April 30, 2008

Tchibo lässt nun auch mal die Kunden machen...


Im März hatte ich ja über MyStarbucksIdea geschrieben, und dass es endlich live gegangen war, so dass ich ein wenig schauen konnte. War ja nur eine Frage der Zeit, bis es Nachmacher geben würde. Und so lässt Tchibo nun auch mal seine Kunden ran, creative consumerism-artig. Darüber schrieb gestern Nacht aber bereits Exciting Commerce, so dass ich mir meinen Senf erspare, denn... ich finde diese Art der Nachmacherei einfach nur unüberlegt und einfallslos. Zu ein wenig mehr Kreativität hätte man sich doch hinreissen lassen können...

Oh.

Hat man ja - denn hier wird nicht Verbesserungswürdiges oder Innovatives rund um den Kaffeeausschank diskutiert, wie bei Starbucks, sondern irgendwie alles das, was offensichtlich bei "Jugend Forscht" als zu anspruchslos durchgefallen ist. Dass es aber bereits Handys mit Barcodescanner gibt (auch QR Codes ist ja mittlerweile in aller Munde, mal mit mehr, mal mit weniger Verstand dahinter), scheint keinen sonderlich zu interessieren; man gibt sich der belanglosen Schwachsimpelei hin.

Ganz peinlich: Tchibo erklärt was Social Bookmarking ist, und muss unbedingt "beta" sein.

Hilfe.


Nachtrag: Das hier ist übrigens einer der Gewinner der aktuellen Google Android Challenge.

April 29, 2008

"My alpha and my omega"


I was weeding out my rusty old rolodex this morning (I actually am unhappy with the format it comes in and wishing for a more intelligent rolodex design on top of that, have suggestions come my way, thanks!), and realized that it is a history all in itself. I found contacts that have long switched jobs and positions, and I know it since these changes are logged online, at that business networking site we're connected through. I found incredibly old email account login data, all encrypted and safe, but I've long stopped using these accounts - because I couldn't find back the login data. And so on and so forth. Some of these entries go back ten years or longer. Crazy!

And just now I opened Google reader to fetch some news headlines, and I read an article by Cory Doctorow for the Guardian: How to stop you inbox from exploding.

The article isn't so much about a rolodex, but about clever archiving without losing control over the amounts of data piling up over time. And all of this done online. My favourite part is this:

I live and die in my email (...). It's my alpha and my omega, my version control system (if I want to find an old version of a document, I just find the copy I emailed to someone earlier), my address book, my journal and my confessor. I have over a million archived pieces of email, going back to 1991.


Sounds familiar.

Before the internet, I used to file letters, private and business, for later access or for nostalgia. I have quite a perfect offline filing system, if I may say so, that gets regularly pruned. But even after being online for almost 14 years, my Email filing could still use some good tweeks. Corporate world has helped to refine my skill of setting priorities in reading incoming email; how to file contacts and data. But unfortunately also to delete quite aggressively. I have lost quite a deal of private correspondence with friends, all because of silly routine.

Nevertheless, Doctorow resumes in four good points how to manage one's inbox, how to keep it clean from unwanted clutter and how to rationally decide what really is worthy to ever make it through and what isn't. It's nothing new or particularly innovative, but it's a good reminder which we should set ourselves every now and then. Just for the sake of sanity in our email inboxes.

April 28, 2008

Etsy trennt nun endlich Ramsch, äh, Supplies...


... von vom-Etsyverkäufer-Handgemachtem. Hussah.

Es wurde wirklich Zeit. Denn die Kategorien "Vintage" und "Commercial Supplies" fliessen über von Dingen, die nur noch mit viel Phantasie Sinn machen auf Etsy. Und nun endlich zieht Etsy durch, was seit langem angekündigt war: Trennung von "Vintage", "Supplies" und "Handmade". Über die Suchfunktion.

Aha. Also doch ein Haken an der Sache.

Angedacht war irgendwann einmal, die ersten zwei Kategorien ganz auszulagern, aber das geschieht wohl doch noch nicht. Die Hauszeitung with ze Tippfehler erklärt aber stattdessen,

We’ll be separating item search into three new searches: Handmade, Vintage, and Supplies.

Handmade Items – This is the default search. This searches all items on Etsy that are not tagged with “commercial” and do not have “vintage” as the first tag. Handmade supplies will still appear in this search. You can search tags and titles or tags, titles, and descriptions.

Supplies – This will search all of the supplies on Etsy, both handmade and commercial. Any item tagged “supplies” will show up in the results.

Vintage – This special vintage search returns only items within the Vintage category. This means items with vintage as their first tag (selected from the dropdown menu in the listing process).

The existing search will also remain available. Just select “All items” from the search bar to search handmade, supplies, and vintage all at once.


All dies und ein wenig mehr ab dem 5. Mai. Wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt.

Diese wichtigen News gibt es natürlich nicht als Rundmail an alle Shopinhaber auf Etsy. Ich sehe daher Probleme mit

  • Verkäufern, die sich nicht um Neuerungen auf Etsy scheren und munter weiter falsch taggen und kategorisieren
  • Verkäufern, die versuchen, die eigene Auffindbarkeit ihrer Artikel durch falsches taggen und kategorisieren zu "verbessern"


Zusätzlich zum Flaggingprozess der Massenware, die als etsykonform und handgemacht deklariert wird, wird die "Content"-Crew nun auch noch Tags und korrektes Einstellen der sonstigen Waren prüfen müssen, dabei dauert es schon Ewigkeiten, bis Shops mit Massenware endlich verschwinden (wenn sie denn verschwinden).

Wir sind gespannt.



Etsy engineering, adapt dis.




April 25, 2008

LOHAS-Versteher-Aspiranten...


...und solche, die einfach nur noch einmal nachschlagen möchten, finden Daten und Zahlen im "Greenstyle Report" der Hubert Burda Research. Die PDF (Stand: August 2007) gibt es zum Herunterladen hier. Die Pressemeldung dazu veröffentlichte Hubert Burda Medien im Oktober 2007.

Hintergrund des Reports, laut Burda Medien:

Die Auswertung entstand auf Grundlage der "Typologie der Wünsche 06/07" und in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut und den Young Global Leaders. Die Markt-Media-Studie "Typologie der Wünsche" des Burda Community Networks analysiert monatlich die Einstellungen sowie das Konsum- und Mediennutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren.


Sillicon Alley Insider: not amused.


Oder, die Sache mit der Nachträglichkeit bei Etsy.

Der Sillicon Alley Insider zeigt sich not amused über Etsys Presseabteilung. Kann mlle a. sehr gut verstehen. Der Insider zeigt sich aber hilfsbereit und hat kurzerhand eine Pressemitteilung an Etsys statt ins Web gestellt:

Etsy Hires New Drummer, COO:

Oh, Etsy! What are we going to do with you! You profitable little Brooklyn start-up, seller of handmade goods on the web, you just raised $27 million at the start of the year and now you're spending some of it on a new COO, Maria Thomas. And rather than send out a simple press release you've assembled a video interview with Maria, which we've inluded below. (...)

[full text here]
New PR á la Etsy.

April 23, 2008

Stylefeeder: leave us? We won't let you!


Ich versuche gerade, meinen Stylefeederaccount zu schliessen. Und zwar vollständig. Stylefeeder hat dafür aber keine Vorsehungen getroffen, und so schaue ich erstmal in die Röhre, und das ist ärgerlich.

Nicht nur, dass Stylefeeder mich vor zwei Jahren ärgst belagert hatte, ich solle doch unbedingt ein kleines Interview ausfüllen etc.etc., denn man wolle das unbedingt featuren - und wie daraus nie etwas geworden ist, weil die Seite recht offensichtlich nur Amerikaner featuren wollte, und man nicht realisierte, dass ich keine war (scheint, als gab es vor zwei Jahren kaum nicht-Amerikaner auf amerikanischen SocialShopping-Plattformen wie Stylefeeder!). Nein, die Seite an sich gefällt mir auch nach einigen Änderungen einfach nicht mehr. Zwar ist der Dauerplug und Selbstvermarktungs-Act "Olson Twins" verschwunden, und es geben seriösere Insider aus Design- und kulinarischer Welt Empfehlungen im "Tastemakers"-Blog. Aber die Kommentare, die man auf Empfehlungen oder Ratings bekommt, sind um einiges pubertärer geworden. Bäh-bäh.

Ich möchte also nun meinen Account löschen, und finde heraus, dass Stylefeeder nicht im Traum dran denkt, mich einfach gehen zu lassen:
If you wish to terminate your account with StyleFeeder, you may simply discontinue using the Site.
heisst es in den TOS unter Punkt 10. Ahja.

Und der Nerv geht weiter. Meinen Avatar kann ich nicht einfach auf "Werkseinstellung" zurücksetzen; ich muss die Seite wenn schon behupsen; meine Lösung heisst daher whitesquare.gif.
Und damit meine Empfehlungen und Ratings auch in meiner Abwesenheit bis ans Ende dieser Welt vor dummen Kommentaren, Beleidigungen und anderen Dingen verschont bleiben, bleibt mir nur, alles radikal zu löschen. Dumm, dumm, dumm.
Tip: wer Stylefeeder nutzt, sollte sich verkneifen, die Empfehlungen anderer mit wenigen Sternchen zu bewerten. Im schlimmsten Fall kratzt man nämlich am grossen Ego der kleinen Mädchen.


Nachtrag, 19. August 08: da ich alle alten Posts in mühseliger Handarbeit von Vox.com nach Blogger übersiedeln musste, blieben alle Kommentare leider auf der Strecke. In diesem Fall aber ist es angebracht, die Kommentare zu posten, denn Stylefeeder hat sich prompt auf diesen Post gemeldet (wenn auch nie auf alle meine vorangegangenen Mails an den Support).


°°°°°°°°°°°°°°°°°°

nchenga wrote on April 23:
[this is good]
Breakup 2.0 - when the social media tools you loved don't love you back

http://twitter.com/briansolis/statuses/781536332


sweeps wrote on April 24:
Hallo, mein name ist Dina Praedel, VP Marketing fuer StyleFeeder. Ich stehe Ihnen gerne zum Loeschen ihres Accounts zur Verfuegung. Hoffentlich sehen wir Sie bald wieder einmal bei StyleFeeder. Fuer Anregungen haben wir ebenfalls immer ein offenes Ohr. Ich kann unter dina@stylefeeder.com

mlle a. wrote on April 24:
Dear Dina Praedel (I thought your name spells Pradel?), I honestly appreciate the effort! However, inquiries that got ignored in the past, TOU that couldn't be clearer about leaving users, and no account determination process on-site? The MarCom professional in me is disappointed. I am tired of going forth and back, to say the least. I'll let it sit as it is now.

p.b. I think I better wrote this in English, as something tells me you might feel more comfortable with this.


sweeps wrote on April 25:
Hi,

My husband is German, but we don't use the umlaut in the States. :)

We definitely have room for improvement...we've taken steps to drastically improve our customer service responsiveness, and we will soon be adding a feature to allow users to delete their own accounts. In the interim, feel free to send me your username and email and I will personally make sure your account is deleted. We're constantly changing the site to try to make it more useful, and are always happy to receive detailed feedback from users.

°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Nachtrag, 7. Februar 2010: 
Offensichtlich hält Stylefeeder es wirklich nicht für nötig, die Seite userfreundlicher zu gestalten, denn die Möglichkeit zum Accountlöschen hat man auch mit der neuen Version vom12. Januar 2010 immer noch nicht eingerichtet. Zum einen besagen die AGBs unter §10 immer noch, man solle bei Löschwunsch einfach aufhören, die Seite zu nutzen, zum anderen häufen sich bei mir die Seitenbesuche derjenigen, die nach "terminate Stylefeeder account" googeln.

Wie Etsy nachträglich untersucht...


... ob in Shops gelistete Waren handgemacht-gemäss-Etsy sind, oder Massenware oder einen sonstigen Regelverstoss darstellen.

Es gab in den letzten Wochen immer wieder panische Posts auf dem Forum von Verkäufern, die eine dubiose Email von Etsy erhalten hatten, in der sie nach ihren Produkten gefragt worden waren; zum Beispiel wie und ob sie vom Verkäufer selber gefertigt würden. Dummerweise hat Etsy zu diesem Zweck eine brandneue Emailadresse eingerichtet, content@etsy.com , die weder auf der Seite der Kontaktmöglichkeiten noch sinnvollerweise in einem Storqueartikel vorgestellt worden war: die Hauszeitung with ze Tippfehler hat das neue Detektivteam erst vorgestellt, als sich bereits einige Verkäufer auf den Foren ausgemeckert und einige Panik verbreitet hatten (von wegen fraud, spam, Betrug, Betriebsspionage etc.etc.).

Aber auch so gibt es immer noch genug User, die eine solche Email in der Inbox finden und nicht wissen, was das soll (die aber oft, scheint's, genauso wenig Ahnung von Copyrights haben). Und so sieht die Etsymail aus (wie hier gepostet):

Subject: Etsy Shop Notification - Questions

Hello!
This is a message from the Shop Content Team of Etsy. Iwanted to let you know about some of our policies, as we want to make sure that all your items fit within our guidelines. Etsy is a marketplace for artists to sell their own creations. The only exception to this would be our vintage category, and commercial supply listings. Shops should only feature items created by the user running the shop. Shops should not feature mass-produced goods, art made by other people, or items acquired in any other way. Items should also be tagged appropriately so that they are in their proper categories and therefore easier for users to search for.


There are 3 types of listings that can be featured on Etsy:

**Handmade** All items must be handmade *by the individual(s) running the Etsy shop*. The only exceptions to this are the vintage and commercial supply categories. Reselling items made by other artists, or items acquired while traveling is not permitted.

**Commercial supplies** This section is for items such as *mass-produced yarn, how to/pattern books, tools, or any other supply for making things*. These must be placed in the 'supplies' category, and tagged as 'commercial'. (categories such as 'books and zines' are for handmade works only!)

**Vintage** Lastly, the vintage category is for things that are *around 20 years old at least*, which have a charming or collectible quality. These items must be categorized as 'vintage.'


We wanted to ask a few questions about your shop to give us more insight on what you are offering and who is involved with your processes.

1. How many people are involved in running your shop, and what role does each person play? (who makes the items, who does the listings, who ships the items)

2. How are your items made, or where do they come from?

3. If you offer vintage items, how old are they, and where did you find them?


This is an effort to ensure that all the items in your shop fit within our guidelines. Please take the time to answer these questions thoroughly. Upon reviewing your answers, we will let you know if changes need to be made to the shop. We are happy to work with you to get things in order if there are any problems. Please note, if we do not hear back from you, some of your account privileges may be suspended.

Best,
Caleb, Etsy Content


Ist zu hoffen, dass das Content-Detektiv-Team sich auch derjenigen Shops annimmt, die unter den Hippen und Trendigen auf Etsy zwar irgendwie total angesagt sind, die ihre Ware aber nachweislich nicht selber herstellen, nicht als Kollektiv durchgehen, und dies in ihren Beschreibungen verschweigen.


P.S. Etsy stellt nun auch endlich und ganz offiziell Maria Thomas vor. Wurde aber auch Zeit.

April 22, 2008

Book tip, re: consumerism, creative consumerism and the cultural creatives



Paul H. Ray and Sherry Ruth Anderson:
The Cultural Creatives (2001)
ISBN 0609808451

"Cultural Creative is a term coined by Ray and Anderson to describe people whose values embrace a curiosity and concern for the world, its ecosystem, and its peoples; an awareness of and activism for peace and social justice; and an openness to self-actualization through spirituality, psychotherapy, and holistic practices. Cultural Creatives do not just take the money and run; they don't want to defund the National Endowment for the Arts; and they do want women to get a fairer shake--not only in the United States, but around the globe.

On the basis of Ray and Anderson's research, about 50 million Americans are Cultural Creatives, a group that includes people of all races, ages, and classes. This subculture could have enormous social and political clout, the authors argue, if only it had any consciousness of itself as a cohesive unit, a society of fellow travelers."
[Exzerpt aus Amazons editorial review]


Und dann habe ich gerade noch dieses hier gefunden:


Karl u. Jwala Gamper
So schön kann Wirtschaft sein - der Aufbruch der Kulturell Kreativen (2007²)
ISBN 3899010736

Das deutschsprachige Pendant von Ray & Anderson, das von sich behauptet, es sei "das erste Buch, das konkret diese Szene [die der Kulturell-Kreativen, sic] aufruft, mit ihren Ideen, ihren Talenten, ihrem Spirit hervorzutreten und am Markt erfolgreich zu sein." (ich würde schon gerne wissen, ob man denn Ray & Anderson gelesen hat, um so sicher behaupten zu können?), ist in der ersten Auflage selbstverlegt erschienen, wurde 2005 zur Nr. 1 auf Amazons Sachbuch-Hitparade, und ist 2007 in die zweite Auflage gegangen.

Aus dem Klappentext:

"Dies ist ein "Fährbuch". Es ruft die Kulturell-Kreativen auf den Marktplatz. Lädt diese Szene ein, die immerhin etwa ein Drittel der Menschen in der Ersten Welt ausmacht, mit ihren Ideen, ihren Talenten, ihrem Spirit hervorzutreten. Das Buch ermutigt, seinen ureigenen und damit sinnhaften und freudigen Beitrag zu geben und nicht länger zu glauben, unverstanden vom Rest der Welt und isoliert zu sein. Geh' auf den Marktplatz, steig ein in das Wettspiel der Ideen und hab' Erfolg damit! Denn was es in der Wirtschaft dringend braucht ist: FRISCHER WIND"

Und wer nun denkt, "Nanu, das passt ja total in die LOHAS-Ecke!", der liegt sehr, sehr richtig. Aber bitte mal selber auf Gampers Webseite vorbeischauen (und es sei angemerkt: web2.0 kann man dort auch. Bald.)



So. Und mlle a. macht sich jetzt einen Espresso und denkt sehnsüchtig an die frühen 80er zurück, als "Öko" und "fair" irgendwie noch viel authentischer und ehrlicher war schien.

April 21, 2008

Ertragsanteile per Aktie verkaufen auf Etsy - irgendwie eine Nische. Noch.


[Disclaimer for the non-German-savvy: don't bother with artificial intelligence translations, find a summary with the key points at the end of this post. You're welcome.]


Die Überschrift im Wall Street Journal-Feed hat schon so verdächtig nach Etsy gerochen, da musste ich einfach reinklicken. Und siehe da: stimmt. "Shepherd's Tale: Here's A Yarn for Eco Knitters" heisst es da. Das Wall Street Journal schrieb bereits am 19. April über Susan Gibbs, die eine Schafzucht in Martha's Vineyard in Maryland unterhält. Nicht nur, dass sie die Schafe hütet und schert, nein, die Wolle wird dort verarbeitet und dann, genau, im Etsyshop verkauft. Es geht hier auf der einen Seite um CSA (Community Supported Agriculture, Landwirtschaftsgemeinschaftshof zu Deutsch), und zum anderen um das Vermarkten eher traditioneller Waren im Zeitalter des Web2.0.

She discovered the passionate world of 21st-century knitting, a quirky realm that is growing fast, with help from the Internet. About 53 million American women knew how to knit and crochet in 2004, up from 35 million a decade earlier, according to a recent study by the Craft Yarn Council of America.


Und gerade dieser web2.0-Markt der neuen Handarbeitsbegeisterten, der Losumer und der LOHAS ist durchaus einer, auf dem es sich auch mit ökologisch produzierter Wolle recht erträglich verdienen lässt. Denn, so berichtet das WSJ,

For many in this new generation of knitters, any old yarn won't do. Some eco-minded knitters sell yarn made from unraveled thrift-shop sweaters. Aiming to reduce fuel consumption, other knitters lobby their fellows to avoid using yarn produced more than 100 miles from their homes. Zealous about using only natural fibers -- and knowing precisely where they come from -- some buy their yarn from individual shepherds or travel to the British Isles, Scandinavia and other countries to examine fleece while it is still on the animals.


Und nun kommt der eigentliche Clou. Da gerade Menschen in Städten schlecht an eine Wirtschaftsgemeinschaft herankommen, sei es, um Produkte zu beziehen oder als Freiwillige selbst Hand anzulegen, hat Susan Gibbs ein Konzept erdacht, mit dem sie den Gemeinschaftsgedanken ins Web trägt - und zwar in Form von Anteilen, die sie über ihren Shop auf Etsy verkauft. So können Interessierte also für $100 eine CSA-Wolle-Aktie erwerben; das Herbstpaket für 2008 sieht zum Beispiel so aus:

When you purchase a share in our CSA you are investing in our Fall 2008 “yarn harvest” of Kid Mohair and Mohair. You’ll receive an shareholders certificate, weekly email updates on what’s going on around the farm, and an invitation to our Shearing Day Celebration. (And if you get the urge to shovel poopy hay while you're here, we’ll lend you a shovel.)

Das Geld der Aktie fliesst in Futter, Pflege der Tiere und Kosten für die Herbstschur und Verarbeitung in der Spinnerei, und am Ende erhält man gesponnene Wolle zurück. Wer die gewonnene Wolle selber verspinnen oder verfilzen möchte, kann alternativ ein "Spinner's Share" kaufen.

Dieses Modell wäre vielleicht äusserst interessant für ähnliche Projekte hier in Deutschland, und zudem ist es ausserdem gut abwandelbar auf z.B. Imkereien und Erzeuger alter Obst- und Gemüsesorten, die ja leider sehr um Unterstützung ringen müssen (EU-Verordnungen, Massenerzeugerkonkurrenz, Gensaat und all die Hässlichkeiten). Das Internet kann hier eine optimale Vermarktungsplattform bieten, weil sie überregional eine Interessensgemeinschaft zusammenbringen und aufbauen kann bei vergleichsweise geringem Aufwand. Mit einem recht hohen Anteil an Handarbeit bei der Erzeugung der Produkte wäre ausserdem durchaus ein Shop auf Etsy und DaWanda denkbar (im Hinblick auf wenig Aufwand beim Absatz: man muss lediglich Artikel einstellen und den Shop am Laufen halten, braucht sich aber nicht herumzuplagen mit dem Programmieren und der Serverpflege).

Da wir hier ja gerade intensivst am Thema "Creative Consumerism" arbeiten - hier wäre meiner Meinung nach ein weiteres brilliantes Beispiel für eine sinnvolle Definition des Begriffes. Und Laura Lorber, in WJSs "Independent Street" blog lässt ausserdem auch den Begriff "creative financing" fallen (bitte die Kommentare der Etsyverkäufer ignorieren, die wieder einmal kommentieren, um ihren eigenen Shop zu vermarkten...).

.English summary:
Martha's Vineyard Fiber Farm in Maryland is a project owned by Susan Gibbs, who has taken a special twist on the traditional CSA model. An article published in the WSJ on April 19 highlights how, through selling harvest shares via her Etsy shop, Susan Gibbs taps the online market, thus reaching customers who otherwise hardly have a chance to actively support CSA project such as hers. Gibbs's customers belong to what the WJS termed "realm of 21st century knitting"; a very active, very eco- and trend-aware community of knitters and crafters in the USA that is currently growing rapidly, thanks to the internet. Here actually lies a great and interesting potential to promote ecological farming as well as broaden one's customers base.

CSA, which has its roots in Japan and where so-called Teikeis were first established in the 1960's, has an equally long tradition in Germany. They became more popular during a first eco-consumerism wave in the early 80's and are known as Landwirtschaftsgemeinschaftshof. Gibb's take on CSA could be an interesting business model for German farming communities as well, be it bee keepers, rare fruits and vegetable farming or sheep farming: bringing the philosophy of ecological and sustainable farming to city dwellers by means of the web2.0 (e.g. a shop on Etsy or DaWanda), supplying them with quality goods and letting them experience the many advantages of such products, could branch out into successful business opportunities for small enterprises, who often enough suffer the pressure of the big consumer markets that are in the hands of EU regulations and genetic engineering lobbyists.

April 20, 2008

New books on my nightstand



Ein neues Buch auf meinem Lesestapel neben dem Nachttisch: Yochai Benklers "The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom."
Sicherlich keine Lektüre für nebenbei und streckenweise nicht leicht zu lesen, da Gedanken zum Teil sehr verdichtet werden, aber interessant auf alle Fälle.

Yochai Benkler (so sieht er aus, finde ich auch immer ganz interessant) ist Professor für Jura ("Entrepreneurial Legal Studies") in Harvard, und seine Forschungsschwerpunkte hat er auf seiner Homepage gelistet.


P.S. Das Buch kann man auch ganz legal online lesen. Und zwar hier

flickr groups that look like fun


...sharing some of today's best finds:

Ridiculously Over Packaged Products
Responsible Marketing
Design Ethics
Murketing (keep seeing highlights in his newsfeed...Robert Walker's, of course.)
Material Culture - Reading Our Stuff (highly interesting point of approach!)

(and of course, there had to be a Reverend Billy group. *sigh* #Götzendienst)

April 18, 2008

Creative consumers on the rise {quick retrospect}


A post over at Exciting Commerce today, "Community Building: Was Communities brauchen, und was nicht.", reminded me of an article that highlighted a trend towards using a community's creative powers to drive innovation, in this case, in product design.

The Economist published this insightful article back in 2005, and named it "The Rise of the Creative Consumer" (article here). I think it's worth revisiting the highlights of this article.

The article outlines that already in 2003, BMW began to actively seek customers' ideas and creativity by publishing a toolkit on their website that let customers suggest new ways to use in-car online services (real-time traffic report comes to mind). This form of co-creation with a community of customers not only has the potential to be cost-effective, but also leads to a more satisfiable rate of successful product innovations, because R&D, through co-creation, is much closer at the pulse of the consumer. And even though customer-generated input on product innovation has existed probably as long as there have been companies producing and selling products, it is the age of online communities and the internet that crucially facilitates co-creation with customers:

(...) the rise of online communities, together with the development of powerful and easy-to-use design tools, seems to be boosting the phenomenon, as well as bringing it to the attention of a wider audience (...).

Eric von Hippel of the MIT, whose book "Democratizing Innovation" was published in 2005, also stressed the notion that,

in the past firms have mostly resisted customer innovation or not known what to do with it.


Effectively, firms thus ignored a valuable gift coming from their customers, and one that is basically for free. Because contrary to the fears of many companies, monetary reward is often not what customers seek, but recognition. Simple as that.

At the heart of most thinking about innovation is the belief that people expect to be paid for their creative work: hence the need to protect and reward the creation of intellectual property. One really exciting thing about user-led innovation is that customers seem willing to donate their creativity freely, says Mr Von Hippel. This may be because it is their only practical option: patents are costly to get and often provide only weak protection. Some people may value the enhanced reputation and network effects of freely revealing their work more than any money they could make by patenting it. Either way, some firms are starting to believe that there really is such a thing as a free lunch.


The Economist's article is three years old now, and what I find striking in comparison to the interview presented at Exciting Commerce today (PDF of the full interview -in German- at IW Business is here), is that the same misunderstanding in regards to wants and needs of one's customers -community users, in this case- seems to persist. At least in regards to German entrepreneurs trying to build up successful online communities here.

April 17, 2008

mixwit - could be viral ....


mixwit - could be viral ....



April 16, 2008

Kreativer Konsumismus





I think it would have to include composting my own soil and fertilizer, as well as collecting rain water. But so far, the project is coming along pretty well.

One version of creative consumerism.

...und ein weiterer Beweis dafür, dass twitter Spass macht.

April 15, 2008

mlle a. macht'n Vorschlag...




Ein Anflug von konstruktiver Kritik an der "kaufsjetztegalobdusbrauchstodernichtdenngleichistsnichtmehrda!"-Strategie einiger Online-Shoppingkonzepte.


...und wenn Vox sich nicht so oberaffig mit der Kommentarfunktion anstellen würde, könnte es ja glatt noch eine interessante Diskussion um das Für und Wider geben. Ich sollte vielleicht doch wechseln.

April 13, 2008

Leider verpasst...


...habe ich dieses nette Event bei berlinkind in, naja, Berlin:

Schon die Postkarte ist doch ein Genuss.

(Wer's nicht erkannt hat... Mörike? Hm? Genau.)

berlinkind, "offizieller Ausrüster von Menschen mit Lebensfreude", verkauft über einen Shop bei Shopwindoz. Unbedingt vorbeischauen!

Exklusivität2.0 - ein neuer Trend?


Mein Beitrag über WeFew sollte eigentlich gepaart sein mit diesem hier, allerdings kam aktuell via Etsys Forum BuyOutsideTheBox dazwischen. Heute also ein Beitrag über Supermarket HQ, einem Markplatz für Designgüter, der ebenso wie WeFew und BOB per Kuratorium darüber entscheidet, wer dort verkaufen darf und wer nicht.








Wer?
Supermarket HQ ist ein Projekt von Supercorp Inc. in Brooklyn; Supercorp Inc. ist im Kern drei Köpfe, Ryan Deussing, Randy J. Hunt und Todd Persen. Da die Webseite für Supercorp informationstechnisch sehr mager ausgestattet ist, und da die drei "witzigerweise" ihre Namen mit Googlequeries verlinkt haben, hier ein paar mehr Infos.

Zum Beispiel verweist Ryan Deussings Profil auf flickr auf Elsewares, das ich nun eigentlich von meiner Liste streichen könnte. :) Elsewares, das es bereits seit 2004 gibt, funktioniert im Prinzip wie Supermarket HQ, oder umgekehrt, und sieht designtechnisch auch so aus, soviel dazu. Wer auf Facebook oder LinkedIn ist, kann mehr über Ryan Deussing lesen.

Randy J. Hunt, dem Citizen Scholar gehört (design consulting und creative services für kulturelle und gemeinnützige Projekte, sowie für Künstler), ist Mitbegründer von Supercorp Inc. und u.a. auch auf Schwadesign und UnderConsideration zu finden.

Todd Perssens Projekt ist Industrialogic (Industrialogic Engineering Corporation), und er hat zum Beispiel den Mini Minty (der MP3 Player, der in eine Minzdose passt, Mini Minty Webseite gibt's nur noch per Internetarchiv) ertüftelt, über den MAKE 2006 berichtete.


Wie?
Im Grunde funktioniert auch dieser Marktplatz wie alle bereits bekannten Modelle - Verkäufer liefern die Waren zum Verkauf, Marktplatz stellt die nötige Architektur bereit und kassiert im Gegenzug einen Anteil des Verkaufspreises. Im Fall von Supermarket HQ heisst dies, Designer müssen sich zuerst mit einer Kostprobe beim Kuratorium vorstellen. Werden sie akzeptiert, können sie sich registrieren und ihren Shop einrichten. Ausführliche Informationen z.B. zum Preismodell hält Supermarket HQ nur für registrierte Verkäufer bereit, und auch ansonsten wird mit Informationen sehr gegeizt: ein wirklich sehr simples Videoturorial zum Verkaufen ist auch nur zu sehen, wenn man eingeloggt ist.

Wer alles bei Supermarket HQ aufgenommen worden ist, kann man kompakt auf der Designerübersicht sehen, die man sich geordnet nach Alphabet, Eintrittsdatum oder per Zufall generiert anzeigen lassen kann. Wenn man annimmt, dass jede Seite zehn Shops aufführt (bis auf die letzte, Seite 17, die nur zwei hat), dann sind im Moment rund 162 Shops auf Supermarket HQ, ebenfalls erkenne ich enorm viele Etsyshops wieder. Positiv: es sind viele internationale, vor allem europäische Shops dabei.

Shops sind von der Struktur her sehr übersichtlich angelegt. Dadurch, dass man sich hier nicht auf ein zentriertes Blogformat (wie Etsy) limitiert hat, bleibt rundherum mehr Platz für einzelne Shopfeatures und trotzdem immer noch genug "Weissraum", um das gesamte Erscheinungsbild aufgeräumt und luftig erscheinen zu lassen.
Shopadressen sind per Subdomain angelegt: ShopName.supermarkethq.com, und damit auch für Käufer recht einfach zu erinnern. Während Shopinhaber wenigstens ein Logo präsentieren dürfen, kommt Supermarket HQ mit auffallend wenig CD aus bzw. daher: es gibt nicht einmal ein Logo.
Als registrierter User kann man Kommentare zu Produkten hinterlassen, sowie ein Favoritenportfolio und ein personalisiertes Profil anlegen.

Will man einfach erst einmal browsen, so kann man entweder eine der vier Hauptkategorien auswählen (everything, wear+carry, space+place, paper+prints) und von dort entweder blättern, oder man kann noch eine Ebene tiefer in kategoriespezifische Subkategorien klicken (übernommen von Elsewares). Dies ist hier wesentlich übersichtlicher angelegt als auf Etsy, die sich leider immer noch schwer tun mit ihrem Lösungsansatz aus Tags und Kategorien.
Die Bezahlung der Ware läuft auf Supermarket HQ über PayPal, und wie andernorts auch, so wird jeder Shop beim Auschecken einzeln bezahlt, da Supermarket HQ nur die Shops bereitstellt.

Supermarket HQ nimmt ausserdem regelmässig teil an Brooklyn Flea, einem allsonntäglichen Markt rund um Gebrauchtes, Vintage und Indiedesign.

Lustig: ein wenn-gar-nichts-mehr-geht-Emaillink am Ende fast jeder Seite.

"Freaking out? Don't worry! We're happy to help you figure things out."


Was?
Mir fällt auf, dass "Design" hier weniger elitär zu sein scheint als z.B. bei WeFew. Das meiste von dem, was hier zu sehen ist, lässt sich auch auf Etsy & Co. finden (und wird dort immer wieder als trendig gefeatured) und wird zur Zeit auf den populären Designspottingblogs im Web herumgereicht. Meine Vermutung ist, dass man einfach Kram à la "Handarbeiten" und "Country Folk Art" nicht dabei haben will. Ausserdem, und hier unterscheidet sich dieser Marktplatz von Etsy & Co., wird nirgendwo erwähnt, wie "handgemacht" die Ware sein muss - ob also z.B. eine Beschränkung in Bezug auf die Auflage von Drucksachen besteht, ob man seine Taschen und T-Shirts im Alleingang herzustellen hat, oder ob man ein kleines kreatives Unternehmen sein darf usw.

Erfreulicherweise sieht man auf Supermarket HQ realistischere Preise für Designware; warum das so ist, darüber lässt sich leider aufgrund des recht geheim gehaltenen Gebührenmodells nur spekulieren. Natürlich wird dies eine Rolle spielen; desweiteren aber haben Shops hier weniger Konkurrenz als auf Etsy & Co., und auch Hobbyisten, die auf Etsy immer wieder gerne die Preise nach unten ziehen, bleiben offensichtlich weitestgehend aussen vor.


Fazit?
Supermarket HQ ist ein interessanter Marktplatz, wenn man ausgefallenes und trendiges Designgut kaufen möchte und bereit ist, realistische Preise zu zahlen. Die Macher dürften die Werbetrommel gerne mehr rühren, auch wenn es den Marktplatz erst seit 2007 gibt, denn visuell ansprechend und leicht zu handhaben ist er allemal - sollte aber auch zu erwarten sein, nach drei Jahren Erfahrung mit Elsewares. Stöbern ist wärmstens ans Herz gelegt.

Gibt es also einen Trend zur Exklusivität in der "handmade2.0"-Welt? Vielleicht sieht es eher so aus: Kunstgalerien im Web gab es schon vor der 2.0 Bubble, ob als Alternative zum eBay-Rummel oder davon uninspiriert; Consignmentshops online gibt es auch schon einige Zeit, besonders aber seit dem "Indie designer"-Boom Anfang des Millenniums, mit dem Aufkommen der bloggenden Designer, Kreativen und Handarbeitenden. Aber erst Seiten wie Etsy und das deutsch-europäische Pendant DaWanda haben die Idee vom Storefront für Designer und Kunsthandwerker an die Massen gebracht; nicht durch Exklusivität und streng kuratierte Produktkataloge, sondern, wie Stephan Randler für Exciting Commerce so schön formuliert hat, durch einen egalitären Ansatz und den Communitygedanken, und damit im Sinne des Web2.0 (siehe ausserdem auch eine knappe Übersicht in einem meiner früheren Posts hier). Davon können kurierte Marktplätze also nur profitieren, sowohl in Bezug auf Verkäufer als auch auf Käufer.





April 12, 2008

Etsys Townhall Protokoll (abgeschrieben bei UEN)


Nach langer Zeit hat Etsy wieder einmal zum öffentlichen Meeting in die Etsy Townhall gebeten - zum Town Hall Meeting, logischerweise. Ich hatte zwar anderes zu tun, aber erfahrungsgemäss macht es gerade bei Town Hall Meetings eh mehr Sinn, auf das Transcript zu warten. Oder noch besser, bei UEN vorbeizuschauen (Etsys Meetingtranskripte sind eigentlich nur die rohen Textlogs des Chatmoduls im Meetingraum. Keine Struktur, nicht aufbereitet, für schnelle und gezielte Informationen eher unbrauchbar da zeitraubend).

Mit bestem Dank also an UEN hier der Kern der wirklichen News laut Etsymanagement; meine Anmerkungen sind eingeschoben.

General notes:

-Etsy currently has 73,478 shops with at least one item
-There are currently 60 Etsy employees
-Engineering comprises ½ of the company

Anmerkung: dass Etsy auch nach zwei Jahren noch eine techgesteuerte Firma ist, merkt man.


Rob said that they are developing 2 major changes for the near future and 6 other developments for further down the road.

The 6 future developments are:

-currency conversion
-shop stats for sellers
-dynamic Team sections
-“stuff with video”
-“real-time multi-user stuff” (like the virtual labs)
-an in-house payment system


Anmerkung: Currency conversion und shop stats sind zwei Themen, die seit zwei Jahren platt diskutiert werden, und doch sind sie für Shopinhaber zwei Tools, die am dringendsten gebraucht und immer wieder erbettelt werden. Auf das in-house payment system ist einigen Diskussionen auf dem Forum nach zu urteilen keiner wirklich scharf. Einmal, weil bislang alle neuen Features auf Etsy nie sauber gelauncht wurden, und zum anderen, weil das angedachte System angeblich vorsieht, Verkäufern das eingenommene Geld nicht sofort auszuzahlen.


The 2 upcoming changes are:

Changes to Listing Periods for Renewals – This change will mean that when you renew an item, instead of adding 4 months from the previous expiration date, the additional 4 months will start from the date of renewal.

Changes to Search/Categories – Top level categories will be clarified, and “filters” will be added, such as “who is it for?” and “what is it made of?”.

Other items of interest:

-revamping the forums is being looked at from a database perspective right now and remains under development
-the “first draft” of the separation of supplies/vintage from search is completed
-supplies/vintage will hopefully get their own place by the end of the year
-when shop stats are provided there will be different levels of stats available starting with free, and then more detailed stats costing “a few bucks”


Anmerkung: Ich bin milde überrascht, dass Etsy nun ein Klassensystem für Statistiken plant.




April 11, 2008

handmade2.0 - Exklusivität bevorzugt.



WeFew, wie gestern von reBang getwittert, tritt in diesem Frühling dem Pool der Marktplätze für Handgemachtes / Selbstgemachtes / Selbstdesigntes bei. Es handelt sich hierbei um eine Plattform, die sich ausschliesslich an Designer richtet, die nicht etwa jeden auf ihrem Marktplatz verkaufen lässt, sondern per Kuratorium handverliest:

WeFew.net, an e-gallery for designers to showcase and sell their original designs and to engage with consumers and design professionals. (link)

Damit springen WeFew nicht nur auf den besonders für 2008 als Boom angekündigten Zug der Onlinemarktplätze für Künstler und Kunsthandwerker auf, sondern sie versuchen, die Nische der "Elite" zu füllen. Wer sich als Designer also als elitär versteht, bewirbt sich bei WeFew, wird von einer fachkundigen Jury ausgewählt, und darf seine exklusiven Designs im eigenen Shop zum Verkauf anbieten.

Das Preismodell sieht weder Einstellgebühren noch eine festgelegte Laufzeit gelisteter Produkte vor; beim Verkauf eines Artikels wird eine Provision von 15% fällig. Zusätzlich kann eine aktive Beteiligung am Auswahlverfahren durch das Reviewen von Bewerbern den Provisionspreis für den eigenen Laden drücken, und zwar um 5% für 10 Reviews. Für die erfoglreiche Empfehlung von neuen WeFew-Verkäufern kann man zusätzlich auf 3% Komission pro 5 neuer Verkäufer spekulieren.

Wer darf also mitmachen? Da hat man bei WeFew ganz konkrete Vorstellungen:


At WeFew, we do not showcase graphic design, calligraphy, fine arts such as painting, photography, lithography, etc. except when incorporated into the departments and creative media listed here.

Embellished objects such as painted boxes, stones, shells, buttons, candle making, country crafts, folk art and objects made from commercial kits or plans are not acceptable.

WeFew showcases product design - design services including interior or set design, graphic design, makeup or styling are not accepted at this time.


Wer sich jedoch als "talented" einstuft und Mode, Accessoires, Schmuck, Möbel und Homewares, sowie innovative Designobjekte gestaltet, und das in Keramik, Glas, Metall, Textilien, Holz oder sonstigen Spezialwerkstoffen, darf sich guten Mutes bewerben und mit einer hoffentlich positiven Antwort innerhalb von zehn Tagen rechnen.


WeFews Motto ist "We stand apart. You stand out.", und unterstreicht noch einmal den Anspruch an exklusives, ja vielleicht elitäres Design. Um eine erste Generation hochkarätiger Designer auf die Seite zu holen, hat WeFew eine Reihe Designprofis in die Jury berufen, die aber offensichtlich später durch das hauseigene WeCurate-Programm abgelöst werden soll.

Austauschen können sich User zukünftig über das hauseigene Forum, Newbulletins können über die Newsseite abgerufen werden, und marketingtechnisch gibt es einen Blog bei Typepad.

Alles in allem kommt WeFew ein wenig knallig daher, überhip in Design und Farbgebung vielleicht; nicht unbedingt das, was meiner Meinung nach der Designer vielleicht mit Exklusivität oder elitärem Design verbinden würde, aber da gehen die Geschmäcker auch auseinander. Interessant: die Anspielung auf bzw. Abwandlung der "i"-Popkultur.


Ins Leben gerufen wurde WeFew von Autumn Gehring, Amerikanerin in Paris Singapur, die mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte und langjähriger Marketingerfahrung sicherlich das nötige Feingefühl für die Bedürfnisse hochkarätiger Designer mitbringt - ob das so ist, wird sich zeigen.


Offensichtlich sollte WeFew ursprünglich als Cherry Collective an den Start gehen, immerhin ist die Firma hinter Wefew auch Cherry Collective Online Pte Ltd, deren Chefin Autumn Gehring selber ist (Genesis zum Logo hier).

Unterstützt wird WeFew durch einen Creative Business Fund der Creative Community Singapore (CCS).



Bereits besprochene Marktplätze:

vondir | | ShopWindoz | Big Cartel | pinkdoodle

April 10, 2008

Care for a "Handmade Passover"?


I thought it was about time for another quick Etsy poster sketch thing - for those who care, we're no less than 10 days away from the beginning of Passover (or Pessach, or פסח ). Yes, it's that time of year again - matzot and gefillte fish galore.

I've had a little look around Etsy, to see what's still to be had for your Seder table, and here it is in all splendor and glory:




I'd like to point you to one seller specifically: Peelapom publishes a special Pessach Haggadah, "The Peeling a Pomegranate Haggadah", about which she says,

(It) is the result of several years of work to incorporate a Earth-based Magickal Judaism sensibility to a Passover Seder haggadah that will also be enjoyed by friends and family.



The Haggadah comes in two formats, printed booklet or PDF, and you can purchase both of them at Peelapom's Etsy shop.


See? If you're all for a "Handmade Passover", then there are quite some finds out there on Etsy.

April 9, 2008

Sorge berechtigt. Nicht erst seit PISA.


Ich hatte ja bereits einmal erwähnt, dass es schon recht enttäuschend ist zu sehen, wie einige Deutsche scheints immer noch nichts dazugelernt haben (selbiges gilt genauso dringend für den Rest Europas). Wie es ferner leider zu viele unter den jüngeren Generationen gibt, denen der nötige Respekt gegenüber anderen fehlt, und die nicht nur durch unglaubliche Lücken in ihrer Allgemeinbildung besonders negativ auffallen, sondern sich auch sonst nicht gerade durch intellektuelle Höchstleistungen auszeichnen.

Genau in diese Kategorie fällt nun auch der Zwischenfall, den Alan Posener heute schildert.

Es ist schon schlimm genug, dass immer noch mit Stammtischhalbsätzen in der Machart der Ewig-Gestrigen herumgeschmissen wird. Dass sich die, die ihren Mund aufmachen, um derart geistigen Blödsinn herauszublöken, auch noch in der Sicherheit wägen, einen Beitrag zum Allgemeinwohl geleistet zu haben.

Natürlich hat der Herr Major a.D. Ott darauf spekuliert, seinen Leserbrief abgedruckt zu sehen, einschliesslich namentlicher Nennung und Emailadresse.

Holy crapshit.

Herr Ott, ein paar Dinge zu Ihrer geistigen Weiterbildung, und damit Sie sich in Zukunft nicht mehr allzu sehr zum Idioten machen, wenn Sie schon dem Verbreiten Ihrer Hasstiraden frönen müssen:

  1. "hebräischer Israeli" -- Wenn Sie jüdischer Israeli sagten, klängen Sie, ob Sie es glauben oder nicht, weniger antisemitisch-neonazi-parolisiert. Und Sie wären sogar noch politically correct. Aber vielleicht wollen Sie das ja garnicht sein.
  2. "der Zentralrat der Israelis in Deutschland" -- Meinen Sie den Zentralrat der Juden in Deutschland? Oder die Botschaft des Staates Israel in Deutschland? Feststehende Termini und dergleichen sind schon so eine Sache. Aber wenn man gebildet klingen will, sollte man wenigstens den Anschein erwecken, dass man wüsste, was man da herauskotztätzt.


Kommt es nur mir so vor, oder hat der Herr Major a.D. arge Probleme, das Wort "Jude" zu gebrauchen? Oder ist ihm einfach nicht klar (aus welchem Bildungsnotstand heraus auch immer), dass sein Lieblingshasswort -"Israel"- nicht beliebig auswechselbar ist mit "Jude"? Es klingt natürlich einleuchtender im Kontext der üblichen antisemitischen Polemik und Schwadronierereien. Nur von Bildung zeugt es eben nicht.
Desweiteren schliesse ich mich der Frage von Alan Posener an:

Ich weiß nicht: bin ich es nur, oder ist dieser Brief ein wenig antisemitisch? Und bin ich übertrieben empfindlich, wenn ich mich besorgt frage, wie jemand mit solchen Einstellungen zum Major der Bundeswehr avancieren konnte?


Mit Verlaub, die gleiche Besorgnis bringe ich einigen Kommentatoren des Artikels entgegen.

April 8, 2008

Echte Bereicherung oder Fehlzündung?


Es gibt immer wieder Überraschungen der vierten Art in der schönen handmade2.0-Welt. Buyoutsidethebox ist eine Seite, auf die ich erst heute via Etsys Forum aufmerksam geworden bin (einige Verkäufer wurden per convo von Buyoitsidethebox umworben, was auf Etsy eigentlich nicht erlaubt ist), dabei gibt es sie einer Pressemeldung nach zu urteilen schon seit Oktober 2005.


Nanu?

Die Seite selber kommt im CMS-Modullook daher, sehr unauffälliges Logo, viel zu viel Text für eine Seite, auf der eigentlich Waren, vor allem Kunstwaren, verkauft werden sollen. Auf der Seite selber gibt es weder Impressum noch Adresse, keine "Köpfe" oder Namen der Macher; die gibt es erst, wenn man sich auf den Blog verirrt (gepowert durch Bloggertechnologie).

Demnach, und entgegen der Informationen, die eine Recherche nach dem Domaininhaber ergibt, ist Buyoutsidethebox die Idee von Ruth Mitchell, einer Journalistin aus Arkansas, die Künstlern die Möglichkeit geben möchte, ihre Kunst auf dem Web zum Kauf anzubieten. Und das eben schon seit Oktober 2005, wie eine Pressemeldung zeigt (auf dem Internet geht eben nichts verloren).

Warum hat man aber von dieser Seite, die immerhin fast so lange wie Etsy unterwegs ist, nie wirklich etwas gehört? An den Machern kann es nicht liegen, möchte man meinen, denn mit Partnern an der Seite wie DesignSpike oder LimeLyte sollte es doch möglich sein, seine Marktnische per professionellem Businessplan zu erobern und in ansprechendem Outfit daherzukommen?

Aber vielleicht muss man wirklich noch mehr können, um in diesem Segment ganz oben mitmachen zu können. Man muss verstehen, wie sowohl die eigenen Kunden ticken als auch die Kunden der Kunden. Man muss verstehen, was an der "Handmade"- und "Kunsthandwerk"-Welle so fasziniert, um diese Einsichten dann erfolgreich und gewinnbringend umzusetzen. Und man muss vor allen Dingen auch Ahnung von grafischen Webauftritten haben, nicht nur von der Architektur dahinter und vom Texteschreiben.

Soweit ich sehen kann, hat man hier aber mehr Wert darauf gelegt, einen bereits gängigen und meiner Meinung nach wichtigen Begriff, der in relevanten Diskussionen nicht fehlen darf, markenrechtlich zu schhützen, so dass er ohne das dämliche TM-Zeichen und Verweis auf den Eigentümer in den wirklich wichtigen Kontexten gar nicht mehr gebraucht werden darf. Und so haben denn die Macher von Buyoutsidethebox auch auffällig viel Energie darauf verwendet, das Internet nach "Missbrauch" der Marke abzugrasen, und, wo möglich, gleich einen entsprechenden Kommentar mit ordentlich viel Selbstwerbung zu hinterlassen.

Nicht nur, dass so ein Gebaren allein schon sehr unprofessionell ist, aber hier ist schon nicht mehr klar, warum der Begriff überhaupt des Markenschutzes bedurfte. Denn creative consumerism, so wie er im Kontext von BOB verwendet wird, hat eine ganz andere Bedeutung (über deren Sinn und Korrektheit sich sicher die Geister scheiden). Über die gebräuchlichere Bedeutung, die sich etabliert hat (Diskussionen der Postmoderne, Individualisierung durch Konsumgüter, etc.), gab es einige Artikel auf dem Netz, wie zum Beispiel bei Trendwatching (die von Frau Mitchell bestimmt auch angeschrieben worden sind, und hier würde mich wirklich die Antwort von Reinier Evers interessieren), ausserdem Aufsätze und Bücher. Wie steht es also mit der Ethik im Bezug auf das Trademarken von längst in der (Fach-) Diskussion etablierten Begriffen? Macht man sich, wie im Fall der besprochenen Webseite, nicht eher lächerlich und verfehlt ausserdem noch das Ziel seines Projekts um Weiten?

Ich meine, ja. Und in Antwort auf meine Frage im vierten Absatz: genau darum hat man nie wirklich etwas von dieser Seite gehört.


Bereits besprochene Marktplätze:

vondir | | ShopWindoz | Big Cartel | pinkdoodle | WeFew


Nachtrag 15.4.:
Darüber, dass die beiden erwähnten Kommentarspameinträge kein Zufall waren, sondern offensichtlich Teil einer gezielten Kampagne sind, die Rechte für eine Schutzmarke zu erlangen (laut amerikanischem Register is creative consumerism alles andere als registriert), habe ich gestern Bestätigung bekommen. Offenbar hat die Dame hochempfindlich auf leicht kritische Äusserungen, abgesetzt über die beliebte Zwitscherplattform, reagiert und belagert nun einen Mitzwitscherer sowohl auf seinem Blog als auch via Email.
Wenn man keine Kritik verträgt, und das ganz besonders in Zeiten der New PR und des Social Web, dann sollte man lieber dabei bleiben, Artikel für die Lokalzeitung zu schreiben.
Und noch etwas: ein Businessblog sollte nur das sein - ein Businessblog. Ein informatives Logbuch, das gezielt für positive Eigen-PR eingesetzt wird. Nicht für private Fehden oder gar um der Welt zu zeigen, wie unprofessionell frau eigentlich ist. Und damit hat sich das Thema nun wirklich erledigt.



April 6, 2008

Burda und Lohas, die zweite.


Ende letzten Jahres gab es die erste Ausgabe von Burdas neuem Lifestylemagazin "Ivy" (Motto: "Lifestyle fuer eine bessere Welt", ich hat darüber kurz hier geschrieben). Die Erstausgabe muss es an so exklusiven Kiosken gegeben haben, dass alle meine Bemühungen, auch nur ein Exemplar zu erstehen umsonst gewesen sind (online sah es auch nicht viel besser aus).

Nun gab es vor rund zwei Tagen eine neue Ivy-Pressemeldung, die die zweite Printausgabe von "Ivy" ankündigte. Demnach wird diese am 10. April erscheinen; diesmal im Rheinland und im süddeutschen Raum. Unter anderem heisst es in der Mitteilung,

Die BURDA LIFESTYLE COMMUNITY bringt am 10. April 2008 die zweite Test-Ausgabe ihres online-begleitenden Printmagazins IVY (Efeu) auf den Markt, um regional die Resonanz zu testen. Zunächst liegt der neue Titel für 2,50 Euro im Rheinland und im süddeutschen Raum beim Zeitschriftenhändler. Die zweite Test-Ausgabe wird beworben und stellt sich erstmals mit einem Marketingbudget für Radio, Außenwerbung und Online realistischen Marktbedingungen. Die erste IVY-Ausgabe diente primär der Leser- und Händler-Marktforschung. Das neue Magazin umfasst 168 Seiten und richtet sich als erstes Magazin in Deutschland an so genannte LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). LOHAS sind eine weltweit wachsende Gruppe, die einen nachhaltigen, gesunden und gleichsam genussorientierten Lifestyle pflegt. Die hohe Kaufkraft dieser Zielgruppe macht sie zu einem wichtigen Wachstumsfaktor für viele Branchen.


Die Verlagsgruppe Milchstrasse, die sich um Ivy kümmert, verweist hier für ein versandkostenfreies Leseexemplar auf Ivyworld.de, wo man erstmal lange nach Infos suchen muss. Und dann unter News wenigstens etwas findet. Da heisst es dann, dass die zweite Ausgabe bereits seit dem 4. April zu kaufen ist und nicht erst ab dem 10., wie die Pressemeldung ankündigt; dass der Bestellink auf ivy selber nicht funktioniert....

Ich würde wenigstens die zweite Ausgabe sehr gerne (probe-)lesen. Aber dafür muss ich wohl erst meine Südstaatenconnection bemühen...



handmade2.0 networking? ShopWindoz does it.


Wer ShopWindoz aus Berlin newstechnisch bislang auf der Webseite und per Newsreader verfolgt hat, kann dies nun auch über die folgenden Wege tun:

http://www.myspace.com/shopwindoz

http://www.facebook.com/pages/ShopWindoz/9364658449

http://www.iqons.com/shopwindoz

http://flickr.com/photos/shopwindoz

http://twitter.com/shopwindoz


Angenehm ist, dass ShopWindoz (bislang) nicht zu den 24/7-Broadcastern gehören, dass aber die News, die bei mir ankommen, immer informativ und lesenswert sind. Mit dem Englischen hapert's zwar noch ein wenig, aber dennoch - schön zu sehen wie die Sache wächst.

Weiter so!

April 5, 2008

Die Sache mit Domains, Subdomains und Portalen...


Bloodybunny aus Berlin, Mitglied u.a. auf Etsy und DaWanda, ist unlängst von der erfurter Version des Stadtmagazins port01 empfohlen worden. Genau gesagt, ihre Produkte und ihr DaWandashop.


Glückwunsch!

Was mir am Text auffällt? Dass die Redakteurin/der Redakteur offebar nicht so ganz durch den (sub)DomainURLPortalpartnerschaften-Djungel von DaWanda geblickt hat. Denn DaWanda hält es mit seinen Versionen schon recht kompliziert. Seit einiger Zeit ist die deutsche Version unter de.dawanda.com anzusurfen, die englische unter en.dawanda.com, und die französische unter fr.dawanda.com. dawanda.de gibt es eigentlich garnicht mehr, die leitet defaultmässig auf en.dawanda.com weiter. Da muss man als nichtsahnender, vielleicht webtechnisch unversierter (zum Glück nicht ich) Shopper erstmal hinterblicken.

URLs für Shops habe ich noch nicht ganz verstanden. Offenbar geht es da nach dem Muster [Version]dawanda.com/shop/[SellerID]. Versuche ich einen einfachen Weg, [SellerID].dawanda.com, gibt es eine Weiterleitung auf [Versiondefault]dawanda.com/shop/[SellerID]. Hilfreich, dass es so gelöst ist. Subdomains kann ich mir leichter merken als eine Reihe slashes und "Zwischenstationen".

Unnötig verkompliziert wird die Sache durch die Partnerschaftsportale mit z.B. der Zeit, denn da sehen Shop-URLs dann plötzlich so aus: zeit.dawanda.com/shop/[SellerID]. So lange und komplizierte URLs tippt doch kaum jemand gerne aus der Zeitung ab? port01 hat das Problem gelöst, indem alternativ auf www.dawanda.com verwiesen wird - aber so gelangt keiner direkt zum Shop der empfohlenen Verkäufer, sondern muss erst suchen und verzweifelt im schlimmsten Fall (und empfiehlt DaWanda nicht weiter).

Wie gesagt, die Versionsvielfalt von DaWanda-URLs ist sehr verwirrend, mit Sicherheit für viele Aussenstehende. Aber ich hatte in letzter Zeit auch zwei Etsy-User, die mich (!) um Hilfe in Bezug auf ihren DaWanda-Shop, Sprachversionen und Shopeinrichten gefragt haben, weil sie ob der verwirrenden Linkhandhabung nicht mehr weiter wussten.



April 3, 2008

Blogs and bloggers' self-perception, 2003-2008.


Admittedly, this is a bold title and would probably suit a magister thesis better than a simple blog post. But read on.

nchenga of Chiperoni shared a link with me this morning to a piece in the NY Times by Allen Salkin (link to his feed is here): Why Blog? Reason No. 92: Book Deal.

The article is interesting, as it highlights an interesting phenomenon in the blogging world that has merely started in 2003 and become quite a trend.
Book deals for bloggers started to pop up around 2003, and in 2004 the New Yorker predicted books by bloggers to be "a trend, a cultural phenomenon." in 2006. The reality in 2008 looks as if this trend has become quite the way to go. Not only this, but it looks like bloggers' self-perception in regards to their blogs has changed from a modest "Why would anyone think my blog is good enough for a book or a movie?" to a self-conscious "I blog, and it's good enough for you."

Besides the route via agents and big-dollar deals, there also is a trend to self-publishing one's blog, and thanks to print-on-demand services that operate via the web, realizing a little dream like taking one's blog into print (likewise, one's photos, recipes, ideas or whatever else deemed worth publishing) is not as expensive as it used to be only a few years ago. It's a bit like the extension of the internet's "instant fame" notion: the blogger and their readers decide what's worth to be put out there, not an agent.

In addition to the examples highlighted in Allen Salkin's article, let me point you to two projects of two bloggers I read on a regular base, and who have published their blogs and insights inspired by their blogging as book without agents:

Hanna Andersson of iHanna decided to put her blog into print in September 2007, and her book is now available via lulu.com.
Likewise in late 2007, Marie-Chantale Turgeon of Vu d'ici published her first book "First thoughts on life, blogging and the creative process". It can be purchased via her shop on Etsy or Blurb.

Blogging as a medium of online self-publishing, if you so want, thus is currently being supplemented by online print-on-demand services. Self-management, it seems, is one of the trends that is building up around this online life. But if you think about it, blogging itself is already a way of cutting out agents and whatever else "middlespersons". An interesting development.



April 2, 2008

hihihahahohohl.


Ich habe gerade gelernt, dass Aprilscherze manchmal mehr aprilig denn scherzig sind. Und dass sie manchmal, ja manchmal, eine gewisse Eigendynamik entwickeln. Und dann doch noch irgendwie, haha, lustig werden.

Irgendwo auf der Homepage gab es etwas "waffeliges":


Ein Klick darauf führt(e) dann hierhin:



Und wenn man auf den flagging Link klickte, gab es das hier:


Aber das eigentlich hihihahahoholustige? Der Gag muss Etsy gecrasht haben, denn Etsy war für eine ziemlich lange Zeit komplett unerreichbar.

Und dann tickerte noch das hier hinterher, mit schönen Grüssen von der Hauszeitung with ze Tippfehler:



Dwaahmah.

Aber mal im Ernst. Ich dachte immer, man macht sich an Karneval über Themen lustig, die einem den letzten Nerv rauben? Wohl nicht in Brooklyn.

Wollen wir mal hoffen, dass der Unterton dieser Scherze nicht falsch verstanden wird.

(sag' ich's doch)





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