November 2, 2009

Lippenpomade, sehr fein.


Das Wochenende über habe ich wieder einmal in den geretteten Archiven meiner zwei alten Blogs gepuhlt, um zu sehen, ob ich nicht noch mehr alte Posts wiederbeleben kann. Der erste Blog, den ich hatte, war bei einem Host, der 2002 an den Start gegangen und dessen Produkt im Frühjahr 2003 entsprechend unausgereift und fehlerbehaftet war. Eins der grösseren Probleme war, dass mein Blog dort einmal komplett gelöscht und nur halb wieder hergestellt wurde. Das zweitgrösste Problem war, dass die später eingeführten Backupdownloads mehr Download als echter Backup waren. Seitdem puzzle ich also Blogposts und Bilder zusammen, wobei dazugehörige Bilder nur mühsam durch Abgleichen von Dateinamen gefunden werden können, denn sie waren nie Teil des Backups (gut also, dass ich immer Kopien aller Blogbilder auf meiner lokalen Maschine habe).

Und dabei erinnerte ich mich, dass eine meiner ersten kreativen Bloglektüren notmartha war. Damals noch auf einer anderen Domain, eine der wenigen unabhängigen Anlaufstellen für gute Tips und gute Schreibe, kurzum eine wahre Freude, regelmässig auf ihre Beiträge zu verweisen. 2004 schrieb notmartha einen Beitrag über DIY Fettstifte. Der ist seitdem oft weitergegeben worden, aber ihr Beitrag ist immer noch mein Favorit. Seither habe ich also immer wieder eine eigene Lippenpflege gemacht, immer zur kalten Jahreszeit.




In der Apotheke wird Bienenwachs, die Hauptzutat, in sehr kleinen Portionen abgegeben, was praktisch ist, wenn man nicht plant, gleich die ganze Nachbarschaft mit Lippenpomade zu versorgen. 10g genügen bereits - die Pomade soll ja auch nicht ranzig werden. Ansonsten kommt in meine Pomade nicht viel mehr hinein; statt reines Vitamin E (dient der Verlängerung der Haltbarkeit der Fette) kommt Nachtkerzenöl mit Vitamin E hinein, denn Nachtkerzenöl hat gute Fettsäuren (3 Kapseln aus der Drogeriepackung). Wenn ich aus Israel gutes Olivenöl mitgebracht habe, verwende ich das (d.h. auf 10g Bienenwachs 3 EL gutes Öl), und vom Imker meines Vertrauens kommt ein würziger Tannenhonig, vom dem noch ein knapper Teelöffel dazu kommt. Aromen und Geschmacksstoffe schätze ich in meiner Lippenpflege nicht besonders, bis auf das dezente Honigaroma, das ja dann schon drin ist.

Die Menge, die dabei entsteht, passt in vier kleine Tiegelchen (z.B. Pröbchendosen) oder drei gut befüllte Slider (das sind diese hier). Die werden dann gut auf Taschen und Arbeitstisch verteilt. Für die aktuelle Portion habe ich ein Döschen von S.I.C. pastilles mental gefüllt; zugegeben etwas waghalsig, wenn auch letztendlich schön anzuschauen. Da die Kanten der Dose nur zusammengebogen sind, lief das flüssige Fett erstmal wieder aus. Mit ein paar Tricks hielt es dann aber. Versteht sich aber von selbst, dass diese Dose nicht in warme Taschen kommt.

Apothekenalternative: eigentlich kaufe ich gerne im Spinnrad ein (genau, kennen wir noch von der Hobbythek! Und überhaupt, dank Hobbythek habe ich meine ersten Versuche im Kosmetikselbermachen unternommen, noch bevor es das Internet gab.), was noch praktischer geworden ist, seitdem es einen Onlineshop gibt - 2004 gab es ihn noch nicht. In Hannover zum Beispiel gab es eine Filiale in der Innenstadt, die nun aber auf die Lister Meile gezogen ist - sehr praktisch. Für Lippenpomade nützen Spinnradportionen allerdings nur, wenn man regelmässig welche macht und Vorrat halten kann, oder wenn man gleich viel auf einmal zu machen hat.





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