerpen reist - immerhin finden die Märkte regelmässig statt.



Am 12. Juli, also am nächsten Sonntag, findet der Markt van Morgen wieder statt - man finde sich also in der Kloosterstraat in Antwerpen ein und geniesse zwischen 10 und 18 Uhr die handgemachten Produkte der Craftistas und Indies im benachbarten Belgien!

Weitere Attraktionen ist Musik frisch vom Plattenteller und ein mobiles Atelier, in dem die Marktbesucher unter professioneller Anleitung ihre alten Kleidungsstücke zu neuen Kreationen recyceln können -- die neuen Designstücke können danach gleich im markteigenen Fotostudio abgelichtet werden. Ganz Mutige präsentieren sich sogar beim Gang über den Laufsteg!

Was? - Markt van Morgen
Wo? - Kloosterstraat, Antwerpen (Belgien)
Wann? - 12. Juli 2009, 12-18 Uhr

Eintritt frei.


Auf der Webseite vom Markt gibt es ausserdem eine Fotogallerie der vergangenen Termine, eine Anfahrtsbeschreibung, sowie unter "deelneemen" (Teilnehmen) ein Formular und eine Anleitung für alle, die auch auf dem Markt verkaufen wollen.

July 4, 2009

handmade.Telegramm (4.7. '09)


got.Comments?
- Nach "Ein ♥ für Blogs" nun "Save Our Blogs"; zwar nicht vom Stylespion, aber die Dame sagt, Kommentare seien wichtig für Blogs, jedoch dem Aussterben nahe. Kleine Webbanner sollen dagegen angehen.

got.IndieFabrics? - 95% aller Stoffkäufer (in den USA) kaufen Kette. Project95 möchte, dass mehr Leute in Fachgeschäften kaufen.

got.Blog? - Living At Home sind nun auch -leicht linksdrallig, positioningmässig- unter die Blogger gegangen. Und entdecken, dass es sowas wie einen Trend zu handmade gibt. Moin.

Mass-customization: everybody joins the handmade revolution

Nachdem sich der Erfolg von Spoonflower so langsam herumgesprochen hat (mehr zu Spoonflower hier), sind bereits erste Mitstreiter auf den Zug aufgesprungen - über Karma Kraft hatte ich Anfang Juni geschrieben.

Inzwischen kann man auch Firmen wie Global Weave finden, die sich allerdings weniger an die handarbeitende breite Masse richten, sondern an Textildesigner, die ihre Designs zu "Mass Customization Prices" fertigen lassen möchten. Leider haben sowohl Global Weave als auch Karma Kraft gemein, dass sie den Eindruck erwecken, nicht gerne allzuviel ihres Unternehmens preis geben zu wollen: auf den Webseiten sind Informationen knapp gehalten, während Versprechen anscheinend gross geschrieben werden.


Nun ist dieser Nische Eye Candey hinzugetreten, die zwar im Moment noch in beta sind, derweil aber schon einmal einen Etsyshop laufen lassen, die ausserdem auch T-Shirts und Buttons bedrucken können, Webshops verkaufen (warum sind sie dann eigentlich auf Etsy?).... die also irgendwie alles können, und deren Webauftritte unter Eye Candey, Candeystore, Brand Candey und dem hauseigenen Blog auch genauso aussehen: kunterbunt durch den Garten, kontextlos, kein Branding, chaotisch (Indiepreneurs, don't try this at home).


Ganz originell (dass die Domain noch nicht vergeben war?!) sind Fabric On Demand; online erst seit Anfang 2009, aber länger im Geschäft, denn sie sind eigentlich ein ganz normales Textildruckunternehmen irgendwo in South Carolina/USA.
Dass man (von Spoonflower) gelernt hat, wie Social Networking geht, ist offensichtlich: man twittert, veranstaltet Wettbewerbe, bietet Social sharing/bookmarking, und im Pressebereich wartet man mit regelmässigen Value-Added-PR-Aktionen auf. Den Betreibern von Fabric On Deman ist ausserdem nicht entgangen, mit welchen Schlagwörtern und Phrasen der handmade Hype* funktioniert - und so hat man auch gleich eine passende Tagline formuliert: "Join the handmade revolution".
Preislich hat man sich gut angepasst, rund $18 kostet der Druck per Yard (0.92m) auf einfacher Baumwolle. Nur das mit den internationalen Kunden kann man noch nicht so reibungslos - die müssen erst nachfragen.

2010 werden wir in dieser Nische mit Sicherheit noch einigen Zuwachs erleben dürfen.

Trotz aller Konkurrenz: Spoonflower machen es meiner Meinung nach immer noch am besten vor, wie man sein Unternehmen erfolgreich web2.0-kompatibel macht, das Konzept relativ klar herüberbringt und ausserdem Social Media so einsetzt, dass es ein echter Zugewinn ist und keine dilettantische Störfrequenzveranstaltung.

Und daher nach wie vor die Frage: möchte keiner ein Fabric-on-Demand-Projekt für Deutschland starten, oder sogar für die EU? Eine Seite wie Eye Candey vertraut da auf Pikiware. Naja. Spoonflower hingegen haben sich an VigetLabs gewandt, die sich ausserdem auch noch darum gekümmert haben, dass die Spoonflowerleute die Seite anschliessend weitgehend selber managen können.

Nicht zuletzt Veranstaltungen wie der Holland Stoffmarkt zeigen, wie gross die Nachfrage nach schönen Stoffen ist, bzw. wie gross die Begeisterung für Stoffe sind, die nicht jeder verarbeitet. Es wird viel genäht, viel entworfen und ausgedacht, und trotz der vielleicht nicht ganz budgetfreundlichen Einfuhrfreiheitsgrenzen von gerade einmal 22€ (dazu z.B. hier gebloggt) nutzen mittlerweile viele Craftistas in Europa Spoonflowers Service. Ich bin mir sehr sicher, dass mit einem innereuropäischen Anbieter gleicher Qualität viel grössere Mengen in Auftrag gegeben würden -- es ist mittlerweile auch beliebt, seine selbstdesignten Stöffchen in kleinen Packs im eigenen handmade-Shop zu verkaufen. Ein wenig wie Starrummel in der Indie-Designer-Szene, wenn man so will - es schwingt auf alle Fälle immer auch der verdiente Stolz mit, etwas erschaffen zu haben, das andere nun weiterverarbeiten und begeistert herumzeigen.

Der Trend zum Selbermachen hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht - und ich würde so gerne erleben, dass alle die, die jeden Tag nach "Spoonflower Deutschland" googeln, auch irgendwann einmal einen Post bei mir lesen können in dem steht, "[Brand name] - das Spoonflower für Deutschland".



*Das englische Wort "hype" wird übrigens haip ausgesprochen. Für alle, die verzweifelt danach googeln.

July 3, 2009

handmade.Telegramm (3.7. '09)

Nochmal Beton - Egg Mercantile hat Alexa Lixfeld's "Metamorphosen" ins Programm aufgenommen. Sehr cool, freut mich!

SoIstDerSommer - jedenfalls bei Design*Sponge, wo ein Wettbewerb des schönsten Sommerphotos zu Ende gegangen ist. Hier sind die Gewinner. Mein Favorit sind die Erdbeerkörbchen, aufgenommen von Jodi McKee.

Schattenspiele - charming idea: Schattenfigurbroschen von Lola & Bailey. [via Designmilk]

July 2, 2009

Etsy pusht Facebooknutzung

Facebook ist schon geraume Zeit ein bei (us-amerikanischen) Etsyverkäufern beliebtes Marketingtool, um den eigenen Shop, das eigene Microlabel zu vermarkten und um sich im Web zu präsentieren. Aus eigener Erfahrung kann ich dem hinzufügen, dass einige Verkäufer auch nicht davor zurückschrecken, die Listen ihrer Etsykundschaft durchzugehen und deren Emailadressen in die Facebook-Invite-Liste zu hacken, damit man auf Facebook netzwerkt. Resultat davon sind bei Nichtakzeptieren der Einladung regelmässige Erinnerungsmails, mit dem Hinweis von Facebook:
"This message was intended for [Emailadresse des Empfängers]. If you do not wish to receive this type of email from Facebook in the future, please click here to unsubscribe."
Dadurch also, dass eine andere Person meine ihr anvertrauten persönlichen Daten an Dritte weitergibt, muss ich mich letztendlich also aus einem Abo abmelden? Klasse!

Etsy (und jeder andere gut gemachter Marktplatz im Web) sieht diese Art der Kundenpflege aber als Datenmissbrauch und weist darauf in den hauseigenen Nutzungsbedingungen hin:

"As part of a transaction, you may obtain personal information, including email address and shipping information, from another Etsy user. Without obtaining prior permission from the other user, this personal information shall only be used for that transaction or for Etsy-related communications. Etsy has not granted you a license to use the information for unsolicited commercial messages. Without limiting the foregoing, without express consent from the user, you are not licensed to add any Etsy user to your email or physical mail list."
Leider aber muss auch hier wieder festgestellt werden, dass Leute, die ein Bussiness führen wollen, und denen es Dank Marktplätzen wie Etsy und anderen so leicht gemacht wird, oft nicht die geringste Ahnung haben, welche Verpflichtungen so ein Unterfangen mit sich bringt, wie zum Beispiel der streng vertrauliche Umgang mit Kundendaten.

Nun sehe ich aber, dass seit gestern Nacht Facebook sozusagen fest in die userspezifische Navi auf Etsy eingebaut ist - Nutzer können so ihre Etsyaktivitäten auf ihrer persönlichen Facebookseite anzeigen.




Dass das warscheinlich nach hinten losgeht, spiegelt sich in vielen Kommentaren im dazugehörigen Diskussionsthread in den Etsyforen wieder: denn während man seine persönliche Seite zutexten kann und auch noch alle Facebookfreunde mit dazu, erlaubt die Funktion es nämlich nicht, Content dahin zu posten, wo er Sinn machen würde: auf die Businessseite bei Facebook (so man eine hat).

Interessant ist allerdings, dass viele der Beschwerden gegen diese Neuerung sich nicht gleich gegen Facebook als solches richten, sondern an Etsys Operations und deren offensichtliche Kurzsichtigkeit, wenn es um Usability und Prioritäten geht. Ganz anders bei DaWanda, übrigens, wo die Einführung von Facebookoptionen wahre Stürme des Entsetzens hervorgerufen hatte.

Das wohl einzig Gute an dieser Neuerung bei Etsy: keiner wird gezwungen, einen Facebookaccount aufzumachen, und wer nicht interessiert ist, kann die Option durch Anklicken des "do not show again"-Links im Popupfenster (wenn man das Icon anklickt) ganz verschwinden lassen.

Ich meine, dass man Facebook nicht braucht, um erfolgreich im Netz zu verkaufen, zu werben, zu netzwerken - es geht auch sehr gut ohne, und handmade sollte sich auszeichnen durch selbstbestimmtes Marketing. Ohne nun auch noch in die Verschwörungstheoriekiste greifen zu wollen: Accel Partners haben dicke "Aktien" sowohl an Etsy als auch an Facebook. Im Vorstand von Accel Partners sitzt der Mann, der hauptberuflich eine von der CIA zu Dataminingzwecken gegründete Firma leitet. Facebook - die Zecke am Popo der Netzgemeinde.