May 28, 2009

handmade Telegramm (28.5. '09)


Heute weniger handmade, dafür ein Rebloggen von zwei Aktionen, von denen noch mehr Leute wissen sollten.

Wal, da schwimmt er!
Sehr nett gemachte (und webbyprämierte) Petition gegen das Abschlachten von Walen durch Japan - bzw. höfliche Anfrage, warum Japan Steuergelder in pseudowissenschaftliche Studien pro Walfang investiert: Greenpeace Australias Petitionsseite Send a Whale. Virtuellen Origamiwal anmalen und mit einer Botschaft an den japanischen Premierminister mailen.



Hirn, wo ist es?
Totaler Hirnpups. Wer ist bei Privatsendern eigentlich für das Brainstorming neuer Sendeinhalte verantwortlich? Oder besser: wer entscheidet warum und wie darüber, welche Formate ins hiesige Privatfernsehen importiert werden? Und: muss man Gewissen, Ethik und Moral beim Pförtner abgeben, wenn man bei Privatsendern arbeiten will?

RTL plant eine neue TV-Reihe, deren britischer Vorläufer schon nicht gut weggekommen ist: das übliche Sensationsgeilheitschüren, Fingerzeigenprovozieren, Sofamitleidenaberbesserkönnen-Nerv-Gerühre, nur diesmal noch einen Schritt weiter forciert. Denn mit dem eigentlichen Original liesse sich ja mittlerweile mangels Sensation und Action keine privatentaugliche "Doku" mehr fabrizieren. Das füllt ja vermutlich nur Sendezeit bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, und dann auch nur in Reihen mit Sendeplatzpopokarte (lies: nach Mitternacht oder am Sonntagvormittag).

Gegen anhaltend absinkende Fernsehkultur kann -und muss- man etwas tun und sich auf Petitionslisten eintragen, wie z.B. auf dieser hier (persönliche Daten werden da allerdings ins Netz publiziert). Ein weiterer guter Beitrag findet sich bei der GJ Gelsenkirchen, und in Uelzen hat man bereits Strafanzeige gegen RTL gestellt.

Während man übrigens bei der Brigitte im Onlineinterview RTL-Versteher sein will und die neue "docu-soap" [Synonym für "legal aber trotzdem unmoralisch geltendes Gesetz umschiffen"] bewirbt, wartete die Printausgabe vom 19. Mai mit einer Kolumne auf, in der das Privatfernsehen dafür verantwortlich gemacht wird, dass junge Mädchen vorschnell erwachsen werden - jedenfalls ihrem Getue nach. Schöne Doppelmoral.

(Interessant, dass es wenig Kommentare zum Onlineartikel gibt - aber seitdem Brigitte verstärkt auf Community macht, muss man sogar für simples Kommentieren Communitymitglied sein. Das übliche Phänomen auf Seiten, die von Printmedien gemacht werden... und die nicht begreifen, wie sie sich so die Interaktion mit ihren Lesern verbauen.)





[hat tip Luzia Pimpinella]

Blick in die Kristallkugel: cantilever heels


Etsys Blog wartet heute unter anderem mit diesem Fundstück auf: 1930s Futuristic Fashion Predictions




Bitte um besondere Beachtung @0:51:
"(...) yet another designer goes so far as to believe that skirts will disappear entirely. Shoes will have cantilever heels, and an electric belt will adapt the body to climatic changes."





Neues an der tezukuri zakka-Front


Buchtip

Quasi ein Präludium zu einem weiteren "Auf dem Lesestapel..."-Post. Drei neue Bücher direkt aus Japan, heute ganz frisch in meinem Postfach:


Juchei.






May 27, 2009

Zwitschern in neuen Kleidern



Schneller gemacht als ein neues (komplett funktionsfähiges) Bloglayout... handmade2.0 twittert in neuen Kleidern!



May 24, 2009

Shalom, Martha!



Ich erneuere gerade einige meiner Zeitschriftenabos... und entdecke, dass es ausgerechnet Martha Stewarts "LIVING" seit Anfang '09 auch auf Hebräisch gibt. Ja, Wahnsinn...

May 22, 2009

handmade Telegramm (22.5. '09)


glühwürmchen - wie man eine Glühknopfradlerjacke macht... #LilyPad #instructables

wackelpudding - es gibt doch tatsächlich einen Wettbewerb, der die beste Wackelpuddingsturzformidee prämiert... #kindheitsfreuden

kritzelfritzel - Boygirlparty zeigt Notizbuch-on-the-fly... #schöneRestepapiereVerwertung


[sämtliche Links kommen vom CRAFTzine Newsfeed, der mich heute wegen Feedsabarbeiten aufgehalten hat...]


MyMoleskine2.0 Wettbewerb


Coole Sache: hatte ich neulich noch über Moleskineanbau (oder genereller: Notizbuchanbau) geschrieben, gibt es nun ganz aktuell auf Moleskine eine MyMoleskine2.0 Competition:


image @moleskine.com

"Moleskine notebooks are trusted companions to the creative professions and have become a symbol of latter-day nomadism, they are intimately tied to the digital world through a network of websites, blogs, online groups, and virtual archives.

To celebrate and develop this link, My Moleskine 2.0 Competition focuses on the extremely popular and growing movement among the blogosphere labeled “life hacking”. It is devoted to giving tips and tricks to improve your quality of life by automating, increasing productivity and organising."

Gehackt werden kann in vier Katergorien:

• Creativity and imagination
• Organisation and productivity
• Archive and memory
• Fun and innovative hacks


Teilnehmer stellen ihren Hack per Bewerbung vor (Unterlagen-Download auf dieser Seite), und schreiten zur Tat, wenn die eingereichte Idee angenommen worden ist.

Die Deadline für die Einreichung von Ideen ist der 31. Mai 2009 -- also noch knapp eine Woche. Der Hauptgewinner wird lebenslang mit Moleskines versorgt (5 pro Jahr 50 Jahre lang), aber auch die Preise für die anderen Gewinner sind nett.

Bewerbungs- und Wettbewerbsregeln gibt es komplett auf Moleskine Asia.


Ich bin natürlich neugierig: macht jemand von Euch mit?

May 21, 2009

Awesome Aktionismus: La Bastellerie


*seufz* Nee, man kann seine Augen und Ohren wirklich nicht überall haben...


Als ich gestern sinnierte, was wohl ein Projekt wie der Cupcake Stop auf handmade übertragen sein würde, ahnte ich nicht, dass die Antwort bereits existiert. Aber dank so aktiver Leute wie bausteln weiss ich nun, dass die Antwort "La Bastellerie" heisst!

"La Bastellerie
ist eine Nomaden Bastel und Event Werkstatt, die ausgerüstet mit Ideen , Materialien, viel kunterbuntem Zeug und Musik durch berliner Kneipen zieht , um mit Euch wüste Bastelabende zu veranstalten! "

Ja, Wahnsinn.


Der nächste Bastellerietermin ist am 4.6. '09:


poster @LaBastellerie


May 20, 2009

handmade Telegramm (20.5. '09)



beep
- ein Münchner im Himmel baut Lego-Flashdrives

beepbeep - es gibt wirklich ein Captain's Blog. Bei Uppercase.

beepbeepbeep - (<-- wichtiges AufmerksamkeitsGehupe) Perfektes Product Design zum Schutz gefährdeter Arten.

has.ElektronikIdee?






Quasi kleiner Nachtrag zum Post über LittleBits - die netten Leute von Expli haben mich drauf aufmerksam gemacht, dass dort im Moment ein neuer Wettbewerb läuft, der thematisch passt: gesucht werden noch bis zum 3. Juni coole Elektronik-Ideen, und zu gewinnen gibt es recht attraktive Preise.

"Zu gewinnen gibt es hochwertige Preise von unseren Partnern myavr.de und voltus.de: "


Die Teilnahmebedingungen und einen Teilnahmebogen gibt es direkt auf der Wettbewerbsseite, wo Ihr auch eine Liste der bereits vierzehn eingereichten Ideen anschauen könnt.

Awesome Aktionismus: DaWanda-Workshop


Die Photos vom DaWanda-Workshop vom vergangenen Wochenende sind auf flickr, und im DaWanda-Blog gibt es einen Bericht! Der nächste Workshop ist am 27. Juni in Köln, und es gibt noch Plätze.




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Beim nächsten Huup! gibt's Cupcakes


screenshot @CupcakeStop

Der Consumerist schreibt über den Cupcake Stop, einer cleveren Idee aus New York:

"Started by a recently graduated NYU-law student who realized he wasn't getting a job this year, Cupcakestop will be scooting around Manhattan, serving up treats like red velvet, oreo crumb, and black and white cookie."


Das kommt dabei heraus, wenn man die Gelegenheit beim Schopfe packt (was soll sie auch dauernd durch die Gegend rennen...). Und es ist ziemlich cool (und nachahmenswert!), wie ich finde. Die Herrschaften wickeln einen Teil ihrer Geschäftskommunikation übrigens über Twitter ab.


Was käme wohl dabei heraus, wenn man die Idee Richtung handmade dächte?

Etsy mini trend: jewellers tools


Da ich zuletzt zwei neue Bücher über die Schmuckschmiedekunst besprochen habe, schiebe ich gleich noch einen Etsy-Minitrend hinterher, denn auf Etsy kann man mittlerweile Werkzeug und Bedarf für die Schmuckschmiedekunst erstehen, die man hier in Deutschland manchmal nicht ohne weitere Probleme finden kann -- und sei es nur, weil die jeweiligen Hersteller keinen Onlineshop haben oder nicht an Endkunden verkaufen wollen (nicht jeder Schmuckschmieder hat auch gleich ein Business...).

Daher hier also noch ein letztes Goodie zum Thema "Schmuckdesignbücher", bzw. "jewellers tools" - direkte Links zu den Shops sind wie immer unter dem Poster.


(zur Vollansicht anklicken)






Zum Versand & Zoll:
Nicht alle Verkäufer haben Versandkosten fürs europäische Ausland aufgeführt, leider leider, aber in der Regel verschicken alle und errechnen Euch die Kosten gerne auf Nachfrage. Und: informiert Euch vorher beim Zoll über eventuell anfallende Zollgebühren, denn dafür seid Ihr selber verantwortlich. Links und Preise dazu findet Ihr in diesem Post.

Auf dem Lesestapel: Jewellery books (2)


Buchtip


Im ersten Teil der Buchempfehlungen für Schmuckbücher hatte ich Anastasia Youngs "Jewelry Techniques" besprochen. Hier folgt nun Teil 2 der Empfehlung.






Nicola Hurst ist, ebenfalls wie Anastasia Young, Schmuckdesignerin und lebt in England. Neben ihrer besuchenswerten Onlinepräsenz hat sie ausserdem eine Gallerie in Plymouth, in der sie nicht nur ihre eigenen Arbeiten austellt und verkauft, sondern auch die anderer Designer.

"Jewelry Workshop" ist ein Workshop im wahrsten Sinne des Wortes; traditionelle Techniken des Schmuckdesigns werden anhand von kleinen Projekten Schritt für Schritt erläutert, so dass man gleich selber nacharbeiten und ausprobieren kann. Denn was helfen Ideen, wenn man sein Handwerk nicht gelernt hat.
Und so teilt sich das Buch auf in grundlegende Vorbereitungen, arbeitstechnische Grundsätze (z.B. Einrichten eines Arbeitsplatzes; ein Thema, das der IHK ja besonders am Herzen liegt...) und das Erarbeiten von eigenen Ideen und Designs im ersten Kapitel (schön, dass hier auch das "korrekte" Finden von Ideen besprochen wird).

Das zweite Kapitel ist der längste Teil des Buches und behandelt abschnittweise alle traditionellen Techniken anhand von kleinen Projekten (z.B. Bohren von Metall, Formen von Kugeln, Emaillieren, Hämmern und Schmieden). Die Photos in diesen Abschnitten sind sehr gut gestaltet und halten den jeweils relevanten Arbeitsschritt in seiner wichtigsten Phase klar und in Nahaufnahme fest, gerade so, als säße man selber an der Werkbank.
Aber auch grundlegende Techniken wie das Knüpfen einer Perlenkette und das Abschliessen eines Strangs mit Kapseln und Verschlüssen wird besprochen und gezeigt, sowie Möglichkeiten der Formfindung für das Erarbeiten eigener Entwürfe.

Der Ressourcenabschnitt hält sich knapper als bei Anastasia Young, Steine werden nicht ganz so ausführlich besprochen, dafür gibt es aber einen Glossar und Ressourcen für die Materialbeschaffung sowie ebenfalls ausführliche Mass- und Umrechnungstabellen ganz am Ende des Buches.
Das Format ist mit etwas über DIN A4 nicht ganz so handlich wie "Jewelry Techniques", dafür aber ist es nicht so dick und hat keine Spiralbindung, sondern nur eine einfache Leimbindung. Das Buch hat einen flexiblen Softcover-Einband, die Seiten sind auf matt glänzendem Papier mittelschwerer Qualität gedruckt.

Nicola Hursts Buch ist eine schöne Ergänzung zu Anastasia Youngs "Jewelry Techniques" wegen der schrittweise gezeigten Anleitungen; für visuell veranlagte Kreative (Oxymoron? :) ) ist das natürlich besonders praktisch. Als Nachschlagewerk für Materialien eignet sich dieses Buch allerdings nicht - und das will es ja auch nicht sein.



Nicola Hurst
Jewelry Workshop

Interweave Press (2008)
isbn 1596680601

ca. 21€





May 19, 2009

handmade Telegramm (19.5. '09)


Kurz vor Mitternacht, wir nehmen den Faden handmade Telegramm wieder auf...


fies - beim Antipreneur kann man an den neuen Unglückskeksen mittexten.

süss - mikodesign zeigt, wie man Frida-Kahlo-Style Papierblüten macht.

spitz - designboom präsentiert die Zahnstocherlampe von Daisuke Hiraiwa (New York design week '09)

Mehr handmade und Indie in Hannover: Diamonds & Banana


Mit kleinen, feinen Produktionsstätten kreativer Menschen ist Hannover ja zum Glück seit langer Zeit gesegnet - eine der ersten war vor vielen, vielen Jahren bereits meine Hannoveraner Lieblingskreative Orike Muth, die ja neben ihrem eigenen Atelier schon lange bei Frau Zimmer in Linden mitmischt und tolles Textildesign macht. Ebenfalls in Linden gibt es seit Jahren Hut Up und das Aurix Schmuckatelier. Ateliers und Geschäfte wie Frühling Bitte und Limetrees sind im Zuge der aktuellen kreativen Welle hinzu gekommen, ebenso wie Enna, die einige von Euch schon von DaWanda und Etsy kennen.

Ganz ähnlich sieht es seit Jahren auch in Hannovers List aus; von jeher ja eher das Viertel der Akademiker und der jungen Familien, haben sich auch hier früh Designer eingefunden und Läden, die immer wieder gerne junge und unbekannte Labels promoten - von der Kreativzone hatte ich ja bereits im letzten Jahr erzählt. Keine Frage, dass also ausgerechnet hier im Januar '09 Diamonds & Banana ihre Pforten geöffnet haben - und nun auch virtuell!



Nach vielen Jahren Erfahrung bei EyLinda, die ja zuerst in Linden ansässig waren und dann ein zweites Geschäft auf der Lister Meile eröffnet haben, sowie zuletzt auch Hannovers NoaNoa Flagstore (ebenfalls auf der Lister Meile), hat Beyhan Bingöl mit Diamonds & Banana nun ein neues, eigenes Projekt gestartet und der List (und Hannover) eine weitere und recht einzigartige Bereicherung in Sachen Indie Design/handmade/FairTradeShopping beschert. Das war mir natürlich Grund genug, mal ein wenig bei den Machern nachzufragen und ein bisschen Hannoveraner Lokalpatriotismus zu verbreiten....




h2.0: Wie kam Euch die Idee zu Diamonds and Banana und was hat es mit dem Namen auf sich?
D&B: Es ging darum, etwas Gegensätzliches zu beschreiben und gleichzeitig das, was jede Frau mag: etwas was funkelt und etwas was lecker schmeckt. Wir dachten auch an etwas guerillamäßiges, auch weil es zusätzlich, wenn man genau hinschaut, eigentlich zwei heisse Eisen beschreibt: Diamanten und Bananen bedeuten auch gleichzeitig Bewusstsein für Faires Handeln, Ressourcen und Menschen, denen es nicht so gut geht - also auch Non-Profit-Projekte, mit denen wir andere unterstützen.


h2.0: Was macht Diamonds & Banana so besonders, im Gegensatz zu anderen Shops?
D&B: Wir haben nicht nur sehr heisse Labels im Programm, sondern auch ganz exklusive Produkte, die wir zum Teil europaweit als einziges Geschäft anbieten.
Bei dem Großteil der Marken haben wir darauf geachtet, dass es kleine Labels sind, mit kleinen Auflagen und Kollektionen, oder eben wie die Produktionsverfahren sind; wir mixen immer mal wieder eine tolle Jungdesignerin mit dazu, ein Non-Profit-Projekt und eben ein paar OrganicFairTrade-Sachen, das macht die Vielfalt des Geschäfts ganz besonders.


h2.0: Wer kauft bei Euch?
D&B: Frauen, die wissen, dass sie bei uns mehr bekommen als nur ein 08/15-Label ohne Background und Geschichte. Und die Wert auf unsere unkonventionelle Art und Weise legen, weil sie sich selbst ein großes Stück dieser Freiheit bei Ihrem Look bewahrt haben.


h2.0: Welche Zukunftspläne habt Ihr?
D&B: Im Moment sind wir ganz zufrieden, dass unser Konzept so gut angenommen wird. Wir wünschen uns, dass es noch mehr Organic Labels geben wird, die tolle Mode machen, so dass wir unser Programm in der Hinsicht noch weiter ausbauen können; weitere tolle Non-Profit-Projekte zu finden (zur Zeit sind dies die FEED1 Bags aus New York), die wir unterstützen können, und eben die Vielfalt und Verspieltheit der Mode noch lange in unseren Geschäften oder online anzubieten.


h2.0: Handmade, Indie Design, MicroLabels -- liegt Euch das am Herzen, und was für eine Bedeutung hat es für Euch?
D&B: Die Frage haben wir ja eigentlich schon etwas weiter oben beantwortet.

Mit Enna haben wir zum Beispiel eins der größten Hannover-Talente im Accessoiresbereich bei uns mit im Programm. Lucid21 aus Berlin ist auch ein ganz kleines feines Label, das, obwohl es sich inzwischen weltweit etabliert hat, immer noch ganz kleine überschaubare Kollektionen herausbringt. Schöne neue Welt ist auch eine Produktdesignerin aus Hannover, die sich mit dem Namen - Return of Love - schon einen Namen mit ihren Pulswärmern gemacht hat.

Wir finden, dass Handgemachtes immer mit mehr Liebe zum Detail hergestellt wird und das gewisse etwas mehr Herzblut mitbringt.

Daher also ein Must have !

h2.0: Vielen Dank, Ihr zwei, für das nette Interview!

° ° ° ° ° °


Wer in Hannover direkt im Laden vorbeischauen möchte:


Diamonds & Banana

Lister Meile 31
30161 Hannover

mo-fr 11-19h
sa 11-16h

(U-Bahn: Linie 3/7 bis Haltestelle Sedanstrasse/Lister Meile )


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Auf dem Lesestapel: Jewellery books (1)


Buchtip


Auf meinem Lesestapel befinden sich zur Zeit gleich zwei englischsprachige Bücher über das Schmuckschmieden. Echtes Handwerk also, nicht bloss Perlenfädeln und Drahtwickeln. Hier also Buchempfehlung no. 1.






Anastasia Young ist die Autorin des ersten Buches, "Jewelry Techniques". Sie ist Schmuckdesignerin und lebt in England, wo sie auch ihren BA in Schmuckdesign und einen MA in Goldschmieden gemacht hat. Auf ihrer Webseite stellt sie nicht nur ihre Projekte aus, sondern bietet ausgesuchte Schmuckdesigns zum Kauf an; der Besuch dort lohnt sich allemal.


"Jewelry Techniques" ist ein Handbuch über die grundlegenden Techniken des Schmuckdesigns: es beginnt mit ausführlichen Hinweisen zur Sicherheit am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel den richtigen Umgang mit Säure und Hitzequellen sowie einer Einleitung über die Entstehung des Buches.

Die folgenden Abschnitte teilen sich in "Unedle Metalle", "Edelmetalle", "Natürliche Materialien", "Plastik und Gummi", "Andere Materialien" und zuletzt ein ausführlicher Anhang über Schmucksteine, Fassungen sowie Bezugsquellen und Rezepturen.

Jeder Abschnitt stellt die Materialien ausführlich vor, deren Eigenschaften und Besonderheiten, daraus resultierende Verarbeitungsmöglichkeiten und -techniken. Die reiche Bebilderung ist eine sehr hilfreiche Ergänzung der Arbeitsanleitungen. Regelmässig wird theoretisch Machbares mit teilweise sehr aufregenden Designbeispielen verschiedener Künstler illustriert.

Das Verzeichnis der Edel- und Halbedelsteine ist eine wertvolle Ergänzung und ersetzt schon fast die Anschaffung eines weiteren Buches nur über Schmucksteine. Photos, physikalische Eigenschaften sowie sogar Hinweise über den Wert bilden ein rundum perfektes Profil.

Die Spiralbindung bei stabilem Pappeinband und recht schwerer Papierqualität machen das Handbuch zu einem robusten Begleiter, das Papier ist matt glänzend und bringt die Farben der Illustrationen sehr schön und korrekt hervor. Das Format ist mit gerade einmal 20,3 x 16,5 x 2,5 cm absolut praktisch für die Tasche und für den Werktisch.

"Jewelry Techniques" ist für Beginner ein guter Einstieg und Begleiter beim Lernen, für Fortgeschrittene und Profis ein wertvolles Nachschlagewerk.


Anastasia Young
Jewelry Techniques

Watson Guptill Publishing (2008)
isbn 0823026043
ca. 21€





May 18, 2009

Gutes handmade Marketing: liloo.de


Im letzten Post erwähnt, hier also gebloggt. Ich hatte vor einiger Zeit angemerkt, dass ich mich wundere, wie die Kreativen und die Startups hier schnarchen. Während die Amerikaner wieder einmal vormachen, wie gut und wie einfach und wie verhältnismässigg preiswert man als Mikrolabel online vermarkten kann, sehe ich im deutschsprachigen Raum so gut wie keine guten Marketingkooperationen oder anderweitige Bemühungen. Wahnsinn.

Als ich nach einem CC-Photo für den Stoffmarktpost suchte, fand ich den flickr-Stream vom Macher von liloo.de. Da er dort auch Screenshots von neuen liloo-Features postete, wurde ich natürlich neugierig, denn unter anderem war ein Screen von einer aktuellen Marketingaktion dabei, die genau das ist, was ich so gerne so viel mehr sehen möchte.

Aber der Reihe nach.

Liloo ist,
"ein Social Network für Eltern, die Erfahrungen an andere Eltern weitergeben möchten. Ein Netzwerk, dass Eltern bei schwierigen Fragen rund um die Kinderzeit, angefangen von der Schwangerschaft, begleitet und mit den Erfahrungsberichten anderer Eltern helfen möchte."

Was liloo verstanden haben ist, dass handmade und Mikrolabels durchaus fürs eigene Marketing taugen und dass damit gut zu handeln ist -- was wiederum beiden Seiten eines Werbedeals hilft. Nun mag beim ersten liloo-Beispiel einiges in der Familie liegen, aber dennoch, es geht ja um das eigentliche Konzept, Indie Designer als Werbepartner zu gewinnen bzw. Mikrolabels eine Werbefläche anzubieten. Bei liloo sieht das in diesem Fall so aus:



Frau Rieke ist ein kleines Label in Berlin (ich sagte bereits, liloo und Frau Rieke ist sozusagen ein Familienunternehmen), produziert seit 2008 schöne Taschen und hat zehn davon für einen Wettbewerb bei liloo gesponsort. Dafür sitzt also nun absolut vorteilhaft eine Werbegrafik für Frau Rieke-Produkte auf der Homepage bei liloo.

Übertragen auf andere Webseiten frage ich also nun, warum es davon nicht mehr gibt? Ist es schwer, Indie Designer hier als Sponsoren zu finden? Haben die vielleicht kein Interesse und jammern lieber über schlechte Absatzzahlen in ihren Webshops? Rechnet es sich finanziell nicht, ein paar Werbeblöcke (150x125px zum Beispiel) anzubieten? Das amerikanische Web ist voll von solchen Aktionen - fast schon zu voll (aber das wird sich sicherlich regulieren, wenn der Hype sich wieder beruhigt), aber hier? Wer nützt hier zum Beispiel Project Wonderful und bietet Project Wonderful-Werbeplätze auf seiner Webseite an?
Es ist mir klar, dass es hier in Deutschland noch zwei bis zehn Dinge zu beachten gibt (Werbung ist kennzeichnungs- und steuerpflichtig, verlangt also theoretisch auch ein Impressum und die Steuernummer auf der Webseite etc. etc. - yay, Problemland...), aber gibt es echte Gründe gegen mehr handmade Marketing?


Als zweites Beispiel sei angefügt, dass liloo kleine Label unterstützt, indem ein handmade-Shop auf dem Portal eingerichtet wurde. Eine nicht ganz alltägliche Idee für ein Portal, aber näher betrachtet wirklich nicht abwägig, denn hier bietet sich eine weitere Werbe- und Absatzmöglichkeit für handmade, zumal das Zielpublikum ja auch noch stimmt (lustig übrigens, dass man bei liloo handmade auch konsequent klein schreibt, wie hier bei handmade2.0).

Vielleicht habe ich einiges übersehen, und es gibt mehr Aktionen, als ich dachte (glaube ich aber nicht) - in diesem Fall bitte ich um die Herausgabe der entsprechenden Links und Feedbacks. :)
Andernfalls aber frage ich noch einmal: warum gibt es nicht mehr handmade Marketing im deutschsprachigen Web, mal abgesehen von crafty Blogs und flickr?






handmade Termin: Stoffmarkt Holland







Die Terminreihe für den Stoffmarkt Holland sitzt schon eine ganze Weile im Kalender, aber ich habe noch gar nichts dazu gepostet. Das geht ja überhaupt nicht!

Wer viel näht und auf der Suche nach schönen Stoffen ist, und wer ausserdem regelmässig gerne einen grossen Rundumschlag macht, um seine Depots wieder aufzufüllen, sollte sich unbedingt den Terminkalender mit "Stoffmarkt Holland"-Terminen ankreuzen!

Holländische Kreative wissen, dass sie auf ihren Stoffmärkten die besten Stoffe und Schnäppchen finden. 2004 hat der Veranstalter vom Stoffmarkt Holland die holländische Tradition auch hier in Deutschland eingeführt und tourt seitdem an vielen Wochenenden im Jahr quer durch die Republik.

Ein Beispiel aus der Craftista-Szene: die Kreative von Von Kleinen Dingen hat reichlich Stoffmarkterfahrung. Und der Stoffmarkt selber hält auch eine grosse Bildergalerie nebst Videos bereit - wer danach noch zweifelt, näht warscheinlich nicht genug.

Das Einkaufstütenbild oben in meiner Collage kommt übrigens vom flickr-Stream vom Macher von liloo.de. Aber das ist, abgesehen vom Copyrightscredit an dieser Stelle, eine andere Story, die im nächsten Post kommt!








handmade Termin: Designermarkt in der Badstrasse 8


Ganz wunderbar: das Wetter wird schöner, und an allen Ecken und Enden der Republik (und darüber hinaus!) finden handmade-Märkte statt. So viel Kreativität muss beworben werden, besonders, wenn es wie im Fall der Badstrasse 8 in Fürth eine grosse Premiere ist!



Am 24. Mai -das ist der Sonntag dieser Woche- findet also der erste Designermarkt in der Badstrasse 8 in Fürth statt, und wie man auf dem Flyer links sehen kann, stehen bereits drei Folgetermine für dieses Jahr fest.

Ein bisschen zur Historie dieses schönen Ortes: die Badstrasse 8 war bereits in den 1920ern Anlaufstelle für Künstler, Kunstschaffende und Kulturliebende. Nach wie vor malerisch an der Rednitz gelegen, ist dieser Kulturort erhalten geblieben und bietet heute Ateliers und Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen und Workshops - ein bisschen Worpswede, wenn Ihr so wollt, und ein Hauch kreativen Geistes der vergangenen 1920er.

Am kommenden Sonntag also werdet Ihr dort Tische vorfinden, auf denen Künstler und Designer ihre handgemachten, selbstkreierten Produkte ausstellen und zum Kauf anbieten: Mode, Schmuck, Papier, Wohnacessoires, Photographie und dergleichen mehr.


Was? - Designermarkt Badstrasse8
Wann? - 25. Mai 2009, von 13 - 19 Uhr
Wo? - Badstrasse 8, 90762 Fürth
[Eintritt 2€]



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tulibri hat mich auf diesen Termin aufmerksam gemacht, und sie wird auch selber bei zwei Terminen dabei sein (am 25.5. und am 28.6.) - wer also in der Nähe von Fürth ist und Papier liebt, hat gleich zwei sehr gute Gründe, beim Designermarkt vorbeizuschauen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die schönen Papierprodukte, die sie herstellt:

photos ©tulibri.de


Zu erwerben auf dem Designermarkt, oder online in ihrem DaWanda-Shop!







May 15, 2009

handmade Telegramm (15.5 '09)


Geisterstunde - eigentlich gab es den Tag über Recherche und viel zu viel Scribbles, CSS und zu viel Kaffee. Aber darüber schreibe ich ja hier nicht. Daher drei beiläufig vorbeigegeisterte Links:


piep - Martha Stewart betreibt empirische Feldforschung.

show - Eine Wahnsinnsshow, sozusagen: Fabrics International will ein Wiki aufbauen, in dem alle Stoffe, Drucke und Bekleidungen der Welt aufgeführt sind. Freiwillige, die Material und Übersetzer sind willkommen.

aha! - iHannas Liste der hundert Dinge, die Kreativität in Gang zu bringen. (Alle gestestet.)

Prozente bei moo


Über die jolly nice people von moo habe ich bereits geschrieben (hier, hier und hier, zum Beispiel). Bemerkenswert an moo ist, dass sie die Produktpalette beständig entwickeln, verbessern und nun sogar eine Dependence in den USA haben.

Zwei Aktionen, die zur Zeit laufen, und die vielleicht interessant sein könnten - besonders, wenn Ihr vielleicht Visitenkartennachschub für Eure handmade-Märkte-Auftritte braucht:

moo & Etsy - die beiden haben zur Zeit eine Aktion für Etsyverkäufer, und zwar noch bis zum 19. Mai. Beim Kauf von zwei mini moo cards-Boxen bekommt Ihr die zweite zum halben Preis, wenn Ihr beim Auscheken der Bestellung "etsymoomini" im Couponfeld eintragt.

moo für Newbies - ich habe einen Couponcode für die unter Euch zu vergeben, die noch nie etwas bei moo bestellt haben. Mit diesem Coupon bekommt Ihr bei Eurer Erstbestellung einen Rabatt von 20% auf das jeweils billigste Produkt in Eurem Einkaufskorb.
Bei einer Bestellung gebt Ihr GQVHDQ als Promocode ein und erhaltet dann die Prozente -- funktioniert nur, wenn Ihr Erstkunden seid und läuft nur bis zum 29. Mai 2009.
Produkte sind hier (meine Favoriten sind die mini cards), Versandkostenübersicht ist hier (praktischerweise auf Deutsch, obgleich der Übersetzer recht bescheiden übersetzt...).

May 14, 2009

handmade Telegramm (14.5. '09)


Kurz vor Mitternacht, der Tag in drei Links:

luft.raus - LuMaRetta rettet die verlufteten Luftmatratzen der Republik. Und macht unglaubliche Sachen draus wie Wickeltaschen, Werkzeugtaschen oder Schlüsselanhänger. Wahnsinn.

scheibe.klar - Das ultimative Crossover von Vintage und Whiteboard. Hat was.

C8H10N4O2. rein - Brew Nerds bekommen ein Branding (via). Ultimativer Wahnsinn.

handmade Termin: 3. Designer-Frühling in Köln




screenshot @designer-fruehling.de



Kirsche, Apfel und Flieder haben bereits geblüht, aber nun geht's erst richtig los: am kommenden Samstag steht der 3. Designer Frühling ins Haus, und zwar in der Kölner Südstadt!

In Kooperation mit dem Förderverein der Lutherkirche, Südstadt Leben e.V., findet in der Kirche (Kirche, Saal und Atrium) ein handmade-Markt mit mehr als 30 DesignerInnen statt, den man sich nicht entgehen lassen sollte: Die Organisatorinnen vom Designer Frühling, allesamt selber superCraftistas (siehe unten!), haben eine Riege zusammengetrommelt, die beeindruckend ist und crafty Shopping verspricht - die eine oder andere wird Euch sicherlich bereits von DaWanda bekannt sein.
Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, und zwar in Form von Suppe, Kaffee und Kuchen und anderen Kleinigkeiten, die vom Förderverein herbeigezaubert werden.
Und wie bei der Trendmafia, dem HolyShitShopping oder auch dem Markt van Morgen ist auch beim Designer Frühling für die Kleinen und für die Ohren aller gesorgt - kreatives Kinderprogramm und zwei DJs machen den Markt zu einer runden supercrafty Sache.


Was? - 3. Designer Frühling
Wann? - Samstag, 16. Mai - 10.00-19.00 Uhr
Wo? - Lutherkirche, Martin-Luther-Str. 27


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OrganisatorInnen:
Katrin Heckmann von Taschenunikate
Silvia Graether von Waldmeister Design
Inga Osberghaus von LuMaRetta (Luftmatratzen gerettet!)

May 13, 2009

handmade Telegramm (13.5. '09)


Die letzten Funde des Tages, kurz vor Mitternacht:

Retrokinder - das kleine Label aus Berlin gestaltet Tragbares aus Stoffen der 60er und 70er sowie aus Retrostoffen.

Endpapers - im American Bookbinders Museum (physikalisch in San Francisco). Schöne Grafiken.


Engage. - die ist bestimmt handgemacht; auf jeden Fall limitiert auf weltweite 1,071 Stück: StarTrekClassikCaptainKirkChair-Replik.

Itteh Bitteh Sophitronics: littleBits





Nette Sophitronics (sophisticated electronics...)!

littleBits sind winzige, mit OpenSource-Komponenten fertig vorbestückte Platinen, die im Baukastenprinzip zu kleinen Gadgets zusammengesetzt werden können. Magnete halten die Module nicht nur zusammen, sondern sorgen für den Stromfluss und Polarität. Nicht nur, dass alleine das schon nach Spass aussieht:

"With a growing number of available modules, littleBits aims to move electronics from late stages of the design process to its earliest ones, and from the hands of experts, to those of artists, makers and designers."

Mehr Videos auf littleBits.





the admin teils you mit...


Kleines Update: um handmade2.0 für meine Leser und im Rahmen der auf Blogger gegebenen Möglichkeiten noch nützlicher zu gestalten, teste ich gerade ein neues Plugin, das jeweils am Ende eines Posts auf drei relevante Posts aus den handmade2.0-Archiven verweist. Es soll Euch das Weiterlesen und Entdecken von interessanten Posts einfacher machen.

Leider kommt das Plugin mit einer Überschrift, die das ganze Ding eher wie externe Werbung aussehen lässt (was ja nicht der Fall ist, da es hier keine bezahlte Werbung gibt) - ich werde layouttechnisch noch ein wenig testen oder bei Nichtgefallen etwas anderes wählen.

Feedback könnt Ihr mir gerne zukommen lassen!






May 12, 2009

handmade Telegramm


Kurz vor Mitternacht ein Telegramm mit den letzten Newsfunden heute:

BurdaStyle Nähcafés -- BurdaStyle rufen zum Gründen von bzw. Mitmachen bei BurdaStyle Nähcafés rund um den Globus auf. Alle Infos und Locations hier (dass "Brussels" ja wohl nicht in "Germany" liegt, hat man inzwischen auch gemerkt und den Post entsprechend upgedatet; daher ist der Link, der im RSS-Feed sitzt, auch nicht mehr aktuell....)

Has.SchubLaden? - SchubLaden ist eine kleine aber feine Manufaktur in Berlin-Kreuzberg, die ein Herz für alte Schubladen hat. Diese erhalten in neuem Korpus ein zweites Leben. Übrigens: SchubLaden suchen zur Zeit einen Praktikanten - das Programm sieht sehr interessant aus!

Has.Moo? -- Moo und Etsy haben noch bis zum 19. Mai eine Sonderaktion für Etsyverkäufer: buy two packs mini cards and get the second 50% off. Details im Etsyblog.

May 10, 2009

Buchtip: Paris - Made by Hand








Es wäre naiv zu glauben, handmade und die Retro-Welle hätten Frankreich vollkommen kalt gelassen. Au contraire, mes amies. Auch dort tobt handmade, heisst aber fait main. Oder manchmal auch couture japonaise, wenn Craftistas auf der Welle der japanischen tezukuri-Zakka-Welle schwimmen. Oder auch allgemein brocante, wenn man alte handgemachte Schätze aus Manufakturen oder den Aussteuerschatullen der Grossmütter meint.

Nun ist im Verlag The Little Bookroom ein Buch erschienen, das sich dem Trend widmet, und die Autorin Pia Jane Bijkerk, die als Stylistin in Amsterdam und Paris lebt und arbeitet, nimmt ihre Leser mit auf einen Spaziergang durch Paris. Dort zeigt sie ihnen ihre Lieblingsateliers, Antikgeschäfte und handwerklichen Kleinode, die sie im Laufe ihrer Karriere entdeckt und schätzen gelernt hat.

"There’s a new trend among the young designers and decorators of Paris: an embracing of an aesthetic called fait main. Literally, this means “made by hand,” and in this case it includes not only newly created items fashioned by hand, but vintage objects as well as found objects that may have been be re-worked by a talented artist. What unites them is the discernible “handprint” of a talented creator."

Mehr Photos vom Buch gibt es bei Little Bookroom zu sehen.


Pia Jane Bijkerk
Paris: Made by Hand

Little Bookhouse (2009)
isbn 1892145707

ca. 17€



[hat tip poppytalk]

May 9, 2009

Missverstandene Marke Eigenbau


Ich habe ja manchmal das Gefühl, daß Leute, die behaupten, Marke Eigenbau gelesen zu haben (bzw. das Prinzip Marke Eigenbau verstanden zu haben), es vielleicht doch einfach nur quergelesen haben, nur um irgendwie mitreden zu können. Oder die Kapitel, die am kürzesten sind, oder am interessantesten. Denn anders kann ich mir die wilden Thesen, die Krise habe das Selbermachen erfunden, oder "Marke Eigenbau heisst, dass in Zukunft jeder seinen eigenen Kram macht!" nicht erklären. Das gleiche gilt übrigens auch für die, die so wild und leidenschaftlich und ganz allgemein gegen den handmade-Trend wettern. Ein bisschen so wie die, die Machiavellismus predigen, Managerbücher drüber schreiben, das Original aber weder im Original gelesen, geschweige denn verstanden haben.

Aber der Reihe nach.

Holm Friebe, einer der beiden Autoren von Marke Eigenbau (dem Buch) hat vor zwei Tagen auf Jungle World einen Beitrag veröffentlicht, in dem er die Zukunft von Marke Eigenbau (der Bewegung/Philosophie) vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise beleuchtet und noch einmal ein paar Dinge klarstellt: "Zurück zum menschlichen Maßstab!".
Ein unmissverständlich formulierter Artikel, in dem auch noch einmal klar wird, worauf Marke Eigenbau ja eigentlich hinaus will, fernab von all dem, was andere nun wieder meinen, dran herumdeuten zu müssen. Entfernt Ähnliches hatten wir ja kurz in den Kommentaren zum Post über den Etsy Day angerissen.

Ganz zentral macht Holm Friebe noch einmal klar:

"In welchem Ausmaß die Krise aber bei jedem einzelnen hinlangt, hängt stark von dessen Branche, Beruf und Background ab. Von daher scheint es kaltschnäuzig und verstiegen, die Marke Eigenbau als universelle Alternative anzukündigen, ganz zu schweigen vom Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion. Der Run auf die Abwrackprämie und die Krisenkonjunktur von Aldi, Lidl, Kik und Zeeman sprechen eine deutlich andere Sprache. Die Flucht in Schrebergarten und Heimwerker-Baumarkt verspricht keine Lösung, wenn das Haushaltseinkommen verschwindet, sondern allenfalls Linderung. Der Weg zurück in die karge Autarkie vorindustrieller Subsistenzwirtschaft ist verbaut. Und niemand – ein paar Landkommunen-Hippies ausgenommen – hat die Absicht, in Zukunft alles selbst zu machen. Wir wollen ja sogar die I-Phones und Swiffer-Staubmagneten aus der guten alten Massenproduktion."

Die Antwort auf diesen Beitrag gab dort am gleichen Tag Stefanie Sievers mit ihrem Beitrag "Mach es selbst oder stirb.", und damit liegt nun ein weiterer, im Ton leicht aggressiver und durchaus pessimistischer Kommentar zum Thema Marke Eigenbau von linker Seite vor. Es scheint ausserdem ganz so, als scheine streckenweise konservativer Kulturpessimismus hinter den oft eigenwilligen Argumenten hervor.

Stefanie Sievers fällt zunächst einmal auf die Mainstreamthese "Selbermachen ist in, weil wir eine Krise haben" rein. Die aber kommt nicht von Marke Eigenbau, sondern ist von irgendwelchen schlauen Wirtschaftsjournalisten behauptet worden. Die Kritiksalven ob der angeblichen Un-Individualität der Waren auf handmade-Marktplätzen wie Etsy und DaWanda triefen von Hass und Ablehnung über alles, was rosa und niedlich ist (Punk wäre demnach wahres DIY, und rosa Niedlichkeit nur eine Variante von Konsumoverkill). Wenn die Autorin behauptet, auf Markplätzen wie Etsy und DaWanda sei das meiste nur unnützer Kitsch, dann möchte man ihr schon Ignoranz bescheinigen. Einmal, weil Etsy und DaWanda nur zwei von weit über fünfzig Absatzmärkten für Selbstgemachtes, Indie Design und Unikate im Internet sind, die insgesamt unterschiedlicher nicht sein könnten, und ausserdem, weil Marke Eigenbau, um beim grossen Dachbegriff zu bleiben, nicht meint, dass nun auch RAM-Bausteine in Manufaktur hergestellt werden sollen.

Lovely Werkstatt-Tagebuch wird schon fast als naiver Träumer dargestellt, inklusive aus dem Kontext gerissenem O-Ton:

"Die Bastelrevolutionäre halten das Selbermachen jedoch für einen »listenreichen und lustvollen Kampf gegen globale Ausbeutungsverhältnisse«. Auf einem Bastelblog heißt es: »Was früher die Menschen vielleicht aus Geldnot oder Zweckgedanken an die Nähmaschine trieb, wird heute durch einen kreativen und künstlerischen Ansatz ersetzt. Diese Entwicklung finde ich sehr interessant, bin gespannt, was sich da noch tut!«" (sie zitiert aus diesem Post bei LovelyWerkstattTagebuch, dort dann auch der ganze Kontext)

Das erste Zitat kommt von Marke Eigenbau und lautet im kompletten Original übrigens (Hervorhebungen von mir):
"Die Revolution des Selbermachens ist auch ein listenreicher und lustvoller Kampf gegen Bürokratie, Großorganisationen und globale Ausbeutungsverhältnisse. Denn die neue, kleinteilige Ökonomie wird für das kommunale Gemeinwesen und die ärmsten Weltregionen ganz neue Perspektiven öffnen."

Das fiktive Beispiel der Dame, deren Dackeltasche sich so toll verkauft, dass die gesamte Produktion zwecks Nachfragebefriedigung zur Massenproduktion gesteigert wird (sie meint vielleicht sogar das Beispiel des Döners aus Filz?), ist vielleicht gar nicht so schlecht, wie die Autorin es darstellt: In einem Interview mit der tip hatte Thomas Ramge, der zweite Autor von Marke Eigenbau, unter anderem auch verdeutlicht, dass "Man (...) die Marke Eigenbau nicht auf ein Bastelphänomen reduzieren" kann. (Wenn die zwei einen Satz später antworten, das Phänomen self-made gäbe es seit dem Beginn von Etsy, also seit 2005, dann stimmt das leider nicht; das Phänomen hat bereits gut fünf Jahre vorher begonnen, nur dass der Absatz von Handgemachtem im Internet noch entweder über eBay, kleinere Portale -siehe auch Beispiel Deutschland- oder Distros gelaufen ist). Und weiter erklärt er,
"Du hast als Einzelperson die Möglichkeit, eine globale Wertschöpfungskette zu knüpfen. Das war vor zehn, fünfzehn Jahren noch nicht möglich."

- und das kann durchaus heissen, dass ein Individuum im billigeren Ausland eine Idee massenhaft produzieren lässt und die Distribution wiederum in den eigenen vier Wänden durch die eigenen zwei Hände und einen eigenen Internetshop abwickelt. Korrekt ausgeführt hiesse das nicht den vollständigen Verzicht auf Produktion im Ausland und den aggressiven Boykott von Ländern wie China und Indien, so wie es im Moment viele amerikanische Cottage Businesses in die Welt schreien, sondern in einer guten Kooperation mit Ländern wie China und Indien fertigen zu lassen. Das wiederum müsste darauf hinaus laufen, dass es jedem in der Produktionskette möglich sein muss, einen Sinn in seiner Arbeit zu sehen.


Etsy regt in regelmässigen Workshops und Diskussionen an, wie man sich mit seinem kleinen Label selbständig macht, und zwar so, dass man auch lokal eine nachhaltige Struktur aufbaut. DaWanda und viele andere handmade Marktplätze haben bereits begonnen, diesem Beispiel zu folgen, inklusiver zahlreicher Blogs und Communities, die sich stärker denn je dem Thema widmen und Beratung und Hilfe in Sachen Marketing für MicroLabels geben. Denn was ein Minilabel zweier Modedesignerinnen kann, durch das ein eigentlich schon geschlossener Nähbetrieb im Osten Deutschlands wieder in Lohn und Brot gebracht wurde, liesse sich sicherlich auch für diejenigen umsetzen, die aus ihrem ursprünglichen 1-Frau-Label wegen Auftragsverbesserung einen Mehr-Leute-Betrieb machen wollen. Es geht in der Tat um einen humaneren Maßstab des Produzierens ("der Mensch als kleinste ökonomische Einheit"); dem wiederum geht voraus, dass "Erfolg" nicht in alten Mustern begriffen wird, und das wiederum ist keine Sache, die sich von heute auf morgen einstellen wird, sondern warscheinlich eher als sich überlagernde Veränderungen passiert.

Der Protest (und Hass) der Punkbewegung richtete sich gegen eine ganze Gesellschaftsform mit all dem, was sie ausmachte. Daher passte rosa und niedlich auch schlecht in das Konzept des äusserlichen Ausdrucks der Verachtung und der Abkehr vom verhassten System - es sei denn, die ehemals niedlichen Spitzenperlons wurden mit Löchern versehen und die rosa Farbe kam in die Haare. Wenn sich aber spätestens seit der Jahrtausendwende Selbermacher, Craftistas und DIYler betätigen, um neue und menschlichere Formen der Produktion zu finden, dann hat das nichts mit Hass auf eine ganze Gesellschaft zu tun. Im Gegenteil - die Bemühungen sind konstruktiver Natur.


Hochkomplexe Themen wie dieses schon fast ressentimentgesteuert und über einen Kamm scherend zu debattieren hilft da leider nicht viel. Davon ausgehend, dass es sich bei diesen beiden Artikeln um eine Debatte handeln soll, bleibt festzustellen, dass Frau Sievers nicht überzeugen konnte.

Grüner handmade-Schauraum: Cosa Verde


Screenshot: cosaverde.com


Eine interessante Variante der bereits bekannten handmade Showcase-Modelle, die es im Netz gibt, kann man seit Februar '09 auf Cosa Verde ("Die grüne Sache") begutachten: Unter dem Motto "think big, shop small" fungiert Cosa Verde als ein Showcase für Indie Designer, die bereits e-Commerce betreiben und Verkäufe abwickeln können, und die vor allen Dingen "eco conscious" sowie "environmentally friendly" produzieren.
Die Seite wird von Liz Grotyohann (Grafikdesignerin) und Jeff Fein-Worton (Webentwickler) gemacht, die nach eigener Aussage etwas dafür tun wollten, dass Konsumenten es leichter haben, ökologisch sinnvolle handgemachte Produkte im Web zu finden. Auf Cosa Verde können Craftistas und Designer ihre mit den Prinzipien der Cosa Verde-Jury übereinstimmenden Produkte ausstellen und auf ihren Shop verlinken (z.B. bei handmade-Marktplätzen oder die eigene e-Commerce-fähige Webseite). Um einen Schauraum auf Cosa Verde zu bekommen, muß man sich vorher dort bewerben.

Es gibt zur Zeit drei Schauraummodelle: kostenlos, Standard und Premium. Für keines der drei Modelle fallen logischerweise Einstellgebühren oder Verkaufsprovisionen an.
Der kostenlose (ad-supported) Schauraum erlaubt das gleichzeitige Ausstellen von bis zu drei Produkten mit einem Photo pro Produkt. Der Standard-Schauraum kostet US$20 pro Monat, erlaubt das Einstellen von bis zu neun Produkten mit ebenfalls einem Photo pro Produkt. Mit dem Premium-Schauraum kann man bei moderaten US$30 pro Monat bis zu 27 Produkte mit bis zu drei Photos pro Produkt einstellen, und sie können in bis zu drei Produktkategorien quergelistet werden.
Produkte können übrigens per RSS von z.B. Etsy oder Big Cartel nach Cosa Verde importiert werden, so dass Aussteller den Aufwand beim Einräumen des Schauraums recht gering halten können.

Goodie während der Startphase: Aussteller, die sich zum ersten Mal auf der Seite bewerben, bekommen eine Gutschrift von US$30 und können so einen Monat lang umsonst einen Premiumschauraum führen.

Attraktiv sind die Rabatte, die bei Verlängerung eines oder gleich mehrerer kostenpflichtiger Schauräume gewährt werden: hier bekommt der Verkäufer einen Rabatt von 20% auf die Gesamtmiete. Je länger außerdem im Voraus gemietet wird - 3, 6, oder 12 Monate- desto mehr Rabatt gibt es auf die Gesamtmiete.
Schlußendlich gibt es noch Gutschriften im 10%-Takt für jeden neuen vermittelten Aussteller, der regelmäßig Miete zahlt. Hier noch einmal die gesamte Kostenübersicht.

"Eco-conscious" Einkaufen ist Cosa Verdes Verkaufsargument gegenüber den Konsumenten. Wie ist das an Verkäufer gerichtete Verkaufsargument? Da wird damit geworben, daß es dank der strengen Jury nie eng werden wird auf Cosa Verde, und daß kein Schauraum untergehen wird in einer Masse von Konkurrenten ("you won't get lost in a sea of sellers here"). Das ist natürlich ein gewagtes Versprechen, aber gegenwärtig sieht es so aus, als könne es funktionieren.

Die beiden Macher von Cosa Verde haben in acht Monaten Entwicklungszeit eine schon recht perfekte Seite auf die Beine gestellt, und das macht ordentlich Eindruck. Das Design ist sehr schön gemacht, die Seiten logisch und intuitiv zu bedienen. Keine Seite wirkt vollgestopft oder überlastet an Informationen und Details, und das wirkt irgendwie beruhigend. Daß es Google-Werbeleisten gibt, fällt kaum auf, denn sie sind gestalterisch an das CD der Seite angepaßt. Und überhaupt scheint so ziemlich alles, auch wenn die Seite in Hinsicht auf Features vielleicht noch nicht ganz komplett ist, gestalterisch, marketingtechnisch und logistisch überaus perfekt durchdacht - Details freilich, die dem durchschnittlichen User vielleicht nicht sofort auffallen, die aber sicherlich das unbewußte Erlebnis der Seite positiv beeinflussen.

Und damit zum einzigen Punkt, der negativ auf fällt. Im Grunde ein schöner -und vor allen Dingen sehr idealistischer- Gedanke, good handmade durch vorteilhafte Platzierung noch ein wenig mehr ins Licht der Konsumenten zu rücken. Schön, wenn damit auch noch gute Taten wie Bäume pflanzen finanziert werden können. Schön auch, wenn die Ausstellenden ihre Produkte gleich noch verantwortungsbewußt mit den entsprechenden badges versehen dürfen, und potentiellen Käufern so signalisieren, wie good ihr handmade ist. Nein, soweit bin ich wirklich begeistert und fasziniert.
Nur: beim Betrachten einiger Produkte und dem Abgleich mit den von den Ausstellern selbstgewählten badges mußte ich zum traurigen Schluß kommen, daß es wohl auch nur beim Idealismus bleiben kann. Denn ich erkenne mittlerweile Schmuckzutaten, woher sie kommen, wo sie produziert werden und ob sie wirklich vintage sind oder nur mit Patina versehen wurden. Und daß zum Beispiel eine handgemachte Kette, die zu 99% aus in China massenproduzierten Komponenten besteht (auch auf Etsy eingekaufte, in China massengefertigte Supplies bleiben in China massengefertigte Supplies!), als "conflict-free" und "repurposed" gelabelt wird, ist nicht nur wahnsinnig naiv, sondern grenzt schon an Lüge, denn mit Nachhaltigkeit, Achtung der Menschenwürde oder auch einfach nur bewußtem Konsumieren hat dies nicht ganz so viel zu tun. Handmade ist sie noch, die Kette, das stimmt. Aber der Hersteller trägt doch trotzdem die Verantwortung, zu wissen, woher die Zutaten der Produkte kommen?

Ein Portal wie Cosa Verde wird, hoffe ich, vor allen Dingen auch den Ausstellern vor Augen führen, dass handmade nicht gleich handmade ist. Dass mit dem Vorsatz, handmade statt Made in China zu konsumieren, noch lange nicht das Problem der Ausbeutung von Billiglohnarbeitern in z.B. China oder Indien gelöst ist (die Schmuckkomponentenshops auf Etsy, die am Besten verkaufen, sitzen in der Region Chinas, in der Modeschmuck für z.B. H&M produziert wird; die US-amerikanischen Schmuckkomponentenshops, die gute Umsätze machen, beziehen ihre Ware letztendlich auch aus China), und daß handmade nicht per se gleichzusetzen ist mit öko, grün oder Nachhaltigkeit. Die wenigsten Shops auf Etsy oder anderen handmade-Marktplätzen würden einen wirklich strengen Test nicht bestehen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: dieses Problem wird noch auf lange Zeit nicht zu lösen sein, denn so funktioniert die Wirtschaft zur Zeit. Um das Einkaufen von vielleicht sogar unter beschämenden Zuständen massenproduzierten Zutaten für unsere handgefertigten Produkte werden wir so schnell und leider, leider nicht herumkommen, ohne daß wir unsere Produkte als solche komplett überdenken müßten. Mit dem Aufkleben eines Labels, das letztendlich aber auch nur falsche Versprechungen liefert, kommen wir einem idealistischen Ziel von good handmade jedoch auch nicht näher.

Ich wünsche mir dennoch, daß weitere kreative Ansätze im Sinne Cosa Verdes bald folgen, und vielleicht ja auch für den deutschsprachigen Raum.


Nachtrag (13.5.): Zanisa scheint die kommerziellere Version von Cosa Verde zu sein; die badges-Idee ist offensichtlich. Allerdings ist Zanisa reines Retail, also Mittelsmannbusiness.


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fair.Handmade


Auch wenn sie keine offenen Marktplätze für Handgemachtes und nicht-Massengefertigtes im Sinne von Etsy & Co. sind; die folgenden Shops bzw. Projekte bekommen eine Super Special Mention, da sie sich für "fair handmade" einsetzen.

Faircustomer (Schweiz, 2008)
- handgemachte Produkte, hergestellt in Fairtrade Kooperationen, gemeinnützigen Werkstätten und in Betrieben, die nachhaltig wirtschaften.




31bits (Uganda/USA, 2008)
- 31bits unterstützt die ugandische Handwerkstradition der Herstellung von Papierperlen und ermöglicht den unter dem Krieg in Uganda leidenden Flüchtlingsfrauen ein selbständiges Leben durch den internationalen Verkauf der Schmuckstücke.




KilaKitu (Kenya, 2008)
- Die Kreativen von KilaKitu durchforsten Kenias Second-Hand-Kleidungsmärkte nach brauchbaren Stücken, die von lokalen Schneidern zu Hemdunikaten der besonderen Art verarbeitet werden. Der Verkauf der Hemden findet sowohl lokal als auch international statt.



May 8, 2009

has.MobileFeed?


Kleiner Hinweis in eigener Sache: ein freundlicher Leser fragte gestern nach, warum ich den QR für den mobilen handmade2.0-Newsfeed von der Seite genommen habe?

Äh.

Wusste doch, dass was fehlte.

'Tschuldigung.
Nun ist er wieder da....

handmade-Gutzel: Guzuu


Die "Marke Eigenbau"-Schlagzeile wird momentan so gerne in eigene Projekte eingebaut wie seit dem Erscheinen des gleichnamigen Buches nicht. Sollte sich nun davon ableiten lassen, dass die Autoren Friebe und Ramge da wirklich jede Menge Inspiration geliefert haben und der Markt nun auch endlich hier in Europa aufwacht und blüht?

Neuester Zugang auf dem deutschsprachigen handmade-Marktplätzen ist Guzuu, die offensichtlich nicht nur "Marke Eigenbau" gelesen haben, sondern offensichtlich auch viele vorhandene Marktplätze für Selbstgemachtes studiert und deren positive Elemente extrahiert und in ein eigenes Projekt verdichtet haben - wobei zu betonen wäre, dass man hier ohne plattes Kopieren gearbeitet hat, sondern wirklich kreativ war; mehr dazu weiter unten.

Gestartet wurde die Seite bereits im Herbst vergangenen Jahres, blieb aber seltsamerweise erstmal tief unter unserem Radar und auch die Presse scheint erst diesen Frühling in Angriff genommen worden zu sein. Guzuu kommen recht frisch daher, und obwohl das Konzept "Marktplatz zum Kaufen und Verkaufen von Selbstgemachtem" nun wirklich nicht mehr neu ist, hat dieser Platz doch etwas erfreulich Frisches und Unverbrauchtes - was sicherlich auch mit an den angebotenen Produkten liegt.
Guzuus Vision liest sich ein wenig wie das Exzerpt von "Marke Eigenbau", und die Tagline "lieber selber als China" ist ziemlich heftig - wieviele der Anbieter schaffen es denn, ihre Produkte wirklich 100% mit nicht in China (massen-)gefertigten Zutaten zu produzieren? Und: mit Verallgemeinerungen (nicht nur China produziert billige Massenware) kommen wir wirklich nicht auf einen grünen Zweig, denn sie heizen nur negative Stimmung an.

Standort des jungen Startups ist Luzern in der Schweiz, und die Macher sind laut Eigenaussage Luc Fischer, Pascal Arnet sowie Andrea Fehr von der netnode IT Services GmbH - von Haus aus also ITler, im Herzen DIYler (schöne Tagline, nicht wahr?). Und dazu noch solche, die ihre Hausaufgaben im Gegensatz zu manch anderer deutschsprachigen Neuerscheinung auf dem handmade-Markt sehr gut gemacht haben.

Erste Umsatzzahlen für den vergangenen April wurden bereits aufrichtig im Guzuu-Blog berichtet und sind wie folgt:

"Zahlen vom Monat April 2009:
Umsatz: 770.80 CHF
Unique Visitors: 1927
Pageviews: 18459"

Die Seite hatte gegen Ende April rund 89 Shops (der 100. Shop bekommt übrigens 50 Guzuu-Taler geschenkt).


Verkaufen / Kaufen

Auch ins Geschäftsmodell haben die Macher von Guzuu fleissig aus dem Marke-Eigenbau-Ideenpool für eine "neue Konsumwelt" einfliessen lassen und rechnen in eigener Währung: Guzuu-Talern. Es gibt also so etwas wie eine Shopmiete bzw. Einstellgebühren:

"Ein Guzuu-Taler kostet 0,50 Schweizer Franken. Mit einem Guzuu-Taler kannst du Produkte im Wert von 10 Schweizer Franken verkaufen. Kostet etwas 20 Franken, dann brauchst du also 2 Guzuu-Taler. Kostet etwas 30 Franken, dann brauchst du 3 Guzuu-Taler. Achtung: es wird immer auf 10 aufgerundet! Das heisst, wenn du etwas für 22 Franken verkaufst, kostet es dich auch 3 Guzuu-Taler.

Mit den Guzuu-Talern bezahlst du Guzuu für die Bereitstellung des Shops. Am Anfang schenken wir dir 10 Guzuu-Taler, damit du kostenlos testen kannst, ob dir der Service von Guzuu etwas bringt."

Alle Preise sind in Schweizer Franken (ChF) ausgezeichnet, die Bezahlweise legt jeder Shopbetreiber selber fest.

Das Mitmachen ist nicht auf die Schweiz begrenzt, wie das folgende Shopbeispiel von Meylenstein aus Berlin zeigt:

Shopbeispiel (screenshot: guzuu.com)

Die Shops selber sind einheitlich gehalten, die Shopbetreiber bekommen einige Felder zum textlichen Personalisieren (z.B. Unternehmensphilosophie, ABGs, Entstehungsgeschichte des Labels).
Das Navigieren fällt leicht, weil es übersichtlich und recht logisch konzipiert ist.


Produktseitenbeispiel (screenshot: guzuu.com)

Eine Produkseite ist ebenfalls sehr einfach gehalten, und es bedarf keiner weiteren Klicks zur Bestellung, da das Bestellformular bereits in jede Produktseite integriert ist. Die Bestellung wird per Formular über eine unverschlüsselte Seite abgeschickt.

Jedes Produkt kann von anderen kommentiert, sowie mit einem "love" oder aber mit einem "hate" versehen werden. Hier wäre informationshalber noch zu klären, ob Shopbetreiber jegliche Kommentare und Wertungen auch abstellen können, oder ob man alles über sich ergehen lassen muss (finde ich persönlich gerade in Bezug auf negative Äusserungen problematisch, bei aller Liebe zur Community und Mitmachweb).


Einige Highlights von bereits bekannten Konzepten, die neu adaptiert sind:

Zeitgeist - eins der Schlagworte des frühen web2.0 (wer erinnert sich?), ist der Guzuu-Zeitgeist eine Bestseller-Visualisierung, ähnlich wie z.B. bei Etsy die ehemalige Top Sellers-Liste (die ja eingestellt wurde). Nicht nur das, sondern die weniger beliebten Produkte sind hier natürlich der "Long Tail".

Embedable Shop - sehr praktisch. Den eigenen Guzuu-Shop kann man auf die eigene Webseite per Widget einbetten.

Guzuu API - auch die gibt es bereits (in beta); einmal eine XML zum Laden von Produktdaten, und ausserdem eine CVS-Schnittstelle, um ein Shopinventar zu laden.

Guzuu? - Ähnlich wie Etsy bleibt auch bei Guzuu die Namensgebung ein Geheimnis. Wir lassen uns in dieser Annahme aber auch gerne korrigieren...


Und damit reihe ich Guzuu ein in die Riege der deutschprachigen handmade-Marktplätze mit dem Prädikat "wertvoll" (lies: DaWanda und ShopWindoz).


[hat tip: hackr]

May 6, 2009

Zusatztermin für den DaWanda-Workshop "Besser verkaufen..."!


Schnell, schnell! Da der Berliner DaWanda-Workshop so reissenden Absatz gefunden hat und schnell ausgebucht war, findet ein zusätzlicher Workshop im Juni in Köln statt -- es gibt noch Plätze!

Wer meint, dass für Produktphotos und Artikeltexte im eigenen (DaWanda-)Shop noch Optimierungsbedarf besteht, und wer sich helfen lassen möchte, sollte vielleicht zum DaWanda-Workshop kommen.

Hier der Text von DaWanda:

"Thema: „ Besser verkaufen durch gute Produktfotos und Artikelbeschreibungen“

Zeit: Samstag, 27.6., 14:00 - 17:30 Uhr
Ort: Merkens-Saal der IHK Köln, Unter Sachsenhausen 10-26, 50667 Köln

Eine freie Journalistin und Kamerafrau wird Euch in zwei Vorträgen zeigen, wie Ihr mit einfachen Mitteln und Tricks mit Eurer Digitalkamera gute Produktfotos machen könnt und wie Ihr spannende und gute Artikelbeschreibungen verfasst. Natürlich wird es ebenfalls die Möglichkeit geben, einige Mitglieder des DaWanda-Teams kennenzulernen und bei einem leckeren Stück Kuchen mit anderen DaWanda-Mitgliedern zu plaudern und Erfahrungen auszutauschen. Getränke könnt Ihr vor Ort kaufen oder auch selbst mitbringen.

Nach der Veranstaltung erhalten alle Teilnehmer die Gebühren von 5 Euro im Form eines Logenplatzgutscheins zurückerstattet. Sobald Du den Kauf der Eintrittskarte getätigt hast, bist Du verbindlich für das Event angemeldet, eine Stornierung des Kaufs ist leider nicht möglich.

Alle Käufer werden von uns in einer Liste erfasst, am 27. Juni nennst Du bei der Anmeldung einfach Deinen Namen (Du bekommst von uns also keine „echte“ Eintrittskarte zugeschickt)."



May 4, 2009

Ruffles: Modetrend bei Brigitte und Etsy Mini Trend



Ich hatte ja bereits darüber sinniert, wann Deutschlands traditionelle Frauen-/Modezeitschriften wieder beginnen, Selbermachanleitungen und Strickstrecken für die Printausgaben zu produzieren - so, wie sie es bis in die 1990er getan hatten.

Und just für diesen Sommer hat die BRIGITTE auch tatsächlich ein ganzes Heft burdamässig gestaltet - fast alle Photostrecken (oder doch alle?) drehten sich um die Modelle, die man per beiliegendem Schnitt und Anleitungen nacharbeiten kann:




Ganz topaktuell diese Saison: Shirts mit Rüschen (oder engl. ruffles). Das wissen auch die Jungdesigner auf Etsy, und daher hier auch gleich noch ein Etsy Mini Trend:



Diese schönen Produkte sind direkt bei den Designern käuflich zu erwerben:





Aber a propos Selbermachen und handmade-Marktplätze. Abgesehen davon, dass die BRIGITTE-Online ja ein komplettes Makeover bekommen und damit den Schwerpunkt Community verstärkt herausgearbeitet hat -- sie ist mit DaWanda im April eine Partnerschaft eingegangen und bringt nun regelmässig Anleitungen, die DaWanda-VerkäuferInnen geschrieben haben (mehr dazu im DaWanda-Blog). Mich würde daran interessieren, ob sich diese Partnerschaft auch positiv auf die Verkaufszahlen der jeweils präsentierten Shops auswirkt?

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