June 2, 2009

Stempel selbermachen - für ganz kreative Kreative.


Über das Stempelselbermachen hatte ich schon längst einen angefangenen Post in meiner Kladde liegen (d.h. Posts à la SuperIdeeGleichMalSkizzieren, SpäterAusformulieren, UndLinksDazuPosten!, die dann wegen anderer Sachen vergessen werden...).

Dass man Stempel aus Radiergummis schnitzen kann, ist sicherlich einer der klassischsten DIY-Tips, die es gibt, schon allein, weil man Radiergummis ohne Probleme bekommen kann ( auch eine gute Verwertungsidee für hart gewordene Ratzefummel). Das passende Schnitzwerkzeug, so ein scharfes Obstmesser nicht ausreicht, kommt aus dem Linolschnittbereich und ist in guten Bastelläden und Fachgeschäften für Künstlerbedarf erhältlich.

Und damit zur zweiten Möglichkeit, Stempel selber zu machen: Linoldruck. Nicht so elegant und nicht immer geeignet, aber immerhin eine Sache, die ich noch im Kunstunterricht in der Schule gelernt habe. Dazu braucht man immerhin schon eine Linolplatte und Schnitzwerkzeug - in der Regel im Künstlerbedarf erhältlich (auch online).

Und da wir schon beim Fachhandel für Künstlerbedarf sind: eine dritte Möglichkeit für den selbstgeschnitzten Stempel sind Schnitzblöcke wie z.B. Staedlers "Mastercarve"; als ich vor fast fünf Jahren danach in Deutschland gesucht hatte, gab es die nur in USA. Das dürfte sich mittlerweile ja wohl geändert haben. Diese Platten sind so weich, dass man nicht unbedingt Linolschnittwerkzeug braucht, aber zugegebenermassen lassen sich Feinheiten einfach besser herausarbeiten. Und so ein Set kann man immer gut im Haus haben... ausserdem kostet es nicht die Welt.

Aber zurück zu den Gelstempeln.

Die Gelstempel, die im Moment in der Scrapbookingwelt so in sind, kann man auch selber machen, allerdings ist dies die mit Abstand aufwändigste Methode - und ausserdem eine, die stinkt, weil viel Chemie im Spiel ist. Dafür aber kann man damit Stempel herstellen, die auch kleine Details wiedergeben können (ich rate dennoch, die Strichstärke nicht unter 0.25pt anzulegen).

Im Englischen heissen diese Stempel z.B. clear stamps und werden von Firmen wie JustRite angeboten. Und das war mal nicht eine Idee aus USA - da kamen die Stempel für DIYler nämlich erst 2007 auf und wurden aus UK importiert!

Gelstempel werden aus Photopolymer gemacht, in diesem Fall flüssiges (naja, zähfliessend). Dieses Polymer ist lichtempfindlich, und hier liegt auch der Trick: das Motiv wird auf das Polymer belichtet, durch die Belichtung ensteht die Relieflandschaft, die das Stempelmotiv darstellt.

Ich würde sagen, wenn man privat in unregelmässigen Abständen mal ein paar kleine Stempelchen fertigen möchte, dann sollte man einfach fertig zusammengestellte DIY-Kits kaufen. Eines wäre zum Beispiel dieses hier; preislich finde ich es absolut OK, auch wenn es auf den ersten Blick ein heftiger Preis scheint - wenn Ihr gleich mehr über die Kilopreise im Grosshandel lest, werdet Ihr vielleicht auch meiner Meinung sein.

An den Grosshandel wendet man sich nämlich, wenn man beabsichtig, ein paar mehr Stempel zu machen, und das regelmässig. Also... z.B. indem man Motive designt und sie dann als Stempel in seinem handmade-Shop zum Kauf anbietet, vielleicht (wie viele auf Etsy es bereits tun!) auch mit einem kleinen Sonderanfertigungsservice für Bastler und Kreative, die einen ganz eigenen Stempel wollen aber keine Musse / Zeit / Skills zum Basteln mit Photopolymer haben. Kleine Gratisidee für die Kreativen unter Euch, die ausserdem Grafikdesign machen und ihren Kunden auch Motive erstellen könnten. ;)

Zwei Grosshändler gibt es zum Beispiel hier: Wallburg und trodat (Erstere sind ausserdem Lieferanten für Letzere). Bei Wallburg gibt es eine Preisliste und eine sehr gute Übersicht der Materialien, die man braucht, um Gelstempel herzustellen. Bei trodat gibt es ausserdem gleich ein sehr gut geschriebenes Manual zur Herstellung als PDF - da steht dann auch, wie man sich seinen Film herstellt.

Um im guten alten Europa zu bleiben, lohnt vielleicht auch ein Blick nach UK: z.B. PhotoCentric und StampsDirect.

Wenn man sowieso gerne bastelt und kreativiert, dann dürfte das Verfahren mit Photopolymer sogar eine nette Herausforderung sein, was denkt Ihr?

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