Hannah Zakari war das erste
Indie Distro im Web, auf das ich Anfang der 2000er aufmerksam geworden bin: die Tatsache, dass
Indie auch ausserhalb der USA ankommt, und zwar so sehr, dass Leute einen eigenen Webshop aufmachen, hatte mich beeindruckt. Bislang hatte es nur vereinzelt Projekte im nichtamerikanischen Web gegeben; viel klassisches Kunsthandwerk war dabei, sehr viel web1.0-artige Seiten, kein richtiger eCommerce und insgesamt war das alles noch nicht wirklich
Indie. Zu der Zeit tauschten sich die Leute noch in Foren aus, hatten vielleicht sogar schon einen Blog und eine Fotogalerie im Netz, aber mehr in der Regel auch erstmal nicht.
In der ersten Zeit gab es auf Hannah Zakari vor allen Dingen die Designs von Rachael Lamb, der Gründerin der Seite. Das war 2004. Bald danach aber war die Nachfrage nach individuellem Design und selbstgefertigten Produkten fernab des Mainstreams so gross, dass Rachael das Sortiment ausbaute und andere Designer mit ins Portfolio aufnahm.
Inzwischen sind fast fünf Jahre vergangen, und Hannah Zakari ist ein erfolgreiches kleines Microlabel in UK (genauer gesagt im schottischen Glasgow), das nach wie vor ein angesagter "Versorgunspunkt" für den letzten Schrei in der Indie Design-Welt ist. Mittlerweile gibt es auch einen kleinen
Blog, und getwittert wird auch.
Grund genug, mit Rachael von Hannah Zakari über ihr Microbusiness,
handmade und Harry Potter zu reden!
(Im Anschluss an das englische Interview gibt es noch die deutsche Übersetzung!)h2.0: Hannah Zakari - what is it all about, and how did it start?Rachael: Well, when I first started out I had no idea that Hannah Zakari would turn out to be the way it is now! I only wanted to sell my own jewellery and bags and make a bit of money, but as I got more and more involved in the craft scene on sites like
Craftster I realised that everything was based in the US and all the wonderful designers I was 'talking' to were also there, so I thought to myself that I could stock them and make them more easily available to people in the UK. So many of them were making amazing things that you couldn't really buy over here so I saw an opportunity to broaden my business and decided to go for it - thankfully it worked out pretty well.
Now the craft scene has taken off in the UK and Europe in a big way, I stock designers from all over the world. I don't aim to represent any country more than another, what's important is that Hannah Zakari stocks the best and represents a wide variety of designers and makers.
h2.0: Tell us a bit about yourself: you live in the UK. Many people associate UK with rain and milk tea. And Harry Potter, probably. But seriously, what inspires you, what do you like?Rachael: Hehe, I do like cups of tea and the rain and Harry Potter!
As a designer I get inspired by pretty stones and beautiful fabrics. I work the oposite way round from most people, I find the materials and then decide what to do with them, it's just what works best for me.
As the owner of Hannah Zakari, I get inspired by my designers and customers. I love showcasing new items to customers, things that they've not seen before and are maybe different to anything they've seen elsewhere. I also love finding a new designer, especially one that's not so well known and getting their stuff for Hannah Zakari before they go anywhere else - that's the competitive, business-lady streak in me!
h2.0: Do you have favourite indie designers or styles? Who are they?Rachael: I like lots of different styles, my tastes are pretty eclectic but I do try to shop indie and support small businesses whenever I can. Hannah Zakari shares a studio with a girl called Emma who runs the textile design company
Showpony, it's great to work alongside someone who makes such beautiful stuff.
Basically Hannah Zakari is full of my favourite indie designers, its one of the perks of the job that I get to surround myself with all this amazing stuff every day.
h2.0: Being one of the early indie design distros on the net, what do you think is different about "handmade" today, compared to when the wave started in the early 2000s? And: handmade - serious change or just a fad?Rachael: I think there is a trend for handmade products emerging and people are starting to get fed up of mass produced items and designer names that we've had for the past several years. However, I believe this will be longer lasting than most trends. The internet has made it easy for craftspeople/indie designers to showcase their products to a wide range of people and, to some extent, compete with big businesses - people will always want to buy beautiful design regardless of where it comes from.
h2.0: What piece of advice would you give indie artists who are just starting out on their business?Rachael: Stick to what you know and (more importantly) love, it will show in your designs if it's made with a half hearted effort. Pay attention to the little details and treat your customers well!
Thank you, Rachael, for taking the time and telling my readers about yourself and Hannah Zakari!°°°°°°°°°°°°°°°°°
h2.0: Hannah Zakari - was hat es damit auf sich, und wie hat alles begonnen?Rachael: Als ich Hannah Zakari gründete, hatte ich keine Ahnung, dass es einmal so werden würde wie es heute ist! Ich wollte nur von mir gefertigten Schmuck und meine handgemachten Taschen verkaufen und ein wenig Geld verdienen; als ich aber durch Internetseiten wie Craftster immer mehr in die Craftszene hineinrutschte, wurde mir klar, dass alles, was mit dem Thema zu tun hatte, und alle tollen Designer, mit denen ich dort "redete", in den USA waren. Ich dachte mir also, dass ich ihre Produkte bei mir anbieten und sie so den Leuten hier in UK zugänglich machen könnte. So viele dort machten unglaublich tolle Produkte, die hier nicht wirklich zu kaufen waren, und darin habe ich die Chance gesehen, mein Angebot im Shop ein wenig auszuweiten - gesagt, getan, und es hat glücklicherweise gut geklappt.
Mittlerweile ist die Craftszene auch in UK und Europa ganz gross im Kommen, und ich kann so Produkte von Designern aus der ganzen Welt anbieten. Dabei ist es mir wichtig, dass ich nicht ein Land dem anderen vorziehe; es ist vielmehr so, dass ich die besten Produkte anbiete, die ausserdem eine breite Palette von Designern und Craftistas repräsentieren.
h2.0: Erzähle uns doch ein wenig von Dir: Du lebst in UK. Viele Leute assoziieren damit ja Regen, Tee mit Milch und warscheinlich noch Harry Potter. Aber im Ernst: was inspiriert Dich, was magst Du?Rachael: Haha, ich mag englischen Tee, Regen und Harry Potter!
Als Designerin finde ich Inspiration in schönen Steinen und Stoffen. Im Gegensatz zu den meisten Leuten läuft mein Designprozess anders herum: ich finde zuerst die Materialien und dann entscheide ich, was daraus wird. So herum kann ich am besten arbeiten.
Als Inhaberin von Hannah Zakari bin ich inspiriert von meinen Designern und Kunden. Ich liebe es, meinen Kunden neue Produkte zu präsentieren; Produkte, die sie vorher noch nie gekannt haben und die vielleicht auch ganz anders sind als die Produkte, die sie andernorts sehen. Ausserdem liebe ich es, neue Designer für meinen Shop zu finden, vor allen Dingen, wenn es Designer sind, die noch nicht so bekannt sind, und die man zuerst auf Hannah Zakari sehen kann - ich denke, da spricht die Business Lady in mir!
h2.0: Hast Du Favoriten unter den Indie Designern, oder Stile, die Du besonders magst? Wer und wie und warum?Rachael: Ich mag eigentlich eine Reihe verschiedener Stile, mein Geschmack ist da recht umfassend. Auf alle Fälle aber versuche ich, so viel und so oft wie möglich von Indie Designern zu kaufen und kleine Labels zu unterstützen. Hannah Zakari teilt sich ein Studio mit Emma, der Inhaberin von
Showpony, die Textildesign macht. Es ist wirklich wunderbar mit jemandem unter einem Dach zu arbeiten, die so viel Schönes erschafft.
Im Grunde besteht Hannah Zakari aus den Produkten meiner Lieblingsdesigner, es ist sozusagen der angenehme Nebeneffekt meines Jobs, dass ich mich täglich mit all diesen fantastischen Dingen umgeben kann.
h2.0: Als eines der ersten Indie Distros im Netz, gibt es Deiner Meinung nach einen Unterschied zwischen dem "handmade" der frühen 2000er und dem "handmade", so wie wir es heute, fast zehn Jahre später, erleben? Und: ist "handmade" ein wirklicher Wandel oder nur ein Modetrend?Rachael: Ich denke, dass es da definitiv einen Trend zu handgemachten Produkten gibt, und dass Leute keine Lust mehr haben auf massenproduzierte Ware und auf Designer, die wir seit Jahren erleben. Ich glaube allerdings, dass dieser Trend länger als alle anderen dauern wird: das Internet ermöglicht es Designern und Craftistas, ihre Produkte einem grossen Publikum zu präsentieren und so in gewissem Sinne auch in direkte Konkurrenz zu grossen Unternehmen zu treten. Leute werden immer schönes Design kaufen wollen, ganz gleich woher es kommt.
h2.0: Welchen Rat würdest Du Indie Designern geben wollen, die gerade damit beginnen, ihr Unternehmen aufzubauen?Rachael: Haltet Euch an das, was ihr könnt, aber viel wichtiger noch: an das, was Ihr liebt, denn wenn Ihr etwas nur halbherzig angeht, wird es sich in Euren Produkten widerspiegeln. Achtet auf die kleinen Dinge und geht gut mit Euren Kunden um!
Vielen Dank, Rachael, für die Zeit und dafür, dass Du uns ein wenig von Dir und von Hannah Zakari erzählt hast!