February 28, 2009
Etsy: Informationen für Verkäufer in Steno.
Die letzten und häuftigsten Suchanfragen:
"Kreditkarte auf Etsy sicher?",
"etsy verkäufer steuern gewerbe"
"Verkaufen auf Etsy steuerfrei?" und
"Etsy auch ohne Kreditkarte?".
1. Etsy ist ein Marktplatz, auf dem man Handgemachtes aus eigener Produktion kaufen und verkaufen kann.
2. Etsy ist offen für alle, die Punkt #1. erfüllen.
3. Das Eröffnen eines Shops auf Etsy kostet nichts, Produkt einstellen kostet $0.20 pro Produkt, wenn es sich verkauft, bekommt Etsy nochmal 3.5% Provision vom Produktpreis (s. auch hier).
4. In Bezug auf Deutschland: wer Produkte mit Gewinn verkauft, muss auch Steuern zahlen. In anderen Worten: Etsy wird Euch nicht ums Steuernzahlen herumschleusen. Oder um die Verpackungssteuer. Oder ums Buchhalten. Und einfach nicht innerhalb Deutschlands zu verschicken, ist eine ganz dumme Idee.
5. Ihr braucht eine Kreditkarte oder VisaElectron, wenn Ihr einen Shop eröffnen wollt, und die Kartendaten sind natürlich sicher dort.
6. Etsy ist zwar international und fängt gerade an, international Geschäftspartner zu suchen, aber die "Haussprache" ist Englisch. Es überlege sich also jeder gut, ob es mit dem Englischen klappen würde. Alle Regeln und Voraussetzungen sind auf Etsy hier hinterlegt.
Und ganz generell: egal, wo Ihr mitzumachen gedenkt, ob DaWanda, Etsy, ShopWindoz usw. -- sobald Ihr etwas verkauft, seid Ihr auch verpflichtet, Steuern zu zahlen. Punkt.
February 27, 2009
Handgemachtes im Faust in Hannover
Sonntag, 1. März 2009
11-17 Uhr
Kulturzentrum Faust e.V. / 60er-Jahre-Halle
Eintritt ist frei
(Ausstellende zahlen eine Standgebühr von 5€)

Wer noch nie da war oder/und gerne mitmachen möchte, hier die nötigen Infos vom Faust herüberkopiert:
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Informationen für Ausstellerinnen und Aussteller
Wir suchen handwerkende und kunstschaffende Menschen!
Ihr könnt Euch per Mail, telefonisch oder mit Abgabe des Flyers im Faust-Büro anmelden.
Hierzu brauchen wir folgende Angaben:
Euren vollen Namen, eine Telefonnummer und, wenn vorhanden, eure Email-Adresse. Außerdem eine kurze Beschreibung und Fotos der Sachen, die Ihr verkaufen wollt. Wir wählen die Aussteller dann aus und melden uns bei Euch.
- Standgebühr: nur 5,- Euro pro Meter
- Tische können gratis geliehen werden
- Stromanschluß ist vorhanden und kann nach Absprache genutzt werden.
- Aufbau: 10-11 Uhr
- Verkaufspreise zwischen einem und nicht so vielen Euro!
Auf dem Freigelände Faust findet übrigens recht zeitgleich, nämlich von 12 bis 18 Uhr, der Stöber-Sonntag statt. Trödeln, tauschen, Sammler treffen, Klönschnack halten usw. usf.
Indie Publishing, once more
"(...) the advantage of being or working with indie publishers is that the original artwork doesn't run through "suitability" filters in order to finetune them with expectations of a mass market, even though indie publishers probably need to calculate their money much harder than large publishing houses. But they can reserve for themselves this freedom of tapping niche markets whose customers want exactly this: independent, non-mainstreamed and polished literature or artwork."
Ich übersetze mich selbst:
"Der Vorteil, unabhängiger Verleger zu sein oder mit unabhängigen Verlegern zusammenzuarbeiten, liegt darin, dass die Arbeit nicht erst feinschlifftechnisch durch "Tauglichkeitsfilter" muss, um sie den Erwartungen eines Massenmarktes gerecht zu machen. Sicherlich müssen gerade unabhängige Verleger ihr Geldsäckel stärker zusammenhalten als grosse Verlagshäuser - aber sie können sich im Unterschied dazu die Freiheit herausnehmen, noch genauer auf Nischenmärkte einzugehen, deren Kunden genau dies wollen: nicht-massentaugliche, hochglanzpolierte Literatur oder Kunst."
Einen guten Beitrag aus der Sicht des Marketing kommt nun von David Meerman Scott. Wer Meerman Scotts "New Rules of Marketing and PR" kennt, liest sicher auch seinen Blog WebInk Now. Und weiss vielleicht daher auch, dass es Anfang März soweit ist und "World Wide Rave" auf den Markt kommen wird.
Meerman Scott definiert den zentralen Begriff -World Wide Rave- so:
(Ein World Wide Rave ist, wenn Leute auf der ganzen Welt über dich, dein Produkt, dein Unternehmen und deine Produkte sprechen - ganz gleich, ob du in San Francisco, Dubai oder Reikjavík bist. Wenn Communities auf der ganzen Welt begeistert auf Deine Webinhalte verlinken; wenn Mundpropaganda im Netz Käufer an deine virtuelle Türschwelle bringt, und wenn haufenweise Fans deine Webseite und deinen Blog aus freien Stücken besuchen, weil sie wirklich an dir interessiert sind.)
"A World Wide Rave is when people around the world are talking about you, your company, and your products-whether you're located in San Francisco, Dubai, or Reykjavík. It's when global communities eagerly link to your stuff on the Web. It's when online buzz drives buyers to your virtual doorstep. And it's when tons of fans visit your Web site and your blog because they genuinely want to be there."
Ein Praxisbeispiel hiefür hat Meerman Scott Ende Januar gepostet, nämlich das der Autorin Lisa Genova, die sich aufmachte und ihr Buch "Still Alice" selbst publizierte, weil sie aus der konventionellen Verlagswelt nur Absagen bekam; wie sie die Vermarktung richtig anpackte und ihr Buch so zu einem Bestseller machte.
Ich bin gespannt auf World Wide Rave!
Etsy mini trend: landscapes on jewellery
I recently stumbled across the sweet village-on-a-bracelet accessoire by Sashetta, an Israeli fiber artist. This reminded me of a little trend that's still going on in indie world: silhouettes on rings, and specifically silhouettes laser-cut from resin or acryllic material.
So here are my favourite picks from Etsy world:
And these are the direct links to the items:
February 26, 2009
"Where the human hand is preferred over the industrial process"
"I think we can agree that we have reached a challenging moment in our collective global history. And craft, with its changeable, slippery identity is, as usual, a good barometer of current anxieties, hopes and confusions about modernity and our place in a world over which we apparently have little control.
[...]
To summarise crudely: today more of us are consumers than producers. Currently, production is fast becoming something that happens elsewhere-particularly in China, as any visit to Wallmart will make clear. Communication between designer and manufacturer is now taking place over continents electronically. There is little thought of educating consumers in the standards of so-called good design. Rather, design is consumer-led. And it often emphasised that we are creative consumers, not the dupes of Vance Packard's doom-saying classic The Hidden Persuaders .Artists, designers and craftspeople are consumers too -thus we encounter plenty of work where they operates as consumers in order to produce -finding and adapting stuff with a narrative charge. Linked to this is a loss of interest in the kind of originality previously central to the idea of progressive art and design. Copying, remaking, reconstituting, replicating now seems central to the visual arts and to other areas like popular music -where the new heroes are not musicians but D.J.s who mix and collage existing material.
This in turn relates to an existential problem -why design or make art or craft at all in such a full world? Sometimes it seems that existing objects have taken over -and have a life of their own. And craft in particular can no longer set itself up as the antithesis of soulless mass production * as perhaps it could up until the 1960s and 1970s. Here in the first world we now have unprecedented variety and choice in consumer goods. Soon, we are told, we will able to customise products individually as owners of computer aided making prototyping and milling machines."
"The Prince Claus Fund Journal" hatte sich mit der Ausgabe 10a bereits im Dezember 2003 dem Thema gewidmet; die Ausgabe liegt als PDF vor und ist ebenfalls sehr lesenswert.
Zusammen mit der Premsela Foundation sollte eine gleichnamige Ausstellung, "The Future is Handmade" organisiert werden, die aber offensichtlich immer noch aussteht.
Tanya Harrod hatte 1999 "The Crafts in Britain in the Twentieth Century" herausgegeben. Zusammen mit Glenn Adamson (V&A Museum) und Edward Cooke jr. (Yale University) publiziert die Kunsthistorikerin ausserdem "The Journal of Modern Craft".
Für The Spectator scrieb sie 2005 übrigens den sehr scharfsinnigen Artikel "Subversive Needles", in dem sie zu Recht anmerkte, dass der gegenwärtige Strickhype des 21. Jahrhunderts nicht mehr dem Endprodukt gilt wie etwa noch während des letzten Strickbooms in den 1980ern, sondern zum künstlerischen Performanceact wird, Subversion inklusive:
"Knitting can be subversive. That Cast Off’s knitting invasion of Tate Modern did not go down particularly well reminds us that back in the 1970s nothing annoyed unreconstructed male art critics more than the use of domestic skills like knitting, along with crochet and embroidery, to disrupt the categories of high and low art and the distinction between amateur and professional artist."
February 25, 2009
Lior Schleien und die Antisemiten.

... bis es geklickt hat.
Und dazu kann ich nur sagen, wer mehr als eine Sprache spricht, ist klar im Vorteil. Hätte die Person wenigstens mal auf Englisch gegoogelt, hätte sie sogar den Videoclip zur letzten "OMGdiesebösenbösenJuden!"-Schreierei gefunden, der auf YouTube gepostet wurde; die dümmste Version davon natürlich mit eindeutigen Absichten und mit katastrophal aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzten Untertiteln (nicht etwa aus dem hebräischen Orginaltext, denn Hebräisch kann wieder keiner).
Die Clipversion ohne Untertitel oben ist bewusst gewählt, denn hier haben sich noch nicht alle Antisemiten und Fanatiker eingefunden, und der Clip ist nicht bereits auf einschlägigen Naziforen eingebunden (um den Clip mit den schlechten Untertiteln zu finden, einfach diese Liste anschauen).
Was war also geschehen? Lior Schleien (nicht "Yair", und auch nicht "Shlein" oder "Schleim") ist so etwas wie der Harald Schmidt des israelischen Fernsehens. Oder der Letterman. Wie auch immer. Seine Late Night Show läuft auf Channel10, einem israelischen Privatsender, und das, worüber sich nun alle echauffieren bis zum Sankt-Nimmerlein-Tag ist eine kleine Satire, die Schleien quasi als Response auf den Holocaustleugner Williamson zusammengestellt hat. Und quasi so wie andere Satiren bei Lettermann, Pocher, Saturday Night Live und Co. hat auch das kreative Team bei Schleien arg drauf gehauen.
Die Story geht in etwa so: Maria ist nicht vom lieben Gott geschwängert worden, sondern mit 15 von Johannes. Und Jesus ist nicht wirklich übers Wasser gegangen, sondern er schwamm oben auf ob seiner Adipositas.
Mal ehrlich. Wer hier nicht kapiert, dass die hirnlosen Phantastereien von Williamson hier mit gleicher Logik und Münze heimgezahlt werden, hat wirklich nichts verstanden. Vielleicht ja auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn schlechte Übersetzungen reissen die Satire nämlich geschickt aus ihrem Kontext, um sie wiederum für antisemitische Hetze zu verwursten.
Natürlich regen sich jetzt alle auf und tun höchst moralisch, denn... genau. Eigentlich geht es nicht um Moral und Respekt, sondern darum, wieder mal einen klasse Grund zu haben, auf Juden zu pöbeln. Weil es so gut passt. Weil der Zweck die Mittel nach wie vor heiligt. Denn wenn die Satire im eigenen Vorgarten stattfindet, ist ganz schnell Schluss mit lustig.
Vergessen die Mohammed-Karikaturen, von denen es im christlichen Europa noch hiess, sie seien halt lustig und die Moslems sollen sich mal nicht so aufregen. Aber keiner rühre Jesus und Maria an.
Auffällig: bei Raab, Elton und Co. gibt es bescheuertere und weitaus niveaulosere "Comedy", oft mit derben Seitenhieben, und sehr oft einfach nur pietätlos (von der antisemitischen "Satire" auf islamischen Sendern, die sich nicht nur an Erwachsene richtet, sondern auch Kinder brainwasht, mal ganz abgesehen). Und dann vergessen wir bitte nicht, dass das "Leben des Brian" nach wie vor als Kult gehandelt wird. Aber da der Film ja nicht von Juden sondern von der lustigen Monty Python-Truppe gemacht wurde, ist der Jesus-Pun ja legitim. Und wer regt sich über die Commedians im deutschen Spassfernsehen auf? Genau. Keiner. Denn die sind Kult. Die sind "von uns". Die sind.... eben. Die sind keine Juden.
Schämt euch für eure miese Heuchelei.
P.S. Kurzer Artikel auf Yediot Achronot.
Louis Sagar kuschelt mit Etsy
Diese Minuten tickert ein neuer Blogbeitrag auf Etsy durch die Feeds, in dem die neueste Marketingmassnahme von Etsy vorgestellt wird. Demnach und mit tatkräftiger Unterstützung von Lou Sagar soll es demnächst auf Etsy mehr thematisch orientierten Content geben. Soll heissen, es soll Themen geben (z.B. Fontpage jahreszeitlich und nach Feiertagen zurecht gemacht etc.), mehr Merchandising, Produktplatzierung und Schaffen von Kaufanreizen. Ganz kurz: Umsatz, Umsatz, Umsatz!
Etsys Formel:
"As we introduce merchandising themes, you can expect to see revisions and updates across all areas of the site including Gift Guides, blog articles, thematic banners and new work from our video team.Mit einer eher kläglichen Historie von angekündigt-dann-doch-verschobenen Marketingaktionen, von Showcase-Werbeblöcken, die noch nie reibungslos gelaufen sind, sowie von saisonalen Marketingaktionen, die immer auf den letzten Drücker gestartet wurden, wird diese neue Strategie wohl einiges an Nerven kosten.
Our plan is to communicate upcoming merchandising themes in advance each month. If you are designing new handmade items that fit well into our thematic calendar, we encourage you to make and list them as we introduce upcoming themes in advance. Tagging relevant items with appropriate themed tags is a great way to get on board with our merchandising efforts. (...) We are following what shoppers are looking for (on Etsy and in the retail world at large) and we want to share those insights with you."
Was aber viel interessanter ist: all die Leute, die in letzter Zeit hinter den Kulissen ihren Platz auf Schlüsselpositionen einnehmen. Louis Sagar ist übrigens mehr als nur irgendein "consultant" und innenarchitektonischer Visionär, wie es der Etsy-Artikel so schön vorlullt. Er ist der CEO von Auction Floor.
Nachtrag, 27.2.: wir wurden von Lou Sagar persönlich darauf hingewiesen, dass er zwar einer der neu ernannten Directors ist, aber nicht mehr der Chef von Auction Floor. Die firmeneigene Webseite und die letzten Pressemitteilungen sagen aber das Gegenteil.
Vielleicht einigen wir uns derweil darauf: Etsy hat es leider nicht geschafft, Philippe Starck an Board zu holen (siehe auch hier), denn der ist schon bei mydeco.
So... anyone sensing the continuation of a trend here now?
Etsy veröffentlicht InternationalSellerSurvey-Ergebnisse
Da ja alles auf Etsy einzusehen ist, werden wir die Grafiken hier nicht mühevoll reproduzieren. Ein paar Highlights:
- Europa liegt mit 28.0% auf Platz 1 der nicht-US-Verkäufer; dahinter kommt Kanada mit 25.9%, UK mit 17.6% (wo man Irland hingesteckt hat, ist leider nicht ersichtlich...).
- 41% der nicht-US-Käufer sprechen ausser Englisch Französisch (besonders wegen Kanada!), dahinter kommt Deutsch mit 20%
- In Bezug auf das Vermarkten des eigenen Etsyshops im Web soll Facebook angeblich das beliebteste Marketingtool sein, Platz 2 belegt das eigene Weblog, Platz 3 Twitter. Verglichen mit den Multiple-Choice-Optionen, die sich die Surveyarchitektin aber ausgesucht hatte, überraschen diese Ergebnisse nicht wirklich (d.h. vermeintlicher Zwang, irgendwas ankreuzen zu müssen, bekannte Namen vs. absolut unpopulärer SocialNetworking-Sites...).
Interessanterweise überraschen diese Ergebnisse nun so überhaupt nicht; sie spiegeln die Sorgen und Wünsche der nicht-US-Verkäufer sehr gut wieder, und zwar so, wie sie seit Jahren in den Foren diskutiert, gefordert und durchgekaut werden. Aber offensichtlich bedurfte es erst einer Umfrage, sozusagen der Einstand der neu angeheuerten Director of International Business Development, damit nun offiziell etwas getan werden kann.
handmade marketplace: MadeItMyself

Ab jetzt nur noch mashups -- so scheint es jedenfalls beim Betrachten der letzten Neuzugänge auf Markplätzen für Handgemachtes und Craft Communities.
MadeItMyself wäre da so ein Kandidat. Zur Zeit noch in beta, sieht dieser Marktplatz aus wie ein furchtbares mashup aus Indiepublic, CraftCommunity-CMS und... Etsy. Die mit Werbung vollgestopften Seitenpanels sind aus dem Crafty Web übernommen, die Mitte ist nicht nur in ihrer Struktur so ziemlich komplett von Etsy abgeschaut, sondern auch noch im Design einzelner Module so überhaupt nicht originell. Auch beim Blick ins Forum lässt Etsy grüssen.
Die Nutzung des Marktplatzes ist sowohl für Käufer als auch für Verkäufer kostenlos, solange die beta läuft. Danach soll es Einstellgebühren geben ($0.10/$0.15/$0.20 für 1 bis 3 Monate) sowie generell eine Verkaufsprovision an MadeItMyself von 3% pro verkauftem Artikel.
Auf der Seite selber hält man sich in Bezug auf die Macher der Seite eher bedeckt, aber zum Glück lässt sich ja alles im Web einsammeln. Im September 2008 gab es eine Pressemitteilung über den Launch von MadeItMyself. Hinter diesem Projekt steht Oznola, in Kalifornien ansässig, und laut Produktinformationen spezialisiert auf Produkte für "business promotion". Angeblich wurde die Idee zu einer Plattform zum Kaufen und Verkaufen von Handgemachtem schon 2000 geboren, aber man hat dann doch noch ganze acht Jahre gebraucht, um MadeItMyself zu starten -- als der Markt schon recht gesättigt war.
Es scheint ein wenig so, als wäre Etsy in keiner Beziehung mehr zu toppen, denn wenn ich mir all die Markplätze anschaue, die im Web herumschwirren, so gibt es höchstens noch mit DaWanda, ShopWindoz und Supermarket ein paar unkonventionelle Konzepte, designtechnisch, die sich vom Marktplatzgewirr abheben und dabei noch komplett funktionieren. Alles andere ist entweder an irgendeinem Ende noch nicht in Betrieb oder generiert endlos Datenbankfehler, oder aber ist eine billige Kopie von bereits vorhandenen Konzepten. Mag man angesichts der Fülle von Kreativen und Designern wirklich nicht denken.
Fazit: interessante Sache, aber nicht ausgereift; die Macher scheinen viele Ideen zu haben, aber nicht gerade gesegnet zu sein mit kompetenter Umsetzung und guter Produktentwicklung.
Crafts go social networking: CraftJuice
When your craft doesn't sell on the web, then go and have others rate it (hint: it's not about feedback, it's about marketing).

CraftJuice ist eine Community, auf der Craftistas ihre Werke präsentieren und von anderen bewerten lassen können:
"Craft Juice is a social site in which any crafter can submit, vote and comment on crafts...Und wie so vieles ist auch diese Seite als ein "super marketing tool" für Etsyshops entdeckt worden, und so kommt es, dass -dank gegenseitig zugeschusterten Bewertungen- die Toplisten eher aussehen wie kostenlose Werbeplätze für Etsy.
What makes craft juice different is the fact that items on the home page are only rated by YOU the craftjuice community...
To reach the home page your submitted craft item will need at least 5 votes to become "popular", once popular your submitted item will only on drop down the list once something new become popular..."
Gestalterisch ist die Seite, die auf Pligg läuft, wenig aufregend; Google Ads an prominenter Stelle, grosse Bilder pro Post, die alles eher unübersichtlich machen, und dann ist da noch der eigentliche Sinn des Ganzen, der sich mir leider nicht so ganz erschliessen will. Diese Seite ist kein Spiegel aktueller Trends, sondern das Ergebnis von Leuten, die ihre eigenen Artikel bewerben - und somit sind natürlich auch die Statistiken wie "Top Crafts", "Upcoming Crafts", sowie die Übersichten nach Jahr, Monat und Woche nicht gerade relevant.
Fazit: Wer mit CraftJuice Marketing betreiben will, weil der eigene Etsyshop mau läuft, sollte vielleicht doch lieber erstmal einen Basiskurs "Marketing im eCommerce" belegen. Zeit ist eben doch Geld.
February 22, 2009
Was steht denn dort cognac?
Die FAZ wartete vor zwei Tagen, pünktlich zum Hundertsten, mit einem Artikel von Jörg Thomann auf: "Der Lustige Onkel der Nation". Darin erfahren wir nicht wirklich viel Neues über Heinz Erhardt; vielleicht noch, dass anlässlich seines Jubiläums, das er ja leider verpasst, zwei neue Publikationen seiner Werke im Handel erschienen sind.
Und dann wäre da noch der Verweis auf die Finanzkrisenparallele, und es wird klar, dass wir wohl wirklich nichts mehr zu lachen haben, wenn die Spassmacher der Nation wirklich repräsentativ für die Lage derselbigen stünden.
Einen schönen Artikel hat der Stern veröffentlicht: "Der Schelm der Nation" von Dorit Koch geht biographisch in die Tiefe und hat Erhardts Lebensweg sympatisch nachgezeichnet.
Die Süddeutsche schreibt mit "Wirf alles von dir, was dich hemmt!" so etwas wie ein Hommage an Erhardt als "Pionier der Fernsehunterhaltung in Deutschland" und bietet drumherum mit Audiohäppchen und Zitat-Bild-Collagen Klick-Content.
Das Tagesgespräch auf WDR5 befasste sich vor zwei Tagen ebenfalls mit dem erhardtschen Humor und fragte, "Wie hat sich der deutsche Humor verändert?" (podcast). Im Spätprogramm gab es gestern nacht ein "Wiederhören zum 100. Geburtstag" - ein Potpourri der bekanntesten Klassiker und nett zu hören. Und wer es lieber visuell mag: rund zehn Erhardt-Klassiker gibt es in den kommenden Wochen im TV zu schauen.
Die ARD widmet Heinz Erhardt natürlich eine ganze Themenseite und liess die Zuschauer über das witzigste Erhardt-Video abstimmen. Über die "Show" mit "Deutschlands Comedy-Elite" sagen wir hier besser mal nichts; da nehmen sich Private und Öffentlich-Rechtliche mittlerweile gar nichts mehr.
Um auf den FAZ-Artikel zurückzukommen: "Kalorienreiche Scherzkekse" mit "Hartz-IV-Wanst" oder "waschechter Wohlstandsbauch"? Zum Glück habe ich die Wahl. Für Trost und Erbauung in diesen Zeiten wähle ich (nach wie vor) den Wohlstandsbauch-Spiesser mit Hirn.
February 21, 2009
Hobby goes social networking once more: HobbyThing
Ebenfalls nicht neu: eine Plattform, auf der sich Gleichgesinnte Hobbyisten einfinden, um ihre handgemachten Werke auszustellen, die der anderen zu begutachten, zu diskutieren und Informationen auszutauschen. Bekannt sind hier Craftster, GetCrafty, Deviant Art und Indiepublic im englischsprachigen Raum, sowie zum Beispiel Creadoo für den deutschsprachigen.
Und dennoch: es ist ja noch Platz auf dem Netz. UK legt nun nochmal nach - der Hype hat ja gerade erst begonnen- und startete HobbyThing.

In der Kategorie arts&crafts zum Beispiel können sich alle die versammeln, die handwerkeln, basteln, selbermachen, und dies diskutieren und ihre Werke ausstellen wollen.
Die Community funktioniert wie die von Ning (also z.B. Indiepublic); User erstellen ihre Accounts, haben diverse Tools zur Verfügung, um Inhalte zu generieren und einzustellen. YouTube, Amazon, delicious und flickr können zum Beispiel modular eingebunden werden - irgendwie ist jeder zweite Link ein Klick auf eine kommerzielle Seite.
Fazit: When you craft doesn't sell, you can still go and exhibit it on the web.
February 18, 2009
Die Post bastelt wieder an den Preisen
Ich habe sie verpasst, stimmt's?
Wahnsinn, die neuen Preise. Ganz so, als hätte die Post gemerkt, dass mehr Poststücke der mittelschweren und mittelsperrigen Art ins internationale und europäische Ausland verfrachtet werden. Die vorige Erhöhung war ja schon eine Trickserei und optische Dreherei von Kategorien, Höchstgewichten und Massen, aber sie hat trotzdem noch einmal stattgefunden. Und wieder ist eine Gewichtsklasse in der internationalen Sparte ersatzlos gestrichen worden, und wieder ist damit internationale Post um glatte 2 Euro teurer geworden. Wahnsinn.
Damit es ein wenig durchschaubarer wird, wo sich Preise geändert haben und wie, hier ganz übersichtlich:
Im Klartext heisst das für europäische und internationale Briefe über 50g:

P.S. Die Karte zum Heraustrennen vom letzten Jahr sah übrigens so aus:
February 16, 2009
nuggage in da luggage*

Denn im Gegensatz zu den artigen Leuten von Gizmodo und BoingBoing (natürlich haben die's wieder mal zuerst gefunden) weiss man bei chip.de offensichtlich auch nicht einmal, was Etsy ist. Und anders liesse sich nicht erklären, warum es für Evening Arwen, von der dieses Trekkie-Korset nämlich ist, kein bisschen link love gibt.
Aber hey... für ein paar blöde Sprüche reicht's ja anscheinend immer. Siehe auch Titel.
*nicht auf unserem Mist gewachsen; wir haben brav die via-Links besucht. Der hier hat's gesagt.
February 15, 2009
Creative consumerism: Starbucks's way.
The idea behind this recent campaign is surely noble and great (though not novel, but no one actually claimed that), and the clip is visually incredibly appealing (hint to German Djihadist-wannabes: this is how you'll want to play real stunning tricks with letters [@ 0:26]).
Just... @[0:46] is a pun, right? I mean, seriously now. It's a pun, right?
This said, it'll surely add up, and great for those who can be helped a bit. But please don't make it a reason to plant yet more Starbucks branches around the world. Please don't.
chimpWHO?
or, Gib dem Affen Zucker
or, Wer ist eigentlich Käpt'n Helmchen?
Auch wir sind ein wenig clueless darüber, was chi.mp eigentlich wirklich wollen. Und die komischen Profilbild-Vita-

Nicht das unter-einem-Dach-haben unserer oft weit gestreuten Onlineidentität ist das Problem, sondern wieviel wir bereit sind, vom wahren Ich ins Web zu stellen. Ob das nun alles auf einer Plattform gehortet wird oder an tausend Ecken verstreut herumliegt -- einfacher wird's sicherlich für Dritte, die mit unseren Daten noch ganz andere Pläne haben (könnten).
February 13, 2009
Märkte & Termine: 2. höfischer Kunst- und Designmarkt in Leipzig

In Gedanken ist's hier schon Sommer, denn es kommen mehr und mehr Craftista- und Design-Markttermine für die warme Jahreszeit hereingeschneit.
Wie wäre es also mit einem Abstecher ins schöne Leipzig im August? Denn dann findet in den Grafischen Höfen der 2. höfische Kunst- und Designmarkt statt.
Im letzten Jahr hatten die beiden Designerinnen von Daschendiecher, deren Kreationen bereits in diesem Khend-meyd Holidays-Beitrag zu bewundern waren, den ersten Markt im Grafischen Hof veranstaltet, und das mit viel Erfolg.
Nun folgt in diesem Jahr am 9. August der zweite Kunst- und Designmarkt, mit hoffentlich genau soviel Erfolg und Spass -- und hier kommen Designer, Craftistas und Künstler ins Spiel! Noch bis zum 26. April 2009 kann man sich bei Jana Kapitza und Jenny Rosenberg von Daschendiecher für einen Stand anmelden! Interessierte Kreative und Designer können sich auf der Daschendiecher-Homepage den Teilnahmebogen herunterladen und die Teilnahmeedingungen durchlesen.
In Kürze:
WAS: 2. höfischer kunst- und designmarkt
WANN: 9. August 2009, 11.00 - 19.00 Uhr
WO: Im Grafischen Hof, Hans-Poeche-Str. 2, 04103 Leipzig
Standkosten für 2x2m: 25€, jeder weitere Meter 15€.
Bei Gemeinschaftsständen wird pro Teilnehmer ein Frontmeter berechnet.
Teilnahmeunterlagen kann man hier lesen und als PDF herunterladen.
Anmeldeschluss ist der 26. April 2009.
Logo mit freundlicher Genehmigung von Jenny Rosenberg
Auf dem Lesestapel: Kreativ, und davon leben.

Ich hatte schon im Post über "Craft Inc." gesagt, dass der deutschsprachige Buchmarkt nicht einen einzigen sinnvollen und ansprechenden Buchtitel zum Thema aufweist. Und auch nach der Lektüre von Daniel Lindners "Kreativ und davon leben" bleibe ich dabei.
Lindners Buch fand ich durch eine Suche im Onlinebuchhandel, und ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, in der Besprechung von "Craft Inc." so schweres Geschütz aufgefahren zu haben, ohne etwas von Lindners Buch wissen. Nachdem ich es nun aber bestellt und gelesen habe, bin ich beruhigt.
David Lindner ist Künstler. Er hat einen eigenen Verlag gegründet, die kurze Bio auf der Buchinnenseite nennt ihn einen Bestsellerautoren, er praktiziert ausserdem Feng-Shui und schamanische Heilarbeit. "Kreativ und davon leben" ist 2004 zum ersten Mal erschienen, die zweite Version (TB) kam 2008 auf den Markt; ich beziehe mich auf die zweite Version.
Ich frage mich oft, wie es sein kann, dass so viele "Künstler" und "Kreative" über ihren ausbleibenden Erfolg jammern. Ist die Welt so schlecht und ignorant? Nicht wirklich; es gilt "Input = Output", oder harscher: "crap in, crap out". Oft ist es bislang so gewesen, dass eine gezielte Nachfrage ergeben hat, dass sie zwar Ahnung von ihrem künstlerischen Metier hatten (manchmal aber auch nicht), aber in Hinsicht auf den unternehmerischen Teil ihrer Aufgabe schlichtweg keinen blassen Schimmer besassen. Schlimmer noch - die Naivität, mit ein paar guten Dingen schon irgendwann das richtige Publikum finden zu werden, denn "Business" sei ja für die, die den 9to5-Job-Weg gewählt hatten, ist umwerfend. So kann's nicht gehen.
Nun kann man sein Projekt zur künstlerischen Selbständigkeit auf viele unterschiedliche Wege angehen. David Lindner hat sich mit seiner Hilfestellung für einen durchweg esotherisch durchzogenen Weg entschieden. Vor die Organisation und den unternehmerischen Pflichtteil stellt er Selbstfindung und Harmonie, Auslotung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse und Möglichkeiten, diese irgendwann auch gewinnbringend umzusetzen. Die Sinngebung und das Friedenfinden steht aber über allem, und damit beschäftigen sich denn auch die ersten Kapitel des Buches. Dagegen ist nichts zu sagen - wem's hilft, sich Klarheit über seine Ziele und Möglichkeiten zu verschaffen, und wer kühle Planung scheut, dem ist ja so schon einmal sehr geholfen.
In Bezug auf den unternehmerischen Pflichtteil frage ich mich aber, wo der Autor die letzten vier Jahre verbracht hat? Nicht in der Nähe des Internets jedenfalls, und nicht am Puls der Zeit. Wie kann man ernsthaft die Anschaffung von Titeln zu Marketing und PR empfehlen, die längst nicht mehr aufgelegt werden? Und: mit der Empfehlung von Titeln, die Marketing und PR als ein Leichtes suggerieren (Stichwort: Textbausteine für professionelle Korrespondenzen), kann schon was nicht stimmen. In der Regel sehen die Endprodukte dann auch so aus und landen beim Empfänger in der vertikalen Ablage. Die sechs Titel auf der "Antiquariats"-Liste sind mir alle bekannt, und empfehlen würde ich davon keinen einzigen.
Die Liste der erhältlichen Bücher bedient mit sieben Titeln die Themen Selbstmotivation, Zeitmanagement und Sinnfindung und hakt in fünf Titeln Inkassoforderungen, Direktmarketing und Erfolg ohne viel Anstrengung (kein Titel von Sascha Lobo ;) ) ab.
Für eine weiterführende Literaturliste fehlt hier etwas Struktur, einschlägige Fachtitel fehlen leider, und insgesamt hätte diese Auflistung ausführlicher sein können.
In einer Neuauflage von 2008, die sich an Kreative aller Sparten richtet, sollte ausserdem mehr Bezug auf die Onlinemöglichkeiten genommen werden, die sich Kreativen bieten; sei es Fachblogs zu PR und Marketing, oder sonstigen Fachthemen, die wertvolle Informationen und Anregungen liefern, aber auch Internetseiten zum Verkauf, Austellen oder Vermitteln der eigenen Kreationen, sowie Plattformen zum Netzwerken und Synergienbilden. Nicht zuletzt auch deshalb darf ein Exkurs in die virtuelle Welt nicht fehlen, weil Marketing und PR eben nicht nur mehr offline, über den Postweg und das Telefax geschieht, und weil das Internet eben vieles erleichtert und Wege verkürzen hilft.
Wichtige Dinge wie Buchhaltung und steuerliche Pflichten sowie finanzielle Vorsorge und Corporate Identity werden kurz angerissen - kurz deshalb, weil auch bei vielen Wörtern fast kein wirklich informativer Gehalt in den respektiven Kapiteln steckt. Der Leser ist nach der Lektüre dieser Kapitel nicht viel schlauer als vorher, es sei denn, jemand hat sich wirklich noch nie im Leben Gedanken um Steuern, Versicherungen und Schriftstücke machen müssen. Menschen, die ein Unternehmen gründen, und sei es nur das kleine 1-Mensch-Projekt, brauchen Fakten, die auf dem aktuellsten Stand sind sowie prägnante weiterführende Informationen. Alles andere ist wirklich Zeitverschwendung und endet in noch mehr Recherchearbeit und Verwirrung. Und das, wo man sich in den ersten Kapiteln so ausgiebig der Selbstfindung gewidmet hat.
Weitere Kritikpunkte:
- URLs prüfen. Nichts ist nerviger als Tippfehler in Webadressen.
- Fussnoten - manchmal wirken sie Wunder (und manchmal sind sie auch einfach nur fair).
- Layout - mit einfachsten gestalterischen Tricks lässt sich optisch viel erreichen, ohne Druckkosten in die Höhe zu schrauben. Dafür gibt es Fachleute.
Zusammengefasst empfehle ich dieses Buch keinem, ausser Kritikern. Wer vorhat, sein künstlerisches Hobby zum Beruf zu machen, sollte sich eindecken mit einer Auswahl von Fachliteraturen zu den unterschiedlichen Themenbereichen und ein bis drei motivierenden Titeln vom angloamerikanischen Buchmarkt - denn der ist in Beziehung auf ansprechende, motivierende Titel nach wie vor führend. Natürlich sind die Kosten bei vier statt einem Buchtitel höher, aber gut gewählte Titel dienen später immer wieder als wertvolles Nachschlagewerk, das sich ausserdem ständig um weitere handschriftliche oder sonstwie gesammelte Informationen erweitern lässt.
David Lindner
Kreativ: und davon leben
Droemer/Knaur (2008)
isbn 3426873893
Und diesmal im Doppelpack eine "Kopie" einer Rezension, die ich gerade auf Amazon eingestellt habe (was das Lesevergnügen ja irgendwie komplizierter macht, auf der anderen Seite aber Rezensionen der oberen Art auf Amazon nie so richtig verstanden werden...):
Selbstmarketing geht anders. Selbstfindung könnte so klappen.
(1.0 von 5 Sternen )
Ich habe ihn leider auch mit diesem Titel nicht gefunden, den deutschsprachigen Beitrag zum aktuellen "crafty business"-Trend. Nicht, dass der Buchmarkt seit den späten 90ern-frühen 2000ern genug Zeit gehabt hätte. Nein, gute Handbücher, die sich dem Thema "Mach Dein kreatives Hobby zum Broterwerb!" widmen, gibt es auf dem deutschsprachigen Buchmarkt einfach noch nicht (siehe auch meine Empfehlung zu Craft Inc.: Turn Your Creative Hobby Into a Business ).
Wer sich als Kreative(r) in die Selbständigkeit wagen will, kommt an den einschlägigen Fachhandbüchern der Einzeldisziplinen Marketing, PR und Steuern nicht herum -- vor dem Hintergrund dieses Titels hier ist die Wahl dreier guter Bücher und die damit verbundenen höheren Kosten aber vorzuziehen. "Kreativ und davon leben" ist nicht zu empfehlen, wenn man gezielten Input zum Aufbau einer kreativen Existenz braucht; das Buch sei aber allen empfohlen, die so gar nicht wissen, was sein soll, und die eher ein Problem damit haben, ihren persönlichen Weg im Leben zu beschreiten. Ob das Hobby nun Hobby bleiben soll, oder ob es zwecks Lebenserfüllung oder auch einfach nur an Mangel an Alternativen zur Einnahmequelle gemacht werden soll, ist zunächst ein Problem psychologischer Natur. Wer allerdings genau weiss, dass das kreative Hobby zum Broterwerb werden soll, und dann natürlich zu einem erfolgreichen, braucht keine Seelenstreichelei, sondern Fakten, Adressen, praxisrelevante Informationen.
Genau damit aber, mit der allzu "businessmässigen" Seite der Existenzgründung scheinen viele so ihre kleinen Problemchen zu haben. Es steckt auf den ersten Blick eben wenig Kreatives in Buchhaltung und Kundenaquise, vom Wissen über Rechtliches und Steuerliches, womöglich noch bei Streitfällen um Copyright und Patente. Aber es ist wichtig und gehört einfach dazu - natürlich kann man sich hier auch vieles schönreden und Zeit darauf verschwenden, keine Frage. Wer aber an eine kreative Selbständigkeit mit Verstand und Verantwortung heranschreitet, kümmert sich ohne Umschweife um diese unbequemen Themen.
Und gerade hier redet "Kreativ und davon leben" leider auch nur drumherum: dem Buch fehlt es neben layouttechnischer Struktur an weiterführenden Adressen, aktuellen Informationen (von der ersten Auflage 2004 bis zur zweiten 2008 wäre genug Zeit zur gründlichen Aktualisierung gewesen), geschweige denn vernünftigen Webadressen speziell für Kreative. Nirgendwo ist es mittlerweile leichter für Kreative, zu netzwerken und die eigenen Produkte auszustellen als im Internet. Dies wird leider vollkommen ignoriert, was aber wiederum Konsequenzen in der Selbstvermarktung mit sich bringt, denn der Autor ignoriert ebenfalls vollkommen, dass Marketing und PR eben nicht mehr nach den Regeln aus der Zeit vor der alten Economy Bubble funktionieren. Und das spiegelt sich letztendlich auch in den Literaturempfehlungen wieder, von denen eher vermutet werden muss, dass sie nur ein Querschnitt des persönlichen Bücherregals des Autoren sind. Keinesfalls sind sie ein Querschnitt aktueller, fachlich kompetenter und relevanter Titel des gegenwärtigen Buchmarktes.
Die Literaturliste führt wohl daher leider auch keine guten Fachtitel zu Steuer, Marketing oder PR, ein Addressenanhang fehlt komplett.
Für einige Passagen im Text würden sich übrigens Fussnoten anbieten, allein schon, um Quellen zu belegen.
Insgesamt ist dieser Titel enttäuschend, und Kreativen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen, ist er trotz des kleinen Preises nicht zu empfehlen. Denn Zeit ist Geld wert, und jede Minute, die Sie sich mit Literatur herumschlagen, die Ihnen fachlich nicht weiterhilft, ist verlorenes Geld.
February 12, 2009
2009 LOHAS Trends (US-Markt)
- Small Steps, Big Changes
Consumers are beginning to make long-term changes to their lifestyle in a trend that represents realistic and tangible steps rather than sporadic and short-lived initiatives. From walking to work or getting another hour of sleep for better health to recycling or turning down the thermostat for the environment --- sustainable, moderate, consistent and practical are the daily mantras of the Small Steps, Big Changes movement.- From Isolation to Affiliation
After a protracted housing boom which resulted in suburban sprawl, staggering commutes and isolated neighborhoods, consumers are seeking once again to reconnect with one another. From a resurgence in shared community living models, "the new communes", to a renewed interest in volunteerism, community gardens, YMCAs and other community centers, neighbors are looking for new (and old) ways to connect with other people.- Being Here. Now.
From multi-tasking and the never-ending pace of work to the technological "tools" that constantly catapult us to another place and time, there is a growing recognition that we are being robbed of the present moment. To escape this preoccupation with either the past or the future, consumers are embracing metaphysics, such as Eckhart Tolle’s "A New Earth" or "The Power of Now", and are expressing a growing interest in eco-tourism, slow cooking and experiential consumption in an effort to be in the moment.- LOHAS 360
The tipping point of the fusion between personal health and planetary sustainability has arrived. Now more than ever, the distinction between the two paradigms is blurred as consumers include their own personal health as a microcosm and reflection of the health of the planet. Increasingly, consumers' values are resonating with companies that are able to fuse both a personal and planetary perspective into their brand/company offerings.- Clean Sweep
Consumers are expressing a desire to eliminate anything toxic from their lives and seeking to control things that are within their sphere of influence --- their relationships, their lifestyles and their bodies. With increased concern about environmental factors, the phenomenon of detoxification as a way to improve personal health is also growing and manifesting in everything from non-toxic consumer electronics and household cleaning products to spa detox and air filtration systems.- Not So Alternative
From alternative fuels to alternative apparel, choices and options challenging the status quo across industries are being embraced. With the increased usage of alternative healthcare practices, physicians, insurers, employers, and consumers are embracing a more preventative approach to health. And as consumers continue to search for solutions to global warming, business and government will accelerate the navigation of environmental sustainability. Will the status quo ever be the same?- Root Causes
Rather than simply evaluating consequences or treating symptoms, consumers are beginning to ask not only "what" but "why?" From increased interest in a company's supply chain – where materials come from and how they’re made -- to a recognition that lifestyle, environmental factors, and issues related to vascular inflammation are the fundamental components of aging and disease, consumers are taking a closer and more informed look at the underlying causes of health and sustainability.- Beauty Shop
A new definition of "beauty" is emerging, reflecting the growing awareness that beauty comes from the inside – transparent and timeless. This new appreciation for all things authentic is translating across categories including vintage clothing, classic cars and historic renovations. For personal beauty, it is reflected in the new status symbol of naturally looking good at any age, without the aid of invasive procedures or plastic surgery.- Energy 2.0
Energy 2.0 reflects our emerging desire to conserve energy on both a personal and planetary level. Rather than squandering our energy, we realize that our bodies, like the planet, are not an inexhaustible resource. This planetary health is manifesting itself on topics ranging from climate change to land conservation to renewables. On a personal level, consumers are demanding consistent and sustained energy for themselves. They are dissatisfied with the high/low spikes, but interested instead in healthier alternatives to caffeine and sugar.- Heirlooms
In all areas of consumption, consumers are choosing to buy less to buy better. This trend reflects a desire for products with greater meaning, and given the economic downturn, is expected to continue to grow across categories. Now more than ever, products that reflect a rich or unique brand story are perceived to be more valuable – from an evolving desire for heirloom, artisanal and varietal foods to treasures found on eBay, it reflects our desire for history, for legends, and for legacies.
Dem anzufügen wäre da noch eine Liste mit Top 10 Consumer Trends für 2009, herausgegeben von Euromonitor. Für die ganze Lektüre bitte hinüberklicken. Einige interessante Punkte (Heraushebungen von mir, kursiv sind meine Kommentare dazu):
- Uber-cocooning
Ha. Cocooning is back. Das letzte mal habe ich davon in den 90ern gehört."As we fret about what is happening in the wider world, people's natural instinct is to cocoon themselves away," says designer and trend spotter Mark Garside. "Homely details [inspired by the natural world] are creeping into every aspect of design.” The new do-it-at-home culture will thrive.
- Thrift meets green
Add to that the "upcycling" buzzword, which has been around in indie-world for some time already..."This crossover [of thrift and going green, sic] is leading to interesting new consumer activity driving the mushrooming of swapping and recycling sites that help put mismatched presents and receivers out of their misery and the proliferation of home exchange websites."
- New shopping aesthetic: Value redefined as quality
"Popular international consumer rating site, Qype, stands for quality not hype. This revival of consumer interest in lasting quality replaces the “little and often” approach of recent years."
Though re: Qype. If this means quality ratings and writings of consumers for consumers, then please note that user-generated content on Qype is tragically on the decline since the introduction of yummy incentives (also compare to these statements). People go there to hunt points and win freebies by submitting meaningless one-liners (including a shocking lack of grammar and style) or to bash other users. It's hardly the fun it used to be a year ago.
February 11, 2009
Printmagazine ... und raus bist Du.
Und trotzdem; wo ehedem Zeitschriften mit eher leisen oder für die Öffentlichkeit nicht vernehmbaren Tönen vom Markt verschwanden, scheint es nun schick, sich mit dramatischen Tönen zu verabschieden.
Stefan Niggemeier nahm jüngst den Tonfall der Super Illu unter die Lupe, und ganz aktuell kann man bei DWDL den Brief von Burda-Vorstand Philip Welte an die Belegschaft nachlesen.
Es geht natürlich auch anders; leiser, enttäuschter.
Ganz besonders schlimm ist's sicherlich bei Publikationen, die sich grosser Beliebtheit erfreuten -- in Amerika sind in den letzten Wochen Domino (4 Jahre), Craft (2.5 Jahre, heute verkündet), Mary Engelbreit's Home Companion (13 Jahre) eingestellt worden. Es gibt Gerüchte über die Entlassung des ReadyMade-Teams, und Martha Stewart's Omnimedia hatte Blueprint bereits letztes Jahr eingestellt; der Blog zum Magazin -Bluelines- hielt noch bis zum Sommer durch.
Und um beim Thema Indie und Handmade zu bleiben - natürlich muss das nicht das Ende von Inspiration und News bedeuten, denn die Blogwelt bietet genug Ersatz und Augenschmaus. Und, besonders interessant für Craftistas, die ihr (Online-) Geschäft bewerben wollen: zumindest alle amerikanischen Designspotting-, Interiordesign- und Handmadespotting-Blogs bieten Werbeplätze zu teilweise günstigen Konditionen speziell und ausschliesslich für Designer und Craftistas an, und es ist vergleichsweise viel einfacher, dort auch einmal ein Feature platziert zu bekommen. Hier eine Auswahl schöner Lektüren:
In Bezug auf Blogwerbung sieht es zumindest hier in Deutschland noch ein wenig anders aus; will heissen, auf den wenigsten Blogs sehe ich zum Beispiel Square Buttons (und Stichwort Project Wonderful), was entweder daran liegen mag, dass das Werben auf Blogs die Craftista-Szene hier noch nicht wirklich erreicht hat, oder eher an Dingen wie Steuern und Angst vor Abmahnungen scheitert.
In diesem Sinne also - positiv bleiben.
Frohes Schmökern und Augenschmausen!
Nachgeschoben: Zakka Sewing - Besprechung
-----------------------

"Zakka" kommt aus dem Japanischen und meint so viel wie "diverse nützliche Utensilien für den Haushalt" (im Englischen übersetzen es alle mit "miscellaneous household goods"). Aber "Zakka" ist eine ganze Philosophie; eine Lebenseinstellung, eine Passion, und damit sehr schwer in knappe, treffende Worte zu fassen.
Als "Zakka" gilt ein Gegenstand, wenn er eine gewisse Ästhetik aufweist, nützlich aber auch niedlich ist bzw. eine positive Gefühlsregung erregt, und wenn er das Leben um diesen gewissen kleinen Tick schöner und auch bequemer macht. All das ist Zakka. Wer übrigens beim Wortlaut irgendwie an "Sachen" denken muss, im Sinne von "Krimskrams" - könnte gar nicht so abwegig sein, denn im Japanischen gibt es viele deutsche und englische Lehnwörter. Soweit mir bekannt ist, hat dies bis jetzt aber noch niemand angemerkt.
Als in den frühen 2000ern die "handmade"-Welle in den USA begann, dauerte es nicht lange, bis jemand die schönen Handarbeitsbücher auf dem japanischen Markt entdeckte, die, obwohl mit einer sehr breiten Palette an Stilen, Techniken und Themen aufwartend, trotzdem alle mit einem ganz eigenen Flair daherkamen. Aus den vielzähligen "handmade zakka"-Büchern aus Japan schafften es denn einige Klassiker in amerikanische, und irgendwann auch in europäische Bücherregale, und so redet man nun im Westen, wenn es eigentlich um *handgemachte* Utensilien für das tägliche Leben geht, ganz allgemein von "Zakka". Eigentlich aber müssten wir "tezukuri zakka", "handgemachtes zakka" sagen, wie die Japaner auch, aber das ist auf der Reise von Japan in den (amerikanischen) Westen verloren gegangen - wohl wegen sprachlicher Barrieren.
Und damit komme ich zum Vorzug japanischer handmade-Bücher, deren Charakter in diesem englischen Buch sehr gut aufgegriffen wurde: auch wenn japanische Bücher auf, genau, Japanisch geschrieben sind, so können auch wir sie gut verstehen, weil die Bebilderungen und die Schematazeichnungen der Anleitungen so einfach und doch (oder besser genau deswegen) so brilliant klar zu verstehen sind. Und: die Ästhetik der Photos übertrifft einfach die vieler europäischer und amerikanischer Bücher. Es ist einfach eine Freude.
"Zakka Sewing" ist von zwei Autorinnen geschrieben, von der die eine eine handmade-Begeisterte ist (ihre Webseite über die sogenannten "plushies" ist sehr bekannt), die andere Japanerin und Kreative, und damit wie geschaffen für den japanischen Inhalt und die Vermittlung von japanischer Kultur an ein westliches Leserpublikum.
In diesem Buch findet die Leserin eine Auswahl an Nähprojekten, die allesamt von in Japan sehr bekannten Craftistas kreiert wurden, und die sich bereit erklärt haben, diese in diesem Buch zu teilen. Neben schönen Photos (mit leicht westlichem Touch, muss man sagen, aber dennoch ansprechend) gibt es ausführliche Anleitungen in Englisch. Ausserdem gibt es zu jedem Projekt eine Box mit "Zakka Facts" - kleine "tidbits of wisdom" sozusagen, die das Phänomen "Zakka" noch ein wenig näher an die Leserin herantragen sollen. Mit der Korrektheit einiger dieser Fakten stehe ich persönlich auf Kriegsfuss, auf der anderen Seite aber muss man auch bedenken, dass dieses Buch unterhaltsam und keine wissenschaftliche Abhandlung sein soll.
Ganz nett ist auch der Anhang mit Glossar (auch hier ein paar Einträge, die nicht ganz korrekt sind, aber ok...) und Bezugsquellen.
Wer also bislang nicht so ganz mutig war, japanische Bücher zu kaufen, aber dennoch an (Tezukuri) Zakka interessiert ist, dem sei dieses Buch ganz besonders ans Herz gelegt, denn es ist eine schöne Einsteigerlektüre. Natürlich könnte es für einige ein Nachteil sein, dass dieses Buch bislang nur auf Englisch zu haben ist -- wie so viele andere Bücher. Zeigt aber auch, dass die Nachfrage hier entweder zu gering ist, oder die Verlage pennen und einen wunderbaren Trend verpassen.
Trendoption: "Farbsuche"
Den Webauftritt gestaltete die unikat Werbeagentur in Wuppertal.
February 9, 2009
Bye-bye Gocco, hello Yudu?
Die handmade revolution der frühen 2000er bescherte dem Gocco unerwartete Popularität ausserhalb Japans, zumindest im anglo-amerikanischen Raum (USA und Australien), dann zögerlich in Europa, was aber Riso nicht davon abhalten konnte, sowohl die Drucker- als auch die Zubehörproduktion 2005 einzustellen.
Dies rief natürlich Entsetzen in der Craftista-Szene hervor (die DIYers allerdings bauten eh ihre ganz hausgemachten Siebdruckapparaturen), savegocco.com wurde ins Leben gerufen, hat sich etwas über zwei Jahre wacker gehalten, und ist Ende 2008 vom Netz gegangen. Der Gocco-Hersteller Riso hatte in einem Auf und Ab die Produktion von Gocco angekündigt, dann wieder verlauten lassen, dass man Zubehöre weiterproduzieren wolle... mit dem Ergebnis, dass Gocco-Zubehör nach wie vor erhältlich ist.
Einer, der sich nun des handmade-Hypes und dem Hunger nach homemade screenprints angenommen hat, ist der amerikanische Hersteller Provo Craft, der bereits seit 40 Jahren am Kreativ-Markt ist. Ende Januar, ganz frisch also, haben sie nun den Yudu auf den Markt gebracht, ein "personal screen printing system", das um einiges erwachsener als der Gocco daherkommt, und auch ansonsten schon durch sein Äusseres recht guten Eindruck schindet.

Das Motto "Unsilence Yourself Today" passt ja denn auch ganz wunderbar in die DIY-Philosophie, und Provo Craft haben mit einer produkteigenen Webseite, whatdoyudu, auch gleich ein one-stop-Universum rund ums (Yudu-)Siebdrucken bereitgestellt - Produktpalette, Anleitungen in Text, Bild und Video, sowie Supportformular, falls gar nichts mehr geht.
Der Drucker selber ist um einiges grösser als der Gocco, mit 80 x 55 x 28cm ein rechter Brocken. Der Kasten vereint dafür allerdings auch die Belichtungseinheit, eine Trockenkammer und den Drucktisch in sich.
Preislich scheint Yudu sich am amerikanischen Markt um die $300 zu bewegen, allerdings sind noch recht wenig Shops mit der gesamten Palette nebst verlässlichen Preisen ausgestattet, denn erhältlich ist die Ware erst ab März. Erste Übersicht bietet zum Beispiel Oh my Crafts.
Bleibt die Frage, ab wann wir mit Yudu auch in Europa rechnen dürfen?
Siebdruck alternativ:
Wer das Siebdrucken lieber mal so richtig von der Pike auf lernen möchte, mit Rahmen, Belichtung und-so-weiter, kann sich zum Beispiel bei den netten Leuten von smil für einen Kurs im Drucksalon anmelden. Am 11. Februar beginnt im Drucksalon im Berliner Stadteil Wedding wieder ein Anfägerkurs - vielleicht gibt es ja noch ein paar Plätze!
Dann gibt es noch die offene Siebdruckwerkstatt im Berliner Stadtteil Neukölln, die im letzten Winter auch ein Adventsshopping organisiert haben und ansonsten viel veranstalten, sowie in Berlin-Friedrichshain rumdrucks, eine offene Siebdruckwerkstatt und Auftragsdruckerei, an die das Café Vétomat angeschlossen ist.
In Köln bietet der freischaffende Künstler Volker Laue Kurse an, in denen er Techniken und Wissen rund um das Siebdrucken vermittelt.
Ansonsten verweist das Styledepartment auf eine Reihe von elf Videotutorials auf YouTube. Auch Etsy hat ein Videotutorial rund um den Siebdruck auf YouTube gestellt (screen printing-Spezi bei Etsy ist Pressechef Matt), allerdings etwas chaotisch und streckenweise einfach nicht hilfreich. Aber jeder nach suo gusto. ;)
Auf flickr gibt es einige Gruppen für z.B. Gocco-Fans und screenprinting.
Magic Jelly aus Australien ist übrigens meiner Meinung nach eine derjenigen, die Gocco-Magic machen können - Beweise dafür reichlich, hier in der Gocco-Kategorie auf ihrem Blog (sie ist u.a. auch auf Etsy).
Wer Siebdruck im Alleingang wagen möchte, findet alle Zutaten z.B. hier:
Patchworkshop (insgesamt schon eine Wahnsinnspalette; da gibt es auch Gocco-Artikel; der Patchworkshop gehört zum Münchner Panenka Design Products)(mal in die Source der Hompage schauen...),
Gerstaecker ,
und unter Umständen Boesner (leider keine eigene Kategorie, Suche ist recht langwierig).
P.S. Hinweise und weitere gute Adressen können gerne in den Kommentaren abgegeben werden!
February 8, 2009
Ich pople mir einen.
Der hackr twitterte über Popling, einer weiteren Community zum Leidteilen, äh, Lernen mit wenig Aufwand und noch weniger Motivation. Oder shared elearning?
Wie auch immer.
Hinter Popling steckt wirklich die Idee, auch als allerfaulste Sau noch etwas lernen zu können, ohne viel Disziplin oder Änderung der Einstellung zu Fleiss und Lernwillen. Quasi die zwonullige Version der Lernen-im-Schlaf-Programme:
"People who are a particular kind of lazy have ideas about how to get their work done without working. That's how Popling was born. Instead of studing Spanish, I sat around thinking about how to learn the thousands of words I'd need to know to even have a chance at learning the finer points of the language."Vielleicht ist es ja dann auch so, dass man bei aller Faulheit eben nur auf einen Projektnamen wie Popling kommen kann, der Nutzer mit Poplings versorgen will. Wenn die Lektionen aber bereits Poplings heissen, wie heissen dann die Nutzer im Popling universe?
Nein, nicht sagen, ich weiss es schon.
Social Networking ad absurdum: openPeople
Und nicht nur Paulinepauline war damals einiges aufgefallen; auch neunetz hatte angemerkt, dass weder persönliche Beleidigung statt konstruktivem (lies: nachsichtiger) Support noch eine Klauselei beim Accountlöschen der richtige Weg zum erfolgreichen Netzwerk seien, und nannte dies "umgekehrtes Klinkenputzen".
Nun ist's fast zwei Jahre später, und man kann nicht behaupten, dass der "Webmaster" und Inhaber von openPeople sich die Kritik wirklich zu Herzen genommen hätte. Nein, openPeople ist offensichtlich seit Monaten im Begriff, Verein zu werden (und damit wohl zu 100% ausgelastet), der Blog scheint seit Frühjahr '08 verwaist, auf seinem Privatblog dokumentiert der Webmaster Kleinkriege rund um openPeople, und ansonsten sind die User auf sich allein gestellt.
Auf Anträge zur Accountlöschung reagiert die Supportcrew seit Monaten nicht mehr, auf Nachfragen bekommen User keine Antwort gemailt - gibt es überhaupt eine "Crew"? Wenn ja, dann besteht sie warscheinlich aus den Eheleuten Glembotzky oder eines Mailabarbeitungsscripts.
Übrigens: stellt man sein Nutzerprofil so ein, dass Suchmaschinen es nicht spidern können, so heisst es lediglich, dass diese die individuelle Profilseite nicht spidern (angeblich soll eine Umstellung bis zu drei Monate brauchen - interessante Betreuung). Hinterlässt man allerdings auf anderen Profilen, die gespidert werden dürfen, Nachrichten, steht man halt doch wieder im Netz. Und ganz frech: auf der Homepage verlinken die Standorteinträge in der Fusszeile auf Userdirectories (Name, Alter, Location), und hier darf gespidert werden - gegen den Willen der User.
Fazit: wenn sich User monatelang mit einer Accountlöschung herumschlagen müssen und von der Support"crew" gäzlich allein gelassen werden, dann liegt auch nach zwei Jahren immer noch so einiges im Argen. Dürfen User wirklich gegen ihren Willen und entgegen aller Vereinbarungen in Netzwerken festgehalten werden?
P.S. Und noch eine Bemerkung zum "6 Ecken"-Zitat auf der openPeople Homepage. Mit korrektem Zitieren und Fakten tut sich openPeople auch recht schwer, und das in Zeiten von Wikipedia, Onlinebibliotheken, Google Books... nicht zu vergessen die wirklich gut ausgestatteten wissenschaftlichen Bibliotheken am Waterlooplatz und am Unicampus in Hannover.
February 7, 2009
bullshit generator core meltdown: bullshit science
Ob Herr Baillardgeon, dessen Buch ich hier empfahl, es schon weiss? Er hätte gewiss seine Freude an bullshit science.
Leserfundstücke sind bei bullshit science willkommen; wie man's anstellt, ist hier erklärt.
February 6, 2009
Etsy mini trend: Wabbits, wabbits!
Today's Etsy mini trend is all about wabbits, 'scuse me, rabbits. And bunnies, of course. I had a look around the illustrators and graphic artists who sell on Etsy, and I also checked with my favourite illustrators there, too, for bunnies and rabbits in 8x10 prints -- the poster above shows my favourite picks, and the list below points you to the respective listing at these fine people's shops!
Toxic guineapigs | yumiyumi | Gumball Grenade | papermoth
Sepia Lepus | poor dog farm | Kiki and Polly | The Love Shop
Indigo Rain | Webb it up | Bad Bird | pengpengs
And why not hop over to Etsy and explore many more rabbit and bunny prints?
Come on, hop along!
February 4, 2009
Etsy's API geht in (*drumroll*) beta
Und da wir ja wissen, dass die Nerdwelt es gar nicht erwarten kann, in Etsys geheimstes Geheimnis (naja...) zu schauen, ist davon auszugehen, dass die nächsten Tage erstmal damit verbracht werden müssen, hunderte Emails von "developern" auszusieben... ;)
"I am excited and proud to say that Etsy has begun an invite-only beta test of an official API with a select group of developers. It means supporting a new type of customer in addition to the buyers and sellers on Etsy: the developer. (...) In reaching out to a number of developers who have already built Etsy applications, we have spoken to them about those applications and future ones they want to build. If you are a developer and are interested in joining this early-stage beta, please email us at developer@etsy.com. "
Etsy mini trend: handspun yarn

Since Spring is near (what with Valentine's Day &c.), and since we all somehow long for more colour after a gray and cold winter, and since despite longer days and first blossoms it's still pretty chilly outside, how about something I've long been wanting to cover in an Etsy mini trend: Handspun yarn!
No matter whether you knit or crochet or felt, or whether you just love to gift beautiful hand-spun, hand-dyed yarns to lovely people -- you'll find plenty of it on Etsy. For this mini trend, I searched Etsy specifically for pinks and lilacs, and I stopped by the shops of my personal Etsy favourites, and the yummy selection above is what I came up with.
If you want to stop by any of these shops, here are the direct links to the listings:
blondechicken | Ozknits | Snowberrylime | larimeloom
simplytwisted | FiberFancy| yummyyarn | GobleWarming
WeirdAndTwisted| EnchantedYarn | inlerah| feluxfibercrafts
And if pinks and lilacs are somehow not your colours, but handspun yarn is something you'd sell your last shirt for, then why not just search Etsy for handspun yarn?






