Es ist schon interessant. Nicht nur, dass das Etsymanagement seit einigen Wochen eine mehr oder weniger konsequent härtere Gangart auf den hauseigenen Foren einlegt (abgesehen vom Wegschauen, wenn unegale User sich seitenweise ueber Polyvore ausmären), nein, auch die frisch gestartete Serie der EtsyFAQs-About-Us (im Grunde doppelt-gemoppeltes Publizieren der Mitarbeiter-Fragebögen, die man auch hier einsehen könnte, wenn Etsy einem neuen User je mitteilte, wo auf der Seite relevante Informationen zu finden wären) scheint eine der Massnahmen zu sein, das Unternehmen vollflächig und medienwirksam darzustellen. Was nun, vor dem Hintergrund der letzten News, auch zusammen passt.
Unglücklicherweise hat sich das Manangement aber aus irgendwelchen Gründen nun auch radikaleren Massnahmen gewidmet; wie zum Beispiel dem Löschen kompletter Shops, den Betroffenen zufolge ohne eine einzige vorherige Warnung oder den Versuch der Aufklärung der Lage. Alles, was es brauchte (wie gesagt, den Betroffenen ex-Shopinhabern zufolge)? Eine einzige Beschwerde eines Käufers ueber eine nicht erhaltene Bestellung.
Nun muss man dazu auch wissen, dass z.B. Etsys Mailsystem häufiger Aussetzer hat, dass einige ISPs in der Vergangenheit Etsys Mailserver auf Spamlisten gesetzt haben, dass immer wieder Berichte im Forum auftauchen, dass Verkäufer keine Kaufbenachrichtigung von Etsy und/oder keine Bezahlbestätigung von PayPal erhalten, dass viele Schwierigkeiten haben, ihre Kunden sei es über Email oder Etsyconvo zu erreichen (z.B. wenn es Probleme mit der Postadresse oder der Bestellung gibt).
Am 19. Januar hatten UEN einen langen Bericht über geschlossene Shops gepostet, nachdem es auf Etsys Foren heiss hergegangen war, und das Etsymanagement immer wieder beteuert hatte, sämtlichen Schliessungen gehe nicht nur eine intensive Erkundung des Falles, sondern auch die Kontaktaufnahme und Befragung des Shops in Frage voraus. Seltsam nur, dass bei so viel Vorsicht so viele Shops aus Irrtum geschlossen worden sind.
Von rund elf Fällen weiss die Öffentlichkeit nun. Die meisten Shops gehör(t)en recht erfolgreichen Verkäufern mit durchweg gutem Feedback und guter Historie. Aber das ist natürlich nur eine Seite der Geschichte, und da das Management sich zu dieser neuen (mitunter geschäftsschaedigenden) Praxis nicht ässern will, muss die Sache wohl vorerst auch so im Raum stehen bleiben.




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