October 31, 2009

handmade.Telegramm (31.10. 09)


handmade telegramm

☞ Wall Art on a Budget: wie aus Klorollenpappen Wahnsinnswanddeko wird.
Lichtkugeln für Platzteller (ich würde Wasserbomben und Flüssigstärke verwenden...).
☞ Noch mehr Licht: Treeos Luminarias sind designtechnisch ein Hammer (und: Folklorehuhn auf der Webseite!).
HomeSweet bedruckt Stoff per Hand, mit selbstgeschnitzten Mustern. 





Etsy wird international. In echt.


Etsy hatte vor einigen Monaten angekündigt, dass es nun endlich "richtig" international werden wolle. Was genau das heissen und wann es passieren würde, verriet man bislang nicht, aber eine erste Europa-Stipvisite fand dann doch immerhin statt.

Nun kommt eine weitere Tour, wieder einmal nach Deutschland, Frankreich und UK. Dem nicht genug, verrät Etsy, dass der Launch regionaler Seiten für, Obacht, Deutschland, Frankreich und UK bevorsteht. Noch vergleicht man diese mit Blogs, aber ich denke, DaWanda & Co. können sich schon mal warm anziehen (oder besser noch: es steht eine Überraschung bevor...). Offensichtlich wird bereits hart hinter den Kulissen gearbeitet.

Aha.

Es ist also endlich soweit. Etsy eröffnet im nächsten Jahr lokale Ableger in Berlin, Paris und London. Vorab aber wird es ein neues Meet & Greet geben, und die Termine stehen auch schon fest. Man notiere sich also:

Berlin: Dienstag, 17. November, früher Abend / Ort k/A



Paris: Donnerstag, 19. November, früher Abend / Ort k/A


London: Montag, 23. November , früher Abend / Ort k/A



Für Reservierungen und endgültige Termine werdet Ihr gebeten, Euch bitte in diese Liste einzutragen.

(Und beim Treffen dran denken, liebe unkonventionelle Craftistas, das höfliche "Sie" zu gebrauchen... ;) )


P.S. Etsys Pressemensch Adam mailte vor kurzem, um mitzuteilen, dass Etsy nun 1 Million Follower auf Twitter hat. Das ist eine grosse Zahl. In der Tat.



October 30, 2009

Just in: handmade2.0 Fanartikel!





Beginnt Euren kreativen Tag mit einer gehörigen Dosis handmade2.0: handmade2.0-Frühstücksbrettchen!
 Mass-customized von yours truly, handgefräst und geölt in Kanada, aus echter kanadischer Pinie, und damit streng konform mit allen erdenklichen handmade2.0-Standards dieser Erde (und natürlich damit auch ISO-2.0 zertifiziert)!

Wahnsinn, nüwo.


Na gut. Ganz so ist es nicht.

Es gibt leider keine handmade2.0 Fanartikel. Aber das mit den mass-customized Frühstücksbrettchen kommt hin, und zwar dank carveit.ca. Wir hatten das Thema Mass-Customized-Frühstücksbrettchen hier vor einiger Zeit, Langzeitleser erinnern sich vielleicht. Sieht also ganz so aus, als hätte jemand die Idee nun wenigstens im Ansatz in die brauchbare Tat umgesetzt. Und: natürlich waren es nicht Deutsche (die hocken realwelttechnisch auf Jahr- und Weihnachstmärkten und brennen jeden Namenswunsch in Brettchen und Zahndöschen).




Nein, es waren Kanadier. Liegt aber irgendwie auch nah: Kanada, Holz....
Die Prozedur ist denkbar einfach. Sein ganz individuelles Holzbrettchen kann man sich dank Flash und ohne Registrierung online erstellen; dazu wählt man aus dem Formenkatalog, gestaltet dann den Wunschtext und wählt noch die passenden Schriften, kann ausserdem aus dem umfangreichen Clipartkatalog zusätzliche Illustrationen hinzufügen, und bestimmt dann noch, in welcher Farbe die Fräsung eingefärbt werden soll.Bevor man mit seiner Kreation zur Kasse geht, kann man den Preis des endgültigen Stückes (ohne Versand) kalkulieren und bekommt quasi die Proofingansicht per PDF als Popup gleich dazu. Bezahlen kann man seine Bestellung per Kreditkarte oder PayPal.

Insgesamt ist die Idee wirklich gut durchdacht, das Interface ist leicht zu bedienen und die Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten ist ansprechend umfangreich. Wem die Möglichkeiten immer noch nicht ausreichen, kann eine PDF mit dem eigenen Design an Carveit mailen und bekommt einen unverbindlichen Kostenvoranschlag zurück gemailt.

Carveit ist, den Angaben auf der Webseite nach, die Idee eines Studenten in Vancouver, der die Bestellungen allesamt in Handarbeit in seiner Garage ausführt. Und ja, er heisst auch noch Jack.

Easy pie and tons of fun!



Und da es jetzt eh schon alle assoziieren...




Alle wollen eins: Pajak


[scroll down the page to jump to the English version]


...aber alle sagen, das Web hätte kaum Infos darüber.

Ganz so richtig ist das ja nicht... das polnische Web zum Beispiel hat sehr wohl reichlich Information zu bieten, aber es kann etwas mühselig sein, die Information aufzutreiben. Und: Osteuropäische Folkore ist ja im Moment der absolute Renner - begonnen hat es vor einiger Zeit mit Matryoshkas, dann kam skandinavische Folkore dazu (beides in Japan bereits viel länger absolut im Trend), in diesem Jahr sahen wir ausserdem bereits etwas polnische, ungarische und tschechische Elemente. Da passt es ja, dass ich ein wenig Hintergrund zu traditioneller polnischer Deko schreibe.

Im Januar hatte Wren Handmade gebloggt. Die Inspiration brach los. Und mit diesem Post fasst Freshly Blended quasi die Starblogger (des amerikanischen Web) zusammen, die sich der Massenbegeisterung für  Pająki dann nach und nach anschlossen. Aber genau wissen, was das eigentlich ist, tut -soweit ich nachlesen konnte- trotzdem keine. :)





Ein Pająk (Plural: Pająki) ist eine festliche folkloristische Dekoration aus Polen, die in ihrer Form an eine Spinne erinnert - daher auch der Name, denn pająk heisst Spinne auf Polnisch (und, soweit ich das noch hinbekomme, nicht "Strohspinne", so wie es alle übersetzen oder nachplappern). Pająki symbolisieren Fruchtbarkeit und Glück (für das kommende Jahr). Der Kronleuchter wird aus Strohhalmen gesteckt, die mit Papierblumen verziert sind, andere beliebte Versionen sind zum Beispiel aufgefädelte Bohnen oder Erbsen statt Strohhalme; ganz frühe Variationen waren aus Strohhalmen, Tonkugeln und Papierblumen gefertigt. Regional haben sich typische Formen herausgebildet. Zalipie zum Beispiel ist dafür bekannt, dass Frauen die Häuser mit schönen Blumenmotiven bemalen, und davon wiederum zeugen die dortigen Pająki.




Das  Pająkifertigen wird auf vielen handwerklichen Messen und Ausstellungen in Polen vorgeführt und hat seinen festen Platz neben anderen traditionellen Waren wie Blütenbouquets aus buntem Papier, Töpferwaren und mit traditionellen Motiven handbestickte Stoffe.

Dass Pająki häufig in einem Atemzug mit Papierblumenbouquets (bukiety kwiatów z bibuły) und Scherenschnitten (wycinanki) genannt werden, hängt damit zusammen, dass diese Elemente wichtiger Bestandteil der Hausdekoration besonders in ländlichen Gegenden waren (bzw. heute auch immer noch sind): Frauen dekorierten besonders zu wichtigen Feiertagen die Stube damit, um sie festlich herzurichten.Wie das aussieht, kann man auf dieser Webseite sehen (von hier wieder ein wenig nach oben bis zur Galerie scrollen) und auch auf dieser.


Ein paar informative Links (evtl. Google translate benutzen):

Wikipedia | Polish Folk Handicraft | Traditional Folklore House Decoration 1| Traditional Folkore House Decoration 2 |



-------------------
For my English speaking readers:
-----------------


Everyone wants one: Pająk.

...but all say there's hardly any information about these available on the web.

That's not quite the case. The Polish web for example offers a wealth of information, even though gathering that information can turn out to be a bit cumbersome, agreed. By the way: East European folklore is so trendy these days! It started out with matryoshki a while ago, then came Scandinavian folklore (both being the ultimative hit in Japan since years), and we already saw signs of Polish, Hungarian and Czech folklore elements this year. Looks like a good timing that I was going to write a bit about traditional Polish folk decoration.

Wren Handmade posted about Pająki last January, with a wave of inspirational outbursts all over blogland. This post at Freshly Blended presents blogging star Craftistas from the US, who joined in the mass hysteria for Pająki. But it seems to me that hardly anyone knows what these are all about.

A Pająk (plural: Pająki) is a festive folkloristic decoration from Poland, whose shape reminds us of a spider. Hence its name, because pająk is the Polish word for spider (and not "straw spider", as everyone repeats). Pająki symbolize fertility and good luck (for the coming year). The chandelier is put together using wheat straws, which are then decorated with colourful paper flowers. Other popular variations are dried beans or peas strung onto twine instead of straws; very early types of Pająki were constructed using straws and small orbs made from clay, decorated with paper flowers. Many regions in Poland have developed their own types of Pająki. Zalipie for example is a village where the women decorate the houses and interiors with beautiful floral motifs painted onto walls and objects; a tradition which reflects in their Pająki.

Pająki crafting is shown on many fairs and exhibitions across Poland today, and it ranks next to other traditional handicrafts such as paper flower bouquet crafting, pottery and fabrics embroidered with traditional folkloric patterns.

Pająki are often named alongside paper flower bouquets (bukiety kwiatów z bibuły) and paper cuts (wycinanki). These three handicrafts are important interior decoration elements, as they were used in rural areas to decorate the house for holidays and other festive occasions. You can find examples of a decorated room on this website (scroll up til the gallery from here) and on this website.

Some more links (use Google translate if needed):

Wikipedia | Polish Folk Handicraft | Traditional Folklore House Decoration 1| Traditional Folkore House Decoration 2 |

October 29, 2009

handmade.Telegramm (29.10. 09)


handmade telegramm

Marie Claire Idées No. 75 ist erschienen.
☞ Design - witzig, niedlich und recht funktionell: iida aus Japan.
☞ Wenn ich gross bin, werde ich auch so ein Atelier haben.

☞...und extra Sonder-Super-Meldung: frl. herz zieht in ihr erstes eigenes Atelier in Berlin! Tusch!

Handmade by you: Etsy schmeisst irrelevante Wiederverkäufer raus.


Die Titelzeile hört sich dramatischer an, als die Sache eigentlich ist: mit der letzten Überarbeitung seiner berühmten "Do's and Dont's" hat Etsy sich nun endlich entschlossen, gegen die zunehmende Anzahl von, sagen wir einmal, Gemischtwarenhändlern auf Etsy vorzugehen.

Darunter sind Produkte zu verstehen, die so absolut gar nichts mehr mit handmade zu tun haben, wie zum Beispiel Briefpapier, Notizblöcke und andere Dinge, die nicht direkt als Bastel- oder Künstlerbedarf angesehen werden können. Lange Zeit hat Etsy Shops dieser Art geduldet, und darunter fallen vor allen Dingen Shops aus Japan, China und Südkorea, die äusserst angesagte aber im Westen sehr rare "kawaii" Produkte verkaufen; also zum Beispiel niedliche Notizblocks, Sticker und andere Papeterieprodukte, bis hin zu Haushaltswaren wie iPod-Kopfhörerorganisationsmodulen in niedlicher Tierform.

Der überarbeitete Absatz "Commercial Supplies" liest sich in seiner verbindlichen Form nun also so:

"A commercial crafting supply is an item that is primarily used to make handmade items you might find for sale on Etsy (for example: yarn, beads, instructional books, patterns, tools). Both handmade and non-handmade ("commercial") crafting supplies may be listed under the Supplies category.
  • Commercial crafting supplies are items not handmade by you. (Crafting supplies handmade by the seller are allowed to be sold on Etsy, but are not subject to the policies for commercial crafting supplies. Please see the policies for handmade items.)
  • A commercial crafting supply is not a commercial item that, although it may be used in crafting, is ready to use as is (for example: mass-produced clothing, dollhouse furniture and clothing).
  • Commercial tools, elements and accessories that are used in conjunction with handmade items, but are not used to create a new item may not be sold on Etsy as a commercial crafting supply (for example: make-up brushes, wax tart burners).
  • Shipping supplies and packaging materials are allowed in the top-level Supplies category.
  • All items in the Supplies category must comply with Etsy's listing and tagging policies, including special policies for tagging Supplies listings.
Listings that do not comply with Etsy's policies may be flagged for review (see Flagging). Members who do not comply with Etsy's policies may be subject to review, which can result in suspension of account privileges and/or termination. If Etsy removes an item listing for violating Etsy policy, the seller is still obligated to pay the listing fee for that item. Suspended or terminated members remain obligated to pay Etsy for all unpaid fees per our Terms of Use."

Ich denke, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn mittlerweile existieren auf dem e-Commerce-Markt sehr viele Alternativen für Shopbeitreiber, die Artikel verkaufen wollen, die nicht ganz etsykonform sind. Etsys Entscheidung urteilt nicht über die Seriösität dieser Händler, sondern versucht lediglich, den Marktplatz und sein Credo auf Kurs zu halten.
Ich denke ausserdem, dass mit ein wenig Geschick hier ein ganz neuer Marktplatz enstehen könnte, denn asiatische Produkte sind seit Ewigkeiten Pop im Westen. Es braucht eben nur Webseiten, die auch in den Westen verschicken. Da asiatische Verkäufer aber häufig nicht genug Englisch sprechen (oder andere Sprachen), existiert hier eine Barriere, die aber vielleicht durch geschickte Partnerschaften aus der Welt geschafft werden könnten. Ein Blick in relevante Etsyshops aus Asien zeigt, dass hier eventuell gute Geschäfte gemacht werden könnten.





October 25, 2009

Indie Publishing: Styl(mag)


Noch mehr digitale Magazine!

Leute, der Trend geht eindeutig zum selbstverlegten, unabhängigen digitalen Fashion- und Lifestylemagazin (a.k.a. Indie Publishing) (mit optionaler Auflage in Print). Kein Wunder, bei so vielen Lifestyleblogs & Co. Die Übersicht habe ich da ja schon längst verloren, besonders auch, weil viele entweder den gleichen Kram bringen oder sich gegenseitig das Design abkopieren.

Styl(mag) war auch mal 'nur' ein Blog, erscheint aber nun auch als Magazin. Es wird in Tschechien produziert, komplett auf Englisch, und erscheint sowohl in Print als auch digital:


screenshot: stylmag


Über das Magazin:

"STYL Magazine is a print and digital publication celebrating the independent. We discuss indie fashion, culture, and living, brought by a collaborative cast of indie artists and designers. An intelligent read, with lots of visually delightful pages, we aim to be where covetable art and scholastic viewpoints intersect."

Und über die Macherin erfährt man noch:

"Riz Sedek loves prints. (...) She now lives in the Czech Republic with her supportive partner, intrigued by post-communism culture and dreamy European architecture, and missing Asian food."


Ein Abo gibt es hier, wer Beiträge beisteuern möchte, bewirbt sich hier, und der Blog zum Magazin ist hier.

October 24, 2009

Etsy mini trend: Embroidered Lace


It's time for another Etsy mini trend! Embroidered lace  jewelry sure is a trend that's spreading out there - not only in Etsyland. Not a week passes that I don't find a lace necklace or embroidered lace accessoires on Etsy's frontpage or in one of the many, many treasuries. Here are some picks for you (click on the image for a closeup):





Two more things: I collect antique lace, I know four to five things about it. I wish people were more careful when labeling lace "antique". And: for years I have been a huge fan of Emma Cassi, whose beautiful lace jewellery has been getting more and more attention in Europe and overseas lately - I do think the current lace jewellery trend ows quite a bit to her. She has been a hit in Japan, because her work is not only very romantic, but it seems that for Japanese, Emma Cassi's lace jewellery communicates a specific "European" lifestyle (just browse Cotton Friend, Sewing Pochée and many of the other Japanese magazines to see what I mean).






October 23, 2009

Neve Tzedek: Shabazi Street Favourites


Zum Wochenende nehme ich Euch mit zu einem Einkaufsbummel über Neve Tzedeks Shabazi Street und zeige Euch meine Favoriten dort.

Fangen wir einfach am Anfang der Strasse an, an der Ecke mit dem blauen, hundertjährigen Haus; wir sind im Süden von Tel Aviv, in Neve Tzedek. Rechts von uns geht's in den Norden, hinter uns liegt fast in Sichtweite das Mittelmeer, rechts geht es weiter in den Süden in die Altstadt von Jafo und geradeaus westwärts, immer die Shabazi Street hinunter....




Keren Wolf
{Vintage-style Jewelry Design}


Gavriel by Rubi Israeli
{Home Decor}



Sigal Dekel
{Modedesign}


Ginger
{Home Decor & Accessoires]


Ayala Bar
{Jewelry Design}



Orit Ivshin
{Jewelery Design}
Efrat
{Israeli Handmade}


Zendegi
{Modedesign & Accessoires}


October 22, 2009

handmade.Telegramm (22.10. '09)


handmade telegramm


old love - Wie man metallene Dinge ordentlich abzieht, weiss design*sponge.
tech love - Wie sieht's mit Eurer Erinnerung an die ersten Handys aus?
paper love - Chronicle Books Blog mit sehr guten Linkempfehlungen zur Papierkunst (u.A. Elsita!).
favor love - Papiertröten selbermachen. Zwar ohne Stimme, aber trotzdem nett.





October 20, 2009

ka-pawww.


Die Essenz bringt's manchmal klarer herüber als endlose Ausführungen. Ich sitze seit einer Stunde und fasse die Sache mit Jack Wolfskin in einen konstruktiven, sachlichen Beitrag zusammen, aber ich werde mich jetzt einfach mal der Worte bedienen, die gerade in meine Inbox getrudelt sind, denn sie sagen überraschenderweise das, was als Ansage an alle in dieser Angelegenheit so langsam fällig wird:

"Bring out the best in others: You can’t control anyone else’s way of speaking and acting. But by upgrading your own way of speaking and acting, you are more likely to bring out a better way of being in the other person."
{Rabbi Pliskin}

Soweit die Worte aus fremder Feder.

Die Kreativen, die sich selber lieber als "Kunsthandwerker" und "Indie Designer" sehen und ihr Label und dessen Ruf mit viel Mühe und Fleiss aufbauen, stehen in der Öffentlichkeit bereits als "Hobbybastler" da, DaWanda als "Bastelportal". Ob das also im Sinne aller Beteiligten gewesen ist?

Und um die Sache kurz aus einer anderen Richtung zu beleuchten: wie viele erhitzte Diskussionen gibt es da draussen, in denen sich Kreative aufregen, ihre Idee sei schamlos geklaut worden, ihr 'Design' sei einfach so kopiert worden? Und nun bitte Finger hoch: wer hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, das eigene Design geklaut auf dem Markt zu finden und nicht nur zusehen zu müssen, wie andere damit Geld verdienen, sondern auch noch mit Anbietern ganz anderer Qualität verwechselt zu werden?

Die Vorgehensweise von Jack Wolfskin ist sicherlich hart, vom naiven Umgang mit Social Media ganz zu schweigen. Auch ich habe spontan Sarkasmus daran geübt. Die Kosten, die auf einzelne Personen zukommen (könnten) sind heftig, und auch der Wortlaut einer Abmahnung ist wahrlich kein Freundschaftsantrag, keine Frage. Aber: Heute eine Marke so zu registrieren, dass eine Firma rundum abgesichert ist, grenzt fast an Wahnsinn. Und produziert laufend Kosten. Markenüberwachung und Markenverwässerung sind offensichtlich zwei Schlagwörter, die kaum jemandem geläufig sind. Schade. Denn genau darum geht es, wenn auch in der Vorgehensweise ganz bestimmt nicht zum Gefallen aller. Aber wem ist schon bekannt, dass das Nichtverfolgen vieler kleiner Markenrechtsverletzungen sehr wohl zum Verlust sämtlicher Rechte an der eigenen Marke führen können. Es war nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Abmahnung, denn Jack Wolfskin muss seiner Pflicht nachkommen.

Beispiel was passiert, wenn Markenschutz vernachlässigt wird: die Marke expertic gab es in der DDR und gehörte dem  "Warenzeichenverband für Kunsthandwerk und Kunstgewerbe e.V." in Olbernhau (Erzgebirge). Unter dieser Marke wurde traditionelles Kunsthandwerk wie Nussknacker, Räuchermännel, aber auch Töpferwaren usw. in den Westen exportiert. Nach der Wende wurde die Marke nicht mehr aktiv gepflegt, bis sie sich ein Unternehmer aus dem Westen eintragen liess. Und damit heute Nussknacker und ähnliche 'traditionelle Kunsthandwerksprodukte' in Asien produzieren lässt. Für den internationalen Markt. Was das wirtschaftlich für die traditionellen kleinen kunsthandwerklichen Gewerbe im Erzgebirge bedeutet (die unter dem DDR-Regime oft auch noch enteignet und der Marke expertic zugeführt wurden, unter der man sie im Westen oft nur kannte), dürfte wohl auf der Hand liegen.

Und: die Eintragung einer Marke in diverse Markenklassen ist wichtig, auch wenn sie Euch nicht auf Anhieb einleuchten. Unterstellungen und Mutmassungen sind daher nicht nur sehr naiv, sondern auch sehr unangebracht.

Meine eigene Meinung in dieser Sache: Neue Zeiten erfordern manchmal die Anpassung der Kommunikationspolitik, zum Wohle aller. Das erfahren Unternehmen in Zeiten von Mitmachweb und Social Media in aller Härte. Jack Wolfskin täte gut daran, die hauseigene MarCom-Abteilung und Entscheidungsträger in Sachen Medienkompetenz und Kommunikation zu schulen. In Bezug auf den Anspruch, aktiven Markenschutz zu betreiben, haben sie sich soweit nichts vorzuwerfen.

Die Dinge sind nicht so einfach, wie sie zur Zeit dargestellt werden. Wäre schön, wenn das inmitten der Debatte nicht übersehen wird. Nur so bleibt die Angelegenheit auf einem erträglichen Niveau für alle.


Eintrag im Deutschen Marken- und Patentamt
Markenklassen nach Nizzaer Klassifikation
Markenschutzinformation

P.S. Diskutieren können wir das hier gerne. Bitte sachlich bleiben und Behauptungen mit Fakten verifizieren. Auf Boykottaufrufe können wir hier gerne verzichten.

P.P.S. (21.10.)Sehr erfreulich: inmitten der sinnlosen Hetzerei und Mutmasserei ein Lichtblick auf markenmagazin.de!






October 17, 2009

Milchbonbonfreuden








October 16, 2009

Das Ding mit dem ♥ für Blogs


Der Stylespion hat sich zu einer zweiten Runde Ein ♥ für Blogs entschlossen - und die soll genau heute stattfinden.

Ein Lamentum der ersten Stunde war ja, es führe kaum jemand mehr Blogrolls (öffentliche jedenfalls, und mit anderen geteilt). Meine Links hatte ich bislang auf die Weise geteilt, indem ich immer wieder auf meine Dailies verlinkt oder gute Posts gleich via Feedreader geteilt habe (und von da per Feed auf Twitter &c &c, die ganze Bandbreite eben).

Ich biege die Regeln für die zweite Runde und gebe Euch lieber eine richtige Blogroll (genau, "so wie 2004, äh, früher"!, und damit wäre dann auch ein Punkt auf meiner ewig-langen Zu-Tun-Liste für handmade2.0 abgehakt.
Ich hoffe, Ihr findet ein paar neue Lieblingslinks auf dieser Liste, die Ihr wiederum mit Euren Lesern teilt. Die Liste ist noch unvollständig, wird sich sicherlich auch mal wieder ändern... also nie eine statische Sache sein.

In diesem Sinne: bitte geneigte Leser höflichst, den Blick nun auf die Seitenspalte rechts schweifen zu lassen.

Und: habt ein ♥ für Blogs.





October 15, 2009

handmade.Telegramm (15.10. '09)


handmade telegramm


wacker - Vikinger-Frühstücksbrettchen bei herzensart!
kernig - Heute schon an gefiederte Freunde im bittersten Winter denken!
kyuuto - Eigentlich kawai'i: Parasol Crafts zweite Ausgabe dreht sich ganz um asiatisch-niedlich.





Verdrahtet und gut


Diese Links geistern zwar eh schon rege durchs Techweb.... trotzdem:





I ♥ wireframes flickr group
[Wireframes group @tumblr]

Konigi's great tools: graph paper und DIY wireframe magnets





Blog Action Day '09: Klimawandel




Es ist wieder so weit: Blog Action Day 2009 findet heute statt, und zwar den ganzen Tag und weltweit. Das Thema in diesem Jahr ist "Climate Change", es geht also um Gedanken rund um das Thema Klimaveränderung.

Und mehr noch: es geht darum, den Herrschaften, die sich im Dezember in Kopenhagen zum UN-Klimagipfel treffen werden, den nötigen Druck zu machen, sich endlich zu verpflichten, mit leeren Versprechen und schönen Worten aufzuhören und endlich Taten folgen zu lassen.

Dazu gehört auch die Bundesregierung.

Informiert Euch - das Klima geht uns alle an. Und dann schreitet zur Tat, online und natürlich ganz besonders offline.

 Ich würde mich freuen, wenn Ihr heute mindestens eine 'Tat' beisteuern würdet. Sei es ein Post auf Eurem Blog, ein Tweet, eine Spende an die Organisation Eurer Wahl, oder vielleicht sogar der Entschluss, endlich besonnener zu konsumieren, den Ihr schon so lange vor Euch herschiebt.

Wenn Ihr wollt, kommentiert doch auch, was Ihr heute tun werdet und warum. Und wenn Ihr weitere Linktips habt, dann lasst es mich (uns alle!) wissen. Unter der Kommentarbox findet Ihr einen Trackbacklink.

Ganz kreativ-relevant könnten wir uns auch zusammen Gedanken machen, wie handmade einen Beitrag zum KLimaschutz leisten kann, wie wär's?

Meine Linkauswahl:

Blog Action Day Webseite | tcktcktck | Oxfam Klimahelden | Atomausstieg selber machen | Countdown-Clock |







October 13, 2009

contact handmade2.0


Oh, wieder einer dieser Posts vom Admintisch...

Ich habe ein neues Kontaktformular eingerichtet, das ich selber (innerhalb Google) verwalten kann und das nicht von noch einem Drittanbieter abhängig ist, so wie sein Vorgänger. Es hat die Testrunde überstanden und steht ab sofort zur ersten Kontaktaufnahme mit handmade2.0 bereit. Und zwar hier.





October 12, 2009

Buchtip: Upcycling auf deutsch - Henrietta Thompson


Buchtip

Wow, ein deutscher Buchbeitrag zum DIY- und Upcycling-Trend!

Naja. Fast.

Es ist die deutsche Version eines englischen Titels, der zeitgleich in diesem Herbst erscheint. Verwirrung komplett? Der englische Titel erscheint ausserdem in zwei Ausgaben: eine für UK, eine für USA.





Henrietta Thompson
u. Neil Whittington (Illust.)

Mach Neu Aus Alt
Welt retten, Geld sparen, Style haben

edel Verlag, 2009 (de)
isbn 3941378252 (de)

ca. 25€

 Englische Ausgaben:

Remake it Home
The Essential Guide to Resourceful Living

Thames & Hudson, 2009 (uk)
isbn 0500514844 (uk)

Universe (usa)
isbn 0789320568 (usa)


Henrietta Thompson stellt mit der graphischen Unterstützung von Neil Whittington auf  gewaltigen 272 Seiten, unterteilt in sechs Kapitel, Upcyclingideen vor, die sowohl stilsicher als auch unkonventionell sind. Gezeigt werden Ideen, die von jungen Designern umgesetzt worden sind (unter Anderem: junk+ion aus Tel Aviv, jippieh!), für die man weder Designdiplom noch Meisterbrief braucht, sondern lediglich Kreativität und Begeisterungswillen. Ziel dieser Arbeit ist, Produkten, die sowieso schon um uns herum existieren, eine längere Lebensdauer zu verschaffen, indem wir ihnen ein zweites, drittes oder sogar noch weitere Leben in neuer Form und Funktion geben. Mit Gegenständen des täglichen Alltags auf diese Weise zu verfahren sensibilisiert nicht nur den Umgang mit Dingen, sondern stellt einen sinnvollen Beitrag gegen das Vermüllen und den Überkonsum dar.



Henrietta Thompson lebt in London und Barcelona, ist Journalistin und Autorin und hat sich besonders auf die Themenfelder Design, Technologie und Architektur spezialisiert. Sie schreibt für Publikationen wie Monocle und Wallpaper, ausserdem ist sie auch als Kuratorin tätig.

Neil Whittington lebt in London, ist Grafikdesigner und Inhaber von Present&Correct (auch auf Etsy).
Ein schönes Interview mit Neil Whittington über ein Projekt für eine kanadische Fluggesellschaft gibt es übrigens auf design*sponge.






October 11, 2009

Hannah Zakari wird 5! Kommt feiern!


Hannah Zakari war eines der ersten Online Distros für Indie Design und handmade goods, das es im Netz gab, und es war das erste seiner Art in UK überhaupt. So ist das, liebe Leute.... gestern noch ganz klein und frisch, und kaum dreht man sich um, sind sie gross und aus dem Haus.

Äh. Moment. Falscher Film.

Ich kenne und liebe Hannah Zakari seit den ersten Stunden, und es fällt daher umso schwerer zu glauben, dass ich nun schon seit fünf Jahren einen wöchentlichen Besuch abstatte.

Aber es ist so.

Und daher hat Rachael, die den Laden seit der ersten Stunde an schmeisst (das Interview mit ihr gibt es übrigens hier), die ganze nächste Woche zur Geburtstagswoche erklärt - hip-hip, hurrah!
Aber damit nicht genug - es gibt jeden Tag einen kleinen Preis zu gewinnen, und dafür müsst Ihr relativ wenig tun:





Jeder dieser Preise ist am jeweiligen Wochentag irgendwo im Hannah Zakari-Shop versteckt. Findet ihn, und schickt eine Email an happybirthday@hannahzakari.co.uk. Schreibt Euren Namen dazu und vergesst nicht zu sagen, wo Ihr den Preis gefunden habt. Ihr könnt einmal pro Tag teilnehmen (und Schummeln ist arg unfair!).

Der Tagesgewinner wird per Zufall ermittelt und am nächsten Tag im Blog verkündet.
Alle Preise werden weltweit verschickt, es lohnt sich also mitzumachen!

Alle Bedingungen und Infos könnt Ihr auch noch einmal -auf Englisch- hier nachlesen.

Viel Glück!
(Und: bitte weitersagen!)


♥ Happy Birthday, Hannah Zakari! ♥


Produktphotos ©hannahzakari.co.uk
Collagen: handmade2.0


October 10, 2009

Post vom Paten: Trendmafia zieht ins Winterquartier


markets and dates



Die Trendmafia klopft auch im Winter weiter an Eure Türen und lädt Euch ein, die kältere und kalte Jahreszeit mit schönem Design und netten Leuten zu verbringen - naja, jedenfalls am ersten Novembersamstag, und mit einer geballten Ladung Indie handmade und guter Sachen dann im Dezember.


Ab November schlägt die Trendmafia ihr Quartier im berliner Brunnenviertel auf, also wird es keine kalten Füsse, Finger und Ohren geben, sondern rundum mollig-warmes Shoppen und Chillen! Die Räumlichkeiten sind geheizt und ausserdem auch barrierefrei.


Wer verkaufend teilnehmen möchte, sollte sich sputen, um noch einen Tisch zu bekommen. Alle wichtigen Informationen dazu sind unter diesem Link eingestellt.





Was? -- Trendmafia Designermarkt
Wo? -- Brunnenstrasse 64 / Haltestelle U-Bahnhof Bernauer Strasse
Wann? -- Samstag, 7. November '09, 13-20h

Ganz besonderes Goodie zum Vormerken:
Im Dezember gibt es die Trendmafia an den ersten drei Wochenenden, und dann auch gleich im Doppelpack!

✎ 5. & 6. Dezember, 13-20h
✎ 12. & 13. Dezember, 13-20h
✎ 19. & 20. Dezember, 13-20h


Happy Handmade Shopping!

買いに行かせ ざっか (Teil III)


Die Liste der Läden hat einen Neuzugang.




Da das Einkaufen bei Classiky direkt derzeit nicht möglich ist, weiche ich nur zu gerne auf uguisu shôten aus. Denn hier bekomme ich ohne Schwierigkeiten Classikyprodukte mit Illustrationen von Mihoko Seki, meine Letterpressblöcke und das schöne Geschenkpapier mit Mihoko Seki-Illustrationen.


ほんわかした気持ち - it's like getting mail from a dear friend!






Tütenkleben


Keine Panik, ist nichts passiert.

Bis auf die Tatsache jedenfalls, dass ich Dank Sandra wieder einen Ansporn habe, die angesammelten Papierreste zu verarbeiten (Ihr wisst schon - der Verschnitt, den man nie wegschmeissen mag und der sich überall anhäuft, weil das Papier viel zu schön ist, und weil man ja auch aus den kleinsten Schnipseln noch etwas Schönes machen kann / könnte / sollte / müsste / würde... &c &c &c).

Schöner und hochwertiger Verschnitt wurde bislang zu Banderolen und kleinen Etiketten, ganz kleine Schnipsel ausserdem zu schönen Verschlüssen. Grössere Reste habe ich zwar auch zu Papiertüten verarbeitet, aber ohne Bodenfalz, und daher waren sie denkbar ungeeignet für sperrige Dinge (wegen Verkrümpelungsgefahr).


Aber jetzt.





(Der Vikinger hat sich frech unter meine Matryoshkas geschummelt!)

Wenn man die Bodenfalz wie Origami faltet (also workflowmässig), dann geht die Arbeit nicht nur schnell von der Hand, sondern macht auch Spass.

Und zum Verschliessen? Keine Frage, was ich da nehme:




Washiklebeband und meine eigenen Sticker.


Bei grauem Mistwetter wirklich keine schlechte Beschäftigung.





October 7, 2009

Buchtip: HomeMade


Buchtip


Anna Lilja ist Designerin und lebt in Schweden. Sie hat sich unter Anderem auf Inneneinrichtung spezialisiert, gestaltet für Kunden wie SAS so schöne Sets wie diese hier, und kann ganz generell auf eine lange Liste von Projekten, Kunden und Erfahrung blicken. Sehr beeindruckend.

Nun hat die Designerin das Setdesign für HomeMade gemacht, einem Buch rund um DIY in den eigenen vier Wänden, und das ganz nach einem must-have aussieht!





Eva Lilja-Löwenhielm, Mårten Jansson, Anna Lilja
HomeMade

Ica Bokvörlag (2009)

isbn 9153428048

ca. 17€  [169 kr]



Eine kleine Auswahl an Bildern könnt Ihr direkt auf der Projektseite anschauen (die ganze Seite ist empfehlenswert). Ich finde es erfreulich, dass die Ideen allesamt modern aber nicht zu forciert-popkulturig sind, und dass die Autoren auf der anderen Seite auch nicht mit dem üblichen Scandinavian style-Kram aufwarten. Insgesamt eine wirklich schöne Mischung, und so wie es aussieht, sind alle Ideen mit recht wenig Aufwand und finanziellem Einsatz umsetzbar.

Das Buch ist bislang nur in Schweden und auf schwedisch erhältlich, aber Bokus zum Beispiel verschickt auch nach Deutschland und gibt sehr ausführlich Hilfestellung beim Bestellvorgang. Das Porto nach Deutschland kostet dort kanpp 12,50€ [129,43 kr].

Ich warte nun also mehr oder weniger geduldig auf Post aus Schweden....


Seit kurzer Zeit blogt Anna Lilja übrigens auch!

Spanschalenfreude


...die Flut bunter Blätter, Kastanien, Eicheln, Bucheckern und Pilze und Beeren und Moose... also, die schönen Sachen einmal beiseite gelassen, hat der Herbst ja nichts schönes für mich, und der Winter ist auch nicht viel besser. #Nähkästchen

Aber eine der wenigen guten Sachen ist, dass es in den Geschäften endlich wieder Trockenfrüchte in Spanschalen gibt. Ihr wisst schon, wofür...








October 6, 2009

Schlechte Zeiten für Print & Co.


Auch so ein wiederkehrendes Thema auf handamde2.0: Printmagazine, Wirtschaftsflaute und kreative Auswege aus dem Jammertal. Ich hatte in diesem Post schon einmal angerissen, dass erschreckend viele und sehr populäre Printmagazine der USA ersatzlos eingestampft wurden. Und der Trend scheint weiter zu gehen: Condé Nast stellt nun mit Gourmet, Cookie mag und Modern Bride weitere drei Titel des Portfolios ein.

Hier in Deutschland schiebt man, statt sich lieber Gedanken um neue Geschäftsmodelle zu machen, von denen man bereits seit fast zehn Jahren weiss, dass sie nötig werden, lieber anderen den Schwarzen Peter zu und baut so harte Fronten auf. Man disst das Internet und die, die es kreativ und erfolgreich nutzen, statt von ihnen zu lernen. Oder man nimmt sie gleich ganz unter die eigenen Fittiche, was aber auch einen Verlust von unabhängigen Blogs / Internetseiten bedeutet.

Während das mit den neuen Geschäftsmodellen noch dauern wird, hier zwei Projekte aus der jüngsten Vergangenheit:

BRIGITTE.
Ganz aktuell hat BRIGITTE gestern erklärt, dass ab sofort keine Models für Modestrecken mehr gebucht würden. Stattdessen will man nun Leserinnen modeln lassen:




Dass auf Shootings schon einmal Ortsansässige modelnd mit in die Strecken einbezogen wurden, kennt man ja von BRIGITTE seit langem (und es sah auch immer nett und authentisch aus). Ich erinnere mich besonders an einen Beitrag, der auf einer Südseeinsel (?) gemacht wurde, und für den eine alte Dame so brilliant, jugendlich-frisch gemodelt hat, dass sie daraufhin bergeweise Leserpost bekam (erinnere ich mich richtig, sie heisst Mimi?).
Was steckt aber wirklich hinter der neuen Aktion, ab sofort nur noch Laien ohne Modelvertrag arbeiten zu lassen? Die Idee gefällt mir irgendwie, aber ich kann nicht umhin, auch einen Funken Krise herauszuhören (ich vermute, Laienmodels werden auch ganz anders entlohnt, und man spart sich die Agenturen auch gleich mit). Ich glaube auch nur schwer, dass man nun auch runde Frauen modeln sehen wird (Übergrössen gab es bislang nur in Sonderbeiträgen), oder solche, die eben mitunter als "hässlich" abgetan werden. Ich bin also sehr gespannt, woran BRIGITTE nun festmachen will, was "normal" ist, und wie man in der Redaktion "normal" begreift.Und vielmehr: ich bin sehr gespannt, welche Labels ab sofort gezeigt werden und wo die Stylistinnen nun vornehmlich Klamotten suchen gehen.
Wenn BRIGITTE dieses Vorhaben wirklich realistisch hinbekommt, kaufe ich auch wieder ein Abo. Versprochen!

Lonny magazine.
In den USA haben sich zwei ehemalige Redakteure des eigentlich sehr beliebten Domino magazines -Michelle Adams und Patrick Cline- entschlossen, das Lonny magazine (setzt sich zusammen aus London und New York) zu starten: Interior, Lifestyle und Deko als virtuelles Magazin, immerhin 195 Seiten stark. Und soweit umsonst. Keine Frage, dass diese Aktion auf prompte Begeisterung gestossen ist: Lonnymag hat bereits über 3.500 Fans auf Facebook, und auch die auf dem erst gestern eröffneten Twitteraccount stellen sich bereits die ersten Follower ein.


Bildzitat: lonnymag.com


Adams und Cline haben das gemacht, was im Moment zu einem richtigen Trend unter Indie Designern, Fashionbloggern und Trendistas wird: sie haben quasi ohne einen Cent in der Tasche zu haben ein virtuelles Magazin auf die Beine gestellt. Projekte wie das Parasolmag (kürzlich erst auf Parasol Crafts erweitert), We love Crafts und andere standen hier sicherlich Pate. Im Vorwort (S. 6) erfährt der Leser, dass am Anfang eine Idee war, dann die Tat folgte, und erst dann mehr und mehr freiwillige Helfer hinzugestossen sind. Das ist sicherlich sehr einfach beschrieben, dürfte aber den Kern des Trends treffen. Und noch eine Sache, die im Beispiel von BRIGITTE schon aufhorchen lässt: das echte Leben steht im Vordergrund. Auf Seite 4 lesen wir daher auch:

"At Lonny, we value independent thinking and believe not in following trends but rather in making choices that lead to happiness. We believe that good design and affordable design can coexist  and that true inspiration can be found in the teeniest of homes or in the grandest of spaces."

Ein Trend und vielleicht ein Weg aus der Krise: Verschlankung der Produktion, Abwenden von unerreichbaren Idealszenarios, Vertrauen auf Community und Hilfsbereitschaft, Porträitieren aus dem echten Leben.
Denn: Craftistas, Indies & Co. helfen gerne aus, wenn im Gegenzug ein wenig Werbung für das eigene Blog oder den kleinen Shop drin ist. flickr ist eine unglaubliche Resource für kreatives Bildmaterial. Jeder Etsyuser sehnt sich nach fünf Minuten Fame in einem beliebten Lifestylemagazin. 
Aber: als authentisch kommt es bei den Lesern auch nur dann an, wenn die Macher glaubhaft sind und wissen, wovon sie reden. Wenn sie eben auch Teil der Community sind. Und das kann man sich schwer erkaufen.





Stifte im Abo


So ungefähr lautet das Konzept von Social Designers "500 pencils"-Projekt. Und nun frage man sich nicht lange, ob man sowas wirklich brauche. Denn ja, um Himmels Willen. Schöne Stifte kann man nie genug haben (genauso wie schönes Papier, übrigens, und schöne Klebebänder, und überhaupt).





Das gesamte Set hat man per Abo nach 20 Monaten à 25 Stifte zusammen, pro Monat kostet das Abo $33. Also $1.35 pro Farbstift, womit man sich eigentlich nicht um die Qualität der Stifte zu sorgen braucht. Das Abo kann hier bestellt werden, und die Community zeigt hier, was sie mit ihren Stiften bereits gemacht hat.

Social Designer ist sowieso so eine interessante Sache - nicht nur, dass die Community hier wichtig ist, nein, man unterstützt auch noch gute Projekte. Denn das hat sich Felissimo, die Firma hinter SocialDesigner, auf die Fahnen geschrieben: Soziale Verantwortung durch gutes Design zu fördern.

Beitreten kann man der Community durch einfaches Signup, danach kann man eigene Kreationen zu den jeweils aktuellen Aktionen beisteuern. &c. &c.

Bildzitat: 500pencils.socialdesigner.com

[hat tip miekewillems, nerdcore, apartment therapy]

October 5, 2009

handmade.Telegramm (5.10. '09)


handmade telegramm



So langsam habe ich auch meine ellenlange Liste dailies & must-reads aus meinem Newsreader abgearbeitet - diese Links hier darf ich Euch auf keinen Fall vorenthalten:

mjam - minimega schenkt Euch süsse Cupcakeverzierungsmanschetten.
süss - Cathe verrät Euch, wie man einen Wimpelstempelroller selber macht.
selbst - originell und Budget? Klar, mit Erinzams Umschlagverschlussanleitung.

October 4, 2009

handmade.Interview: Mikodesign


Die Sommerpause ist vorbei, und ich freue mich nicht nur, dass ich Euch ein weiteres handmade.Interview präsentieren darf, sondern dass sich Erika Harberts von Mikodesign die Zeit genommen hat, meine neugierigen Fragen zu beantworten. Ihr müsst nämlich wissen, dass Erika neben ihrem Label zwei kleine sehr kreative Seelchen versorgt und ausserdem auch ständig unterwegs ist (gut für alle, die von Mikodesign nicht genug bekommen können!). Ganz aktuell hat sie auch noch ihre Webseite neu gestaltet - aber dazu unten mehr.


image handmade.Interview

h2.0: Erika, tell us a little about yourself. Who are you and how did you become a designer?
Erika: Hi I’m  Erika Harberts from the Netherlands, a designer and mum of two girls. A couple of years ago I started my own  textile label called Mikodesign. I design fabrics and use them to make  products for babies, children and women.


h2.0: What is your business all about? Is it inspired by any school, style or artist?
Erika: My business is about inspiration, my head is so full of ideas and I just cannot stop making, and it seemed logical to make a business out of it. I really love creating and seeing an idea come to life. It’s addictive.

Mikodesign studio

h2.0: What inspires you, personally?
Erika: My two girls Sofia (8) and Mila (6) are very involved with what I do and make. We are often drawing together and some of the drawings even became fabric designs or prints for t-shirts.


h2.0: I have to be curious - you were featured in Zakka catalogue no.99. What was it like to have guests all the way from Japan who wanted to present you to their readers?
Erika: It was really a great experience; the Japanese culture is so different from ours, you notice that in little things like the formal way of greeting or giving/receiving business cards . I had a really good day, they brought lovely wrapped presents, I arranged a  lunch at Proeff  and I took them on a tour in Rotterdam in the Bakfiets ;-)  I’m looking forward to their next visit!

h2.0: If you could peek into the studio or the office of someone - who would that be?
Erika: I would really like to go to the screen-print studio of Ink and spindle to see how they have set it up. I would love to have a studio like that one day.

h2.0: Do you have a website, a blog, a real shop? Where can we find you on the web and where in the real world?
Erika: I just finished building my website, I have a blog, and an etsy shop for my fabrics.  I sell my products on different craft markets and in a few shops in the Netherlands.

mikodesign products

h2.0: Words of wisdom -- if you could share one word of wisdom to beginning entrepreneurs/artists, what would that be?
Erika: Though question! Start a blog, I love my blog and learned so much of blogging and fellow bloggers! I work alone at home and fellow bloggers feel like colleagues, they are great for feedback etc…. also blogging is great for networking!

Thank you, Erika, for this lovely interview!


Und bevor Ihr loslauft, um Eure Bestellung bei Mikodesign aufzugeben: halt! Erika hat nämlich noch ein besonderes Goodie für handmade2.0-Leser mitgebracht:  

Mikodesign goodies

20% Rabatt auf Euren Einkauf im brandneuen Mikodesign-Shop bekommt Ihr, wenn Ihr beim Bezahlen das Zauberwort handmade20 mit angebt!

Das Goodie ist gültig vom 4. Oktober 2009 (=heute) bis zum 11. Oktober 2009.



Produktphotos ©Erika Harberts, mikodesign.nl
Collagen: handmade2.0





October 1, 2009

admin teils you wieder mal mit...


Update, 2. Okt.:
Irgendwie sind die Kommentare wieder da. Und fragt mich nicht, wieso, denn eigentlich macht es keinen Sinn.
Das gepatchte Template, das gestern irgendwann garnichts mehr produziert hat, das ich heute dann komplett vom alten Disqus-Code befreit hatte und erneut patchen wollte (und das plötzlich als unpatchable abgelehnt wurde!?!), eben jenes Template funktioniert nun plötzlich wieder. Nachdem ich natürlich zig noch ältere Template aufgespielt hatte, manuell auf Fehler überprüft und von Blogger dann doch mit netten Fehlermeldungen kommentiert... so lange, bis das Layout dann total versemmelt war.
Wahrscheinlich gibt Blogger bei zu viel Hochladerei auf, oder irgendein Scriptheinzelmännchen meldet den Infarkt, oder weiss der Himmel was noch.

Es nervt. Denn es kostet unnötig Zeit, die ich eigentlich auf ganz andere Dinge verplant hatte. Und bevor mir jetzt wieder alle raten, endlich selber zu hosten -- das kann auch mit selbst gehosteter Software passieren, da nehmen sich weder Blogger noch WordPress noch MovableType etwas, und das kann ich sagen, weil ich das alles bereits schon mitgemacht habe und "kann". :)
Schlimm ist einfach nur, wenn bei allem "we're so social web, it hurts" trotzdem jeder an seinem Ding herumbastelt und Versionen releast, die sich dann eben doch nicht so social benehmen, wie sie sollten.

Anyways. Die Kommentare sind (im Moment jedenfalls, tfoo-tfoo-tfoo!!) wieder da. Wie heisst es so schön? If it works, don't touch it.

Aber lasst mich bitte trotzdem wissen, wenn irgendetwas komisch ist. Ihr wisst, wo Ihr mich erreichen könnt.
Und sagt mal, lädt der Blog jetzt langsamer als voher, oder bilde ich mir das nur ein???


Happy commenting!
°°°°°°°°°°


...es wird auch nicht langweilig, hier. Ganz bestimmt nicht.

Disqus, der Service, dem ich seit einiger Zeit meine neuen Posts samt Kommentare (oder andersrum) anvertraue, weil sie's einfach besser hinkriegen als Blogger, hat ein neues Feature herausgebracht: man kann nun auch alle alten Kommentare von Blogger in Disqus importieren und so den gesamten Kommentarverkerkehr (samt Trackback und Reaktionen und Simsalabims) unter einem Dach verwalten. Und ausserdem ganz sicher.

Und so zog ich mir ein weiteres Backup meines Templates, importierte alle Kommentare in Disqus, und machte mich daran, das Blogtemplate fit zu machen, damit auch alle alten Posts mit dem neuen Kommentarformular ausgestattet werden (und die Kommentare wieder eingebunden werden).

Soweit so klar?

Die ganze Sache brauchte nichtmal 10 Minuten, war schmerzlos und schien auf Anhieb zu klappen. Happy!

Eine Stunde später klappte dann nichts mehr.

Kein Kommentarformular, keine Kommentare; bis auf den Feed, der ja aber direkt aus Disqus kommt, und da sitzen ja alle Kommentare noch brav. Nur hier im Blog klappt nichts mehr, und sehen kann man auch nichts mehr. Und ich bin etwas am Ende, denn ausser brav Instruktionen befolgen und selber nachdenken (sprich: alles ausser zaubern) kann ich auch nicht. Wer hat nun also was wann und wo versemmelt? Ganz insgeheim tippe ich auf Blogger, und den üblichen Entwicklerwahnsinn (schnell mal neue Sachen aufspielen und nicht dokumentieren, sollen alle, die auf unsere API bauen, doch zusehen, wo sie bleiben...). Ich kann mich aber auch gewaltig irren.

Daher: habt bitte ein wenig Geduld, bis die Kommentarfunktion wieder zurück ist und funktioniert. Eure Kommentare sind nicht gelöscht oder verloren. Sie sind nur gerade nicht da, wo sie hingehören.

handmade.Termin: ökoRausch


markets and dates

Labels, die umweltbewusst und nachhaltig produzieren, Konsumenten, die nicht mehr massengefertigt und ökologisch unkorrekt kaufen möchten, kommen am Wochenende vom 10. und 11. Oktober 2009 nach Köln zur ökoRausch 2009. Zwei Tage lang dreht sich auf der Messe alles um "green", neue Ideen und neue Wege, das Konsumieren von Gütern verträglicher für Umwelt und Gesellschaft zu machen.



"Die ökoRausch zeigt Designprodukte überwiegend junger Labels und möchte Design-Fachbereichen von Fach-/Hochschulen und Akademien eine Plattform bieten, damit diese über ihre Designausbildung im Hinblick auf Kriterien der Agenda 21 informieren können.
Wir sind davon überzeugt, dass das Publikum großes Interesse daran hat, über die aktuellen Positionen der Design-Lehre in Hinblick auf Ökologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit informiert zu werden."

Die Messe wird wieder ein umfangreiches und sehr, sehr interessantes Rahmenprogramm bieten, das Ihr auf der Webseite von ökoRausch anschauen könnt (Navileiste links, Stichpunkt "Rahmenprogramm"; leider ist die Seite sehr umständlich, unnötig flashlastig und verlinkungsunfreundlich programmiert...).

Wem übrigens die Produkte von tulibri gefallen haben, wird sich vielleicht freuen, sie ebenfalls und neben vielen anderen sehr interessanten Ausstellern und Projekten auf der ökoRausch antreffen zu können. Die gesamte Ausstellerliste könnt Ihr auf der Messewebseite unter "Teilnehmer" anschauen. Und wer vorab schon einmal wissen möchte, wie es stimmungs- und locationtechnisch auf der ökoRausch so ist, der wird auf jeden Fall im reichhaltigen Archiv von 2008 fündig!



Was? -- ökoRausch 2009
Wann? --10. & 11. Oktober 2009 | 12-21.30 Uhr bzw. 12-18 Uhr
Wo? -- Vogelsanger Str. 231 | 50825 Köln

[Eintritt: 3€ / Kinder haben freien Eintritt ]




View Larger Map




[Bildzitat ökoRausch-Logo: ökoRausch]

handmade.Termin: herbstliche badstrasse8


markets and dates


In der Badstrasse8 in Fürth laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn der nächste Designermarkt steht bevor! Nach den ersten sehr erfolgreichen (weil: ausgebucht!) Terminen in diesem Jahr kommt nun der erste herbstliche Termin; eine ansehnliche Liste mit Ausstellern ist bereits zusammengekommen, und nun kann man nur noch hoffen, dass das Wetter mitspielt und wenigstens einen goldenen Herbstsonntag bei klarer Luft und Sonnenschein bietet.

Für das leibliche Wohl wird wie immer gesorgt sein, und nun fehlt nur noch Ihr. Kommt in Scharen!






Was? -- Designermarkt in der Badstrasse 8
Wann? -- Sonntag, 4. Oktober 2009 | 13 - 19 Uhr
Wo? -- Badstrasse 8, 90762 Fürth



View Larger Map

This page looks cranky, because it seems you have disabled java script. Commenting and proper page display is only possible with java script enabled. Sorry for the inconvenience.

{top themen}

{ mitreden }



{Kommentare powered by Disqus}

{ tags }

{ archiv }


Powered by Rollyo


{ colophon }

Related Posts with Thumbnails
 

All content ©2003-2011 handmade2.0 (unless other noted)CopyrightContact

Blog Widget by LinkWithin