Morgen ist Donnerstag - und donnerstags laufen in Deutschland neue Kinofilme an. Für morgen oder das kommende Wochenende lege ich Euch einen besonderen Film ans Herz. Keine Schmonzette, kein Actionfilm, keine Vampire oder Geballere:
Plastic Planet.
Haarsträubend kann der Film aber trotzdem werden, angesichts der Berge von Plastik, in die die Erde immer mehr eingemüllt wird -- von uns allen.
Das Browsen der Filmwebseite lohnt sich aber auch, denn neben einer Einführung in den Film selber gibt es viel Hintergrundinformation und weiterführende Links für alle, die noch mehr wissen oder sogar selber aktiv werden wollen. In Zusammenarbeit mit dem
BUND zum Beispiel gibt es teilweise kostenloses Infomaterial wie Postkarten, Sticker und Broschüren zu bestellen (würde sich bestimmt auch toll in Euren handmade-Läden machen oder als Sonderthema in der Schule). Auf
Kein Heim für Plastik wiederum wird klar, wie sehr wir uns schon an Plastik in unserem täglichen Leben gewöhnt haben - gezeigt werden aber auch eine kleine Auswahl an Plastikalternativen.
Ich persönlich denke, dass es machbar ist, bewusst auf Plastik zu verzichten, wo wir es können. Es zahlt sich langfristig aus, und wenn es auch erst die Generationen nach uns sind, die froh über unsere Entscheidung sein dürfen. Hinter jeder grosssen Industrie, das darf man nicht vergessen, steht auch immer eine Lobby, die mit vielen Mitteln versucht, uns ein Produkt oder einen Werkstoff schmackhaft zu machen.
Wenn Ihr es also irgendwie einrichten könnt,
geht ins Kino.
Und: habt Ihr Ideen, Strategien und Tips zum bewussteren Umgang mit Plastik? Welches sind Eure Alternativen für Plastikprodukte? Die Kommentare sind offen!
--------------------------
Weiterführend habe ich für Euch noch einmal ein paar meiner Lieblings-Awesome-Aktionismus-Links zusammengesucht, die sich letztendlich auch alle um das Thema "Plastik" und damit natürlich um Konsumalternativen drehen:
The Story of Stuff - hierzu habe ich
2007 geschrieben. Film und Teaser sind prägnant und auf den Punkt formuliert, mittlerweile gibt es Transkripte auf der
internaitonalen Webseite (wiederum gut für den Unterricht usw.!). In gut einer Woche kommt das
Buch zum Projekt auf englisch heraus,
etwas später dann auch auf deutsch.
KilaKitu - Das Projekt verfolgt
zwei Ziele: Upcycling und fairer Lohn. In Nairobi gehen die Macher von KilaKitu auf die immer grösser werdenden Second-Hand-Kleidermärkte (
oft gespeist aus den Altkleidersammlungen aus westlichen Ländern, was so eigentlich nicht geplant war, sic) und kaufen die Stücke ein, aus denen zusammen mit KilaKitu-Schneidern neue und absolut trendige Kleidung entsteht. Die Schneider, die für KilaKitu arbeiten, bestimmen ihre
Gehälter selber.
UniquEco - Ebenfalls in Nairobi, dreht sich bei UniquEco alles um FlipFlops, die billigen Latschen aus weichem Kunstschaum mit einer vergleichsweise kurzen Lebensdauer, die nach dem Tragen einfach irgendwo entsorgt werden. Trendige Modeartikel, deren Lebensdauer absichtlich kurzfristig designt ist, sind eine Belastung für den Planeten, die schon bei der Produktion beginnt.
UniquEco recycelt FlipFlops zu Schmuck, Kunstobjekten oder Gebrauchsgegenständen für den Alltag. Ein Teil der Einnahmen kommen wiederum Umweltprojekten zu. Arbeitsplätze werden geschaffen, aber ebenso werden Menschen vor Ort im Umgang mit Resourcen und der Natur sensibilisiert, also an bewussten Konsum und aktiven Umweltschutz herangeführt.
31Bits - Das Projekt verfolgt, ähnlich wie Kila Kitu, zwei Ziele:
zum einen bekommen Frauen in Uganda die Möglichkeit zu Arbeit und Lohn, indem sie traditionellen afrikanischen Schmuck aus Papier herstellen. Das schafft Arbeitsplätze und finanzielle Sicherheit.
Zum anderen werden die Papierperlen für die Schmuckstücke ausschliesslich aus Altpapier hergestellt, was wiederum ein positiver Beitrag für die Umwelt ist.
Morsbags - 2007 hatte ich schon einmal
angemerkt, dass das Plastiktütenproblem in Deutschland schon erheblich früher angegangen wurde als zum Beispiel in England oder den USA. Der Einkaufsbeutel aus Stoff oder Garn (super retro Einkaufsnetz!) hat hier eine lange Tradition, die leider durch Supermärkte nach US-Format aus der Mode gebracht wurde - bis zum Glück die wunderbare Ökowelle der 80er dafür gesorgt hat, dem Plastikwahnsinn nach und nach ein Ende zu bereiten.
Morsbags propagiert den Stoffbeutel, und idealerweise soll der auch selber genäht sein - ganz idealerweise aus alten Stoffresten, die so auch noch eine sinnvolle Verwertung erfahren dürfen. Hauptsache weg vom Plastik.
Selbstgenähte Stoffbeutel haben noch einen Vorteil: sie sind nach unzähligen Wäschen bereits frei von schädlichen Imprägniermitteln und Pestiziden - was ich von manchem China-Stoffbeutel an Ladenkassen nicht unbedingt behaupten möchte.
Carrotmobbing - Der Hinweis auf die Carrotmobber darf nicht fehlen! Den Kiez mobilisieren und kleine Läden im Viertel unterstützen, damit sie umweltfreundlicher werden. Das ist grob gesagt das Programm der Carrotmobber dieser Welt. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Ortsgruppen gefunden und informieren zum Beispiel auch über Twitter über nächste Aktionen. Meine Liste mit allen zur Zeit twitternden Carrotmobgruppen
ist hier. Von dort gelangt Ihr dann auch auf die jeweiligen Homepages der Gruppen.
Und: im Carrotmobbing stecken unter Umständen noch
ganz andere Synergiemöglichkeiten.