May 9, 2009

handmade Marktplätze (Stand: Mai 2009)


Ich hab' nochmal nachgezählt: es gibt mittlerweile weit über 50 Marktplätze zum Verkaufen und Kaufen von Handgemachtem im Netz. Und zwar weltweit. Zwar habe ich es die letzten vier Jahre geschafft, die Liste mit Marktplätzen in meinem kleinen schwarzen Buch (lies: delicious) sehr gut zu pflegen, aber mit dem Vorstellen derselben hier auf handmade2.0 bin ich nicht ganz so gut hinterhergekommen, denn ich poste nicht nur die URL oder kopiere gar einfach nur frech Content von anderen Bloggern zusammen, sondern nehme die jeweilige Seite unter die Lupe, um selber berichten zu können.

Nach vier Jahren des Beobachtens und Begleitens ist aber vielleicht wenigstens mal eine Übersicht fällig, um zu visualisieren, was sich so alles entwickelt hat. Die Liste ist mit sehr, sehr grosser Warscheinlichkeit nicht vollständig; während ich noch fähig bin, das osteuropäische, skandinavische, südeuropäische und israelische Web abzuklappern, gibt es im asiatischen Raum Schwierigkeiten, die weniger leicht zu überwinden sind. Und auch ohne den asiatischen Raum gibt es sicherlich noch genug Seiten, die noch nicht auf dem Radar von handmade2.0 erschienen sind.

Dennoch denke ich guten Gewissens sagen zu können, dass dieses netzweit die vollständigste (öffentliche) Liste ist, und ausserdem die am längsten geführte.

Bereits besprochene Marktplätze sind übrigens unter dem Tag khend-meyd zu finden (was khend-meyd ist, hatte ich in diesem Post ganz am Ende erklärt), noch nicht angepasste Links vom Blogumzug bitte ich (immer noch) zu entschuldigen.



Handmade Marketplaces (non-curated)

USA
Etsy - 2005
BigCartel - 2005
lov.li - 2006
Smashing Darling - 2007
GoZabo - 2007
Silkfair - 2008
Artfire - 2008
Handmade Fuzion - 2008
Shop Handmade - 2008
Crobbies - 2008 (Herbst)
Made it Myself - 2009
trAloola - 2009
ArtGarageSale - 2009
Winkelf - 2009
Craft Mall - 2009
SourceUnlimited - 2009
luvhandmade - 2009
trendy indie - 2009
Goldleaf Crafters - 2009

Kanada
iCraft - 2007

Australien
mintd - 2006
GeorgieLove - 2008
MadeIt - 2008
Zibbet - 2009

UK & Ireland
DaWanda (en) - 2006
pinkdoodle - 2008
folksy - 2008
My ehive - 2008
Misi - 2009
MyOwnCreation

Deutschland
soZeug - 2006 (2006 an DaWanda verkauft)
DaWanda (de) - 2006
Shopwindoz - 2007
Kunst von uns - 2007
mimboo - 2007
vondir - 2007
Livemaster - 2007/8
BonCado - 2008
Nischengeschäft - 2009
Kunsthandwerker-Markt

Schweiz
guzuu - 2008/9

Frankreich
DaWanda (fr) - 2006
Détournements Createurs - 2008

Holland
Verkoop je Hobby - n.a.

Belgien
BeauBeau - 2007

Russland
Handmade-Shop - 2007
Handmade Sale - 2008
Handymade - 2008


Handmade Marketplaces
(curated & distro)

USA
cut+paste - 2003
MyMy - 2004
copacetique - 2005 (2008 eingestellt)
Buy Outside The Box - 2005
RubyLane - 2005
Supermarket - 2007
1000Markets - 2008
ArtisansMarket - 2008
AmericaCreates - 2008
Artsefest - 2008
The Shiny Squirrel - 2008
ShanaLogic - 2008
ArtistryArts - 2009

New Zealand
toggle - 2008

UK
bouf - 2007
Hannah Zakari - 2007
notmassproduced - 2009

Frankreich
French Touche - 2002

Deutschland
Wasted Talents - 2004
Kunst- und Kunsthandwerk - 2001/9
Kunst Ver-bunt - 2004
Jovendo - 2004/8 (eingestellt)
HokoHoko - 2006
milchmaedchen.design - 2007

Singapore
wefew - 2008


Handmade & Design Showcases
(curated / membership)

USA
talent database - 2007
Trunkt - 2007
Cutique - 2007
paper'n stitch - 2008
Native Motif - 2008
Cosa Verde - 2009

Kanada
Poppytalk Handmade - 2007

Deutschland
craft2eu - 2004
artstruktur - 2009

Frankreich
Créateurs de mode -

Switzerland
artition - 2008


Super Special Mention

Die folgenden Shops/Projekte bekommen eine Super Special Mention, da sie sich für "fair handmade" einsetzen.

Faircustomer (Schweiz, 2008)
- handgemachte Produkte, hergestellt in Fairtrade Kooperationen, gemeinnützigen Werkstätten und in Betrieben, die nachhaltig wirtschaften.



31bits (Uganda/USA, 2008)
- 31bits unterstützt die ugandische Handwerkstradition der Herstellung von Papierperlen und ermöglicht den unter dem Krieg in Uganda leidenden Flüchtlingsfrauen ein selbständiges Leben durch den internationalen Verkauf der Schmuckstücke.



KilaKitu (Kenya, 2008)
- Die Kreativen von KilaKitu durchforsten Kenias Second-Hand-Kleidungsmärkte nach brauchbaren Stücken, die von lokalen Schneidern zu Hemdunikaten der besonderen Art verarbeitet werden. Der Verkauf der Hemden findet sowohl lokal als auch international statt.




Wenn ich die Gründungsjahre bzw. den Zeitpunkt der Liveschaltung der jeweiligen Marktplätze korrekt recherchiert habe, dann lag ich mit meiner Vermutung, dass es 2008 einen Boom in Bezug auf handmade marketplaces geben würde, gar nicht mal so sehr daneben.
Ich hoffe, die kleine Übersicht hat ein wenig geholfen nachzuvollziehen, was sich in den letzten fünf Jahren, bzw. in den letzten neun Jahren seit dem Beginn der handmade-Welle in den USA alles getan hat.


Update, 9. Mai
Tulibri hat mich auf drei weitere (Kunsthandwerk-)Seiten aufmerksam gemacht, die hier noch fehlten - die waren bei mir alle anders getaggt und daher durch meine Tagsuche gefallen. Peinlich, ich weiss. Danke für den Hinweis. :)

Und damit komme ich auf einen Punkt zurück, den ich vor einiger Zeit schon im Kopf hatte und der sich -jetzt weiss ich auch warum- nach dem Ablegen der Bookmarks auch gleich mit abgelegt hatte: handmade, so wie wir es bei Etsy & Co. sehen, ist zwar Teil der neuen, gleichwohl trendigeren und oft hipperen Welle des Selbermachens, aber auch Etsy war technisch gesehen nicht der erste reine Onlinemarkt zum Kaufen und Verkaufen von Handgemachtem - da gab es besonders in Deutschland schon früher Portale, die sich dieser Idee verschrieben hatten.
Auf Deutschland bezogen, aber keinesfalls darauf begrenzt, muss jedoch hinzugefügt werden, dass sich das Verkaufen von Handgemachtem bis zum Jahre "Etsy" (also 2005) in sehr, sehr konservativen Kreisen bewegt hatte, nämlich denen des Kunsthandwerks. Das wiederum hat für viele hier einen leicht verstaubten, spiessigen Ruf, vielleicht zuletzt nicht auch aus eigenem Verschulden, sehen sich Kunsthandwerker in der Regel auch als so etwas wie Meister ihrer Zunft, und der Titel "Kunsthandwerker" ist hart erarbeitet. Der Markt scheint, oder ist es vielleicht auch wirklich, nicht so offen für Neues und Experimentelles, für nicht-ganz-so-perfekte Objekte oder gar für Produkte aus dem Hobbykeller. Ich lasse mich in dieser Annahme aber auch gerne korrigieren.
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