March 31, 2010

Die Trendmafia klopft (April 2010)


Das Wetter ist endlich freundlich-frühlingshafter geworden und Ostern steht vor der Tür. Das soll man nutzen und einen Ausflug machen. Am kommenden vorösterlichen Samstag ist es wieder einmal so weit: die TrendMafia klopft und lädt Euch zum Designermarkt ins berliner Brunnenviertel ein!


Die vorläufige Ausstellerliste ist lang und wartet auf mit einem guten Mix aus Mode, Accessoires und Schnickschnack, und zwar so reichhaltig, dass wirklich für jede Generation etwas dabei sein wird.

Für Kinderbetreuung wird wie immer gesorgt, ausser einer Tobeecke gibt es österliche Bastelaktionen, die Kunststücke dürfen natürlich mit nach Hause genommen werden.

Für das leibliche Wohl sorgen süsse und herzhafte Happen, die mit Kaffee und Getränken begleitet für weitere Runden durch den Saal stärken und für neue Shoppingkraft sorgen.

Auch diesmal wohltuenderweise gegen vom Tütenschleppen verspannte Nacken vor Ort: Sabrina Krabbenhoeft mit Team.





Wie immer: Wenn Ihr selber an einem der nächsten Markttermine verkaufen wollt, meldet Euch einfach bei der TrendMafia an.

Was? -- TrendMafia Designermarkt
Wann? --Samstag, 3. April 2010 | 13-20 Uhr
Wo? -- Berlin | Brunnenstrasse 64 (am U-Bahnhof Bernauer Strasse)

handmade.Termin: t::market (Israel)


Wer sich an meine Beiträge aus Israel vom vergangenen September erinnert, weiss bereits, was der t:market ist: hier kommen Indie Labels aus ganz Israel zusammen, die ihre handgemachten Designs verkaufen, es gibt ausserdem Produkte der angesagtesten T-Shirt-Manufakturen wie zum Beispiel HaSnif HaMekomi zu kaufen, Schmuck und viele andere Dinge.

Hier ein paar Impressionen von 2008: 




Der t:market hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Hit gemausert; in diesem Jahr scheint die Liste mit Marktterminen fast zu explodieren. Einige Termine für die nächsten Monate habe ich gerade in den handmade.Kalender eingetragen.


Termine für 2010:


t:market Tel Aviv
HaRechev Street 13 (Barzilay-Club), Tel Aviv

3. April 2010: 11h-23h
4. April 2010: 10h -22h
5. April 2010: 10h-22-h

t:market Haifa
Al Pasha Road 5 (Luna Club), Haifa

23. April 2010: 10h-18h
24. April 2010: 11h-21h

t:market Herzeliah
Sderot Hen (Stadtmitte)

6. Mai 2010: 14h-23h
7. Mai 2010: 9h-17h


t:market Jerusalem
Derech Hevron 11, Jerusalem

14. Mai 2010: 10h-18h
15. Mai 2010: 10h-19h


...ausserdem kommt der Markt auch noch nach Emek Hefer, Holon, Kvar Saba und Rehovot!

Termintip: Etsy präsentiert The Handmade Marketplace



Kurzer Termintip: wer von Euch am 1. April nicht zur Etsyparty in Berlin geht und auch sonst noch nichts besonderes vor hat, und wem "The Handmade Marketplace" von Kari Chapin nach meiner kurzen Besprechung hier schon gefallen hat, der kann die Autorin morgen live auf Etsy kennen lernen.

Etsys "Speaker Series" präsentiert morgen Kari Chapin, ihr Buch "The Handmade Marketplace", und die Autorin bringt vier der im Buch vorgestellten Craftistas gleich mit nach Brooklyn. 

Um dem Event beiwohnen zu können, benötigt Ihr ein Etsy-Nutzerkonto, wenn Ihr noch keines habt. Das ist relativ schnell eingerichtet (lediglich eine Email wird benötigt, sonst wird nichts abgefragt) und verpflichtet zu nichts weiter. Um in die Labs zu gelangen, müsst Ihr eingeloggt sein.


Fail an der ganzen Sache: Die Veranstaltungszeit ist leider wieder einmal US-zentriert ausgesucht, und es deutet leider auch nichts darauf hin, dass der Livestream archiviert werden wird - 19 bis 21 Uhr lokale Ortszeit NYC entspricht 23 bis 1 Uhr unserer Zeit in Mitteleuropa. Aber wen es brennend interessiert, findet vielleicht noch ein wenig Energie, die zwei Stunden durchzuhalten.



P.S. Wer ein handsigniertes Exemplar von "The Handmade Marketplace" erwerben möchte, ist mit $25 inkl. int. Versand im Etsy-Shop der Autorin dabei. Die Summe entspricht rund 19€ und liegt damit also noch im Rahmen des EUst-freien Warenverkehrs.

March 29, 2010

The admin teils you mit...


... entweder wird Google wieder einmal von China gehackt, oder irgendwer ist in einer der vierundzwanzig Google-Serverfarmen mit einem grossen Magneten in der Hosentasche an ein paar Racks vorbeigeschlendert.

Wie auch immer; wenn Grafiken und Bilder hier auf handmade2.0 nicht laden, dann nicht etwa, weil ich etwas versemmelt habe. Google ist schuld.

handmade.Termin: Designerfrühling in Köln


Ich habe es schon in meinen Stats gesehen: Ihr sucht alle verzweifelt nach dem Termin für den diesjährigen Designerfrühling in Köln!
Und: ja, es gibt einen Termin, und ja, der Designerfrühling bleibt bestehen.



screen: designer-fruehling.de

Nach drei erfolgreichen Märkten hatten die Initiatorinnen im letzten Jahr Nachfolger gesucht, die sie nun auch erstmal gefunden haben: der Designerfrühling wird fortan von der Initiative  Südstadt Leben e.V. weiterbetreut.

Die Designerfrühling-Webseite ist in neue Gewänder gekleidet worden, und der Termin steht auch fest:

Am 24. April (Samstag) kann man im Atrium und im Innenraum der Lutherkirche wieder einmal an den Ständen von über 30 DesignerInnen und Kreativen selbstgemachte Produkte erstehen. Darüber hinaus wird auch in diesem Jahr Südstadt Leben e.V. für das leibliche Wohl sorgen und auf die Ohren gibt es diesmal etwas von den DJs Moreno & Rubio.


Was? - 4. Designer Frühling
Wann? - Samstag, 24. April - 11.00-19.00 Uhr
Wo? - Lutherkirche, Martin-Luther-Str. 27, Köln


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Schönschreiben


Schreiben per Rechner, Handy oder auch mit der good-ol' analogen Schreibmaschine kann die Handschrift, die man sich im Laufe seines Lebens ja so schön angezüchtet hat, ganz schön in Mitleidenschaft ziehen.

Wie wäre es mit einer kleinen Übung, zur freudigen Erbauung und Kurzweil aller?




Ich tagge Leute nie bei solchen Dingen, damit kein Zwang aufkommt - mitmachen ist aber ausdrücklich erwünscht! Dazu einfach Antworten der Fragen unten aufschreiben, photographieren und bloggen. Euer Ergebnis könnt Ihr entweder mit Backlink auf diesen Beitrag hier posten, oder einfach unten in den Kommentaren bescheid sagen. Oder per Twitter an @handmade2_0.

1. Wie heisst Dein Blog?
2. Schreibst Du mit links oder mit rechts?
3. Deine Lieblingsbuchstaben (gross oder/und klein)?
4. Deine Nichtlieblingsbuchstaben (gross oder/und klein)?
5. Schreibe dieses Pangramm:
"Falsches Üben von Xylophonmusik quält jeden größeren Zwerg."
6. Dein Lieblingsschreibgerät?


Viel Spass!

Ausgefragt.


Ein kleiner Einzeiler:

Die Leute von Expli haben mich interviewt.

Hoffe, es gefällt Euch auch.

(Huch, das waren jetzt zwei Zeilen!)

March 25, 2010

Indiepreneur-Power in Berlin: frl. herz


Als ich Euch im vergangenen August das frl. herz in meiner handmade.Interview-Reihe vorstellte, hatte sie neben vielen kleinen Einblicken in ihr kreatives Microlabel auch tolle Tips für alle, die ernsthaft daran denken, die Sache selber in die Hand zu nehmen und Indiepreneur zu werden. Dass das nicht bloss Tips waren, die Tatiana gerne anderen mit auf den Weg gibt, sondern dass dies auch ihre eigenen Handlungsmaximen sind, davon kann man sich seit zwei Tagen erneut überzeugen.

Seit dem 23. März 2010 könnt Ihr nämlich nun bewundern, wie das frl. herz mit viel Engagement und Disziplin den nächsten Schritt in ihr Indiepreneurdasein gemeistert hat: Der frl. herz-Laden ist eröffnet!




Seit ein paar Monaten schon werkelte und rumorte es in dem kleinen aber feinen Souterrain-Ladenlokal, und das alles neben Nähen, Onlineshop und einem Hauptjob. Schritt für Schritt, mit Bedacht und Disziplin kam man dem Ziel jeden Tag ein kleines bisschen näher. Und nun ist es geschafft. Respekt, liebes frl. herz!




Der Laden ist schön geworden! Hell, freundlich und einladend. Das weisse Interieur lässt den Souterrainladen grösser wirken, die schön dekorierten Produkte und Objekte strahlen und so automatisch zu Blickfängern werden.

Jedes Einrichtungsstück ist mit Bedacht gewählt; Vintagemöbel (Tisch, Sessel, Schreibtischlampe auf dem Tresen) sind wirklich toll mit neuen kombiniert. Super ist auch die Wanddeko aus Stickrahmen, in denen Tatiana ihre Lieblingsstoffe, die sie auch für ihre Produkte verwendet, ausstellt.


Was soll ich Euch sagen - ein Besuch ist ein Muss. Die Lage ist einmalig, und nachbarschaftstechnisch ist frl. herz in allerbester Gesellschaft: Scheunenviertel, Hackesche Höfe, das Barcomi's gleich um die Ecke, und so viel mehr. Und wenn das Wetter schön ist, könnt Ihr sogar draussen vor dem Laden sitzen und nett mit Tatiana plaudern!





Die Photostrecke zum frl. herz-Laden könnt Ihr auf flickr sehen. Die Entstehungsgeschichte hat Tatiana auf ihrem Blog dokumentiert. Und ansonsten: vorbeigehen!

Wichtig: Die Öffnungszeiten findet Ihr unten unter der Adresse.


frl. herz
Krausnickstraße 10
10115 Berlin

Atelierzeiten
! jeweils vom 16. bis 30./31. eines Monats !

Di – Fr: 12 – 19h
Sa: 12 – 17h



Karte:

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images: ©frl. herz


March 24, 2010

handmade.Termin: Sideseeing Berlin




Nachdem es am 28. Februar den ersten Sideseeing-Designmarkt des neuen Jahres gab, steht an diesem Wochenende der zweite (und damit übrigens der achte insgesamt seit seiner Gründung 2009!) bevor.

Aus den heimatlichen Gefilden in Neukölln zieht Sideseeing diesmal um in Richtung Mitte und schlägt am Sonntag im Meistersaal zwischen Potsdamer Platz und Anhalter Bahnhof die Zelte auf.

In einem Jahr ist die Ausstellerliste auf wirklich ansehnliche 100 Designer, Kreative und Indies gewachsen, so dass für jeden Geschmack und Geldbeutel immer etwas dabei ist und keiner wirklich umsonst kommen muss. Denn neben tollen Designerprodukten sorgen die Veranstalterinnen von Sideeseeing stets für ein ansprechendes Rahmenprogramm: schmissige Musik vom Live-DJ, köstliche Verpflegung und ausserdem nun auch hier eine kostenlose Nacken- oder Rückenmassage von Spezialisten überzeugen auch den letzten Zögerer!

Raus aus der Bude am Sonntag, und rein ins Getümmel auf dem Sideseeing-Designmarkt im Meistersaal!



Was? -- Sideseeing Designmarkt
Wann? --Sonntag, 28. März 2010 | 11-18 Uhr
Wo? -- Meistersaal am Potsdamer Platz | Köthener Straße 38 | 10963 Berlin

March 22, 2010

handmade.Frühjahrsputz: Ravelry


Der Frühjahrsputz hat auch vor ravelry, der amerikanischen Community für alles rund ums Stricken, Häkeln und Wollespinnen, nicht halt gemacht.

Seit letztem Freitag erscheint die Frontpage in einem neuen, witzigen Outfit:


screen: ravelry.com


Und auch sonst erfreut sich ravelry immer noch steigender Beliebtheit trotz der Tatsache, dass es nach wie vor eine geschlossene Community ist.

Im März 2008 war ravelry knapp ein Jahr alt, aber der Andrang immer noch so gross, dass Accounts nach wie vor nur auf persönliche Einladung erteilt wurden und die Warteliste unendlich lang war. Trotz allem erhielt ich damals nach weniger als einer Woche eine Einladungsbestätigung und konnte einen Account eröffnen. Und laus-mich-der-Affe... ich weiss, dass ich damals einen Post über ravelry geschrieben hatte, mit Screens, Daten und allem Schnickschnack. Aber der ist aus irgendeinem Grund beim letzten Blogumzug verloren gegangen.


Kleiner Rückblick auf fast drei Jahre ravelry in Eckdaten:

Die Idee für ravelry reicht zurück bis 2005. Anfang 2007 begann die eigentliche Designarbeit, Anfang Mai '07 wurde der Start von ravelry nach einer kurzen Betaphase offiziell verkündet.

25. März 2008 - Der 100.000ste User registriert sich auf Ravelry.

9. April 2008 - Ravelry ist "out of dept"; dazu beigetragen hat auch die Community mit grosszügigem Funding in Form von Spenden.

Anfang Mai 2008 wird die die Pattern Sales-Funktion bereits erfolgreich beta-getestet.


Anfang Oktober 2008 wird die kommerzielle Ecke auf ravelry um einen Marketplace bereichert: Nutzer, die ein themenrelevantes Indie Label haben, können hier Annoncen buchen.

Am 17. Juli 2009 zählte man 100.000 verkaufte Handarbeitsanleitungen im Gesamtwert von über $500.000.

Anfang September 2009 zählte ravelry über 430.000 registrierte Nutzer, rund 900 neue Nutzeraccounts kamen zu dieser Zeit pro Tag hinzu, 2.3 Millionen eingestellte Strick- und Häkelprojekte lagen auf dem ravelry-Server, illustriert durch rund 8 Millionen Photos.
Die Seite verzeichnete 3.6 Millionen PIs pro Tag (10 Millionen tägliche Requests an Rails).

[In Bezug auf Deutschland: Im letzten September besuchte Ravelry das deutsche Ravelry-Usertreffen in Backnang und ein weiteres User-Meetup in Heidelberg.]

Am 6. November 2009 registriert sich die 500.000ste Nutzerin auf ravelry.

Am 11. Dezember 2009 waren bereits 191.000 Anleitungen im Gesamtwert von $1.250.000 verkauft, 98.7% davon gingen direkt an die Designer.
In Stosszeiten werden im Durchschnitt vier Anleitungen in der Minute verkauft, rund 50 neue Anleitungen werden am Tag von Nutzern zum Kauf über den Ravelry Pattern Sales Service angeboten.

Am 12. März 2010 erreichte ravelry 293.000 verkaufte Handarbeitsanleitungen (Strick- und Häkelmuster) im Gesamtwert von $1.500.000. Fast die gesamte Summe, nämlich 98.8%, ging direkt an die Designer der Anleitungen (mehr zum Preisschema).



Dieser Beitrag erscheint auch auf ExcitingCommerce.

March 21, 2010

Digitales Partizipieren, oder: How To Join The Conversation For Realz.


ReadWriteWeb hat vor ein paar Tagen einen Artikel von Gillian Andrews  veröffentlicht (thanks, hackr), in dem es um das geht, was oft und gerne "web illiteracy" genannt wird: Web Illiteracy: Hoch Much Is Your Fault?

Ganz knapp gefasst: die oft gemachte Beobachtung, dass Webnutzer Funktionen und Strukturen einer Webseite nicht verstehen und sie daher falsch benutzen: Blogkommentare werden als Mailformulare an den Anbieter oder sogar eine ganz andere Person genutzt; Loginlinks oder Loginfelder werden nicht als zur respektiven Seite zugehörig erkannt, sondern als die eines ganz anderen Webangebotes, usw.

Der Artikel beruft sich, wie ich meine, etwas fehlschlüssig, darauf, dass viele Nutzer es ja nicht besser wissen könnten, da ihnen (in der Schule) niemand beigebracht hätte, wie das Web funktioniere - die Betonung liegt auf dem Passiv:

"(...) this is a little unfair when most of these people never had a chance to learn Internet skills in school, where skills might be broken down into simple elements that most of us don't even remember learning. (When you learn to read a book, for example, you learn which way to hold the book, how to turn pages, reading left to right, chunking letters into phonemes and words into sentences.)"

Die Schule vorzuschieben ist einfach eine Fehlargumentation. In die Schule gehen wir, weil die meisten Staaten dieser Erde den Schulbesuch zur Pflicht gemacht haben. Was aber viel wichtiger ist, und worauf der Artikel irgendwie gar nicht hinterfragend eingeht: die Wissbegierde, die jeder Einzelne in sich trägt und die der Anlass ist, dass Kinder Fragen bis zum Abwinken stellen, sobald sie sprechen können. Fragt eigentlich noch jemand, bevor er/sie das Internet nutzt?

Der Punkt: Fehler dieser Art werden schon seit Beginn des Netzes gemacht - weil viele Nutzer einfach davon ausgehen, dass sie nichts lernen und keine Fragen zur Nutzung des Webs stellen müssen. Die Erwartungshaltung der Nutzer ist oft ein Problem (um fair zu sein: neben vielen reinen designtechnischen Aspekten, für die die Nutzer wiederum nichts können). Es reicht eben nicht, einen Computer und einen Netzzugang zu haben, um richtig partizipieren zu können. Es gibt in der Tat einiges zu lernen, aber ich habe oft das Gefühl, dass es vielen einfach an Einsicht bzw. Erkenntnis mangelt, dass eben erstmal einiges zu lernen ist.

Wie habe ich selber angefangen das Internet zu nutzen? Erstmal - genau, intuitiv, nachdem ein Berg neuer Dinge bewältigt war. Mein erstes Modem habe ich selber installiert, und das habe ich geschafft, weil meine erste Frage an mich selber war: "Wo finde ich die Gebrauchsanleitung?". Den Netzzugang habe ich hinbekommen, weil ich mich gefragt habe "Wie richte ich mir die DÜV-Verbindung zum Uniserver ein? Was kann mir die Microsoft-Hilfe dazu sagen?" Nach und nach hat alles so geklappt, dass ich eine erste Webseite auf meinem Bildschirm hatte, und von da an ging es weiter und weiter. Vieles durch Probieren, aber noch viel mehr durch Fragen und das Beschaffen von Informationen darüber, wie ich mich richtig verhalte und Dinge so anwende, wie sie angewendet werden sollen. Das lief nicht immer fehlerfrei.

Was ich mit dem kurzen Beispiel sagen will: wer darauf wartet, dass etwas passiert, wartet oft vergeblich. Wer etwas machen will, wovon er noch keine Ahnung hat, sollte sich angewöhnen, erstmal viele Fragen zu stellen, denn das ist der Weg zu Antworten.

Als ich wissen wollte, wie das mit dem Internet so ganz genau funktioniert (rein technisch, historisch, immer zwanzig Fragen extra), bin ich in die Bibliothek gegangen und habe die Kataloge gewälzt. Die Kataloge zu befragen habe ich nicht erst in der Uni gelernt, sondern in der Grundschule, beim Büchereitag (heute hat sich meine Recherchestrategie dem Netzzeitalter angepasst und ich fahre mit einem guten Mix aus Online und Offline). Die Titelauswahl war gut, aber ich wollte für daheim noch ein generelles Nachschlagebuch. Das fand ich beim Nachfragen im Buchladen.

Dieses Beispiel soll zeigen, dass jeder, der eine Schule besucht hat, eigentlich wissen müsste, wie man sich neue Themenfelder erschliesst, vorausgesetzt immer noch, man verfügt auch über die Einsicht, nichts zu wissen und ein wenig Weiterbildung nötig zu haben.

Was ich mich also immer wieder frage: woher kommt die Annahme in so vielen Netznutzern, dass sie in Bezug auf das Internet nichts lernen müssten? Ihre Erfahrung sollte ihnen eigentlich sagen, dass neue Dinge erlernt werden müssen. Dass dies wiederum nicht immer geschieht, indem man es in schöne Häppchen eingeteilt vorgemacht bekommt, sondern dass oft das eigene Gehirn angestrengt werden muss (was man wiederum in der Schule gelernt haben sollte: Transferleistung).

"Ask first, then shoot.", heisst es in Amerika so schön. Dass nicht etwa erst das Internet und Technologie Leute dazu veranlassen, unlogische Handlungen zu tätigen, macht Gillian Andrews zum Schluss des Artikels deutlich:

"The funny thing about the patterns in these misunderstandings is that they predate the Web. Newspapers receive misdirected mail for celebrities. Scientists receive email from people who want help registering a patent. Fans have been writing letters to the heroine of Romeo and Juliet at least since the release of the first movie in the 1930s; they arrive by the mailbag in Verona, Italy every year, despite the fact that if you've read through to the end, Juliet clearly isn't in any state to write a letter back. The Internet simply makes this kind of confusion more obvious to the rest of us."

Daran ist eigentlich nichts seltsam. Sondern es untermauert meine These, dass Leute oft einfach nicht(s) (hinter)fragen, bevor sie schiessen, und die Schuld bei Versagen nicht gerne bei sich selber suchen. Aber gerade das lernt eigentlich jedes Kind schon intuitiv: alles hinterfragen. Nur, die Gesellschaft bestraft später gerne kritisches Denken und Hinterfragen, zieht es auch immer wieder gerne ins Lächerliche (wer viel fragt und dementsprechend viel weiss und kann wird immer gerne als arroganter Klugscheisser hingestellt; wer viel hinterfragt wird immer gerne als Pessimist und Phobiker lächerlich gemacht, usw.). "Man" fährt später also immer gut damit, so lernen wir schon früh, so zu tun, als wisse man bescheid, obwohl es eben oft nicht der Fall ist.

Das ist meiner Ansicht nach eines der Probleme, wenn es um eine gute Nutzung des Netzangebotes geht. Ein anderes wären z.B. Contentbauer, die sich einen Schnurz um bewährte Designpatterns und Standards kümmern und mit Scheuklappen basteln. Aber auch denen könnte man wiederum einen gewissen Grad illiteracy unterstellen.


Just my 2€cents...

March 19, 2010

Etsys deutscher Blog ist live


...sagen mir meine Stats, nicht etwa Etsy in Deutschland selber.


 screen: etsy.de


handmade.Termin: Designermarkt badstrasse8


Auch in der badstrasse8 in Fürth wird nun die neue Designmarktsaison eingeläutet: am kommenden Sonntag öffnet das Kulturzentrum in der Badstrasse 8 die Türen für den ersten Designermarkt in diesem Jahr und begrüsst zusammen mit seinen vielen Ausstellern und Gästen den Frühling!



image: ©designermarkt

Da der Wetterbericht für Sonntag auch noch bis zu 14°C in Fürth verspricht, dürfte sich der Ausflug in die Badstrasse allemal lohnen - denn in der hauseigenen Schänke gibt es, wie wir uns erinnern, leckere fränkische Landbiere.

Berichte und Photos der vergangenen Märkte gibt es auf dem Designermarkt-Blog.

Was? -- Designermarkt badstrasse8
Wann? --Sonntag, 21. März 2010 | 13-19 Uhr
Wo? -- Badstrasse 8, 90753 Fürth
[Eintritt 2€]

Etsy weist Massenproduktion die Tür


In seinen Bemühungen, den Marktplatz wieder mehr in die Richtung zu lenken, für die er bekannt geworden ist, hat Etsy, der US-Marktplatz für handmade.Minipreneurs, jetzt nicht nur intern endlich mal zugepackt und einen Weg ersonnen, Wiederverkäufern von fake.handmade, Falschtaggern und komplett irrelevanten Shops die Tür zu weisen... nein, Etsy steckt nach gefühlter Ewigkeit viel Energie in eine Kampagne: es gibt sozusagen eine neue Taskforce, die dem andauernden Missbrauchsspuk ein Ende setzen soll.

Den mittlerweile sehr lauten Unmut der Community erregen vor allen Dingen Shops aus asiatischen Ländern, die ganz klar und offensichtlich massengefertigte Produkte verkaufen und darüber hinaus auch noch in der Lage sind, Etsy ganz gezielt an Wochenenden (lies: gezielt dann, wenn der Etsy-Helpdesk auf Sparflamme läuft) mit Massenlistings zu überschwemmen. Shops dieser Art bringen es fertig, hunderte Produkte in sehr kurzer Zeit zu listen. Viele dieser Shops werden mittlerweile von Etsymitarbeitern sofort wieder geschlossen, was aber die Anbieter nicht hindert, innerhalb weniger Stunden einen neuen Shop zu öffnen und ihr Spiel von vorne zu beginnen.
Nicht nur, dass jedes einzelne Produkt in seiner Herstellungsweise schon mehrere Punkte der Etsy-ABGs verletzt; Massenlistings dieser Art bringen die Produktkategorien aus dem Gleichgewicht, die eigentlich deshalb recht abwechslungsreich zu durchstöbern sind, weil der durchschnittliche handmade.Shop auf Etsy schon volumenmässig gar nicht in der Lage ist, hunderte von Produkten in kurzer Zeit einzustellen.

[Exkurs. Stichwort Cross-Culture-Marketing: Abgesehen davon, dass es schon einigen Starrsinn braucht, um es immer wieder zu versuchen, ist es vielleicht nützlich zu wissen, dass diese Shops vielleicht nicht immer absichtlich Regelverstösse tätigen. In Asien versteht man unter handmade zuweilen etwas anderes als hier im Westen. Darunter fallen zum Beispiel Modelabel, die Bekleidung fertigen (lassen), die einen handmade.Look hat, in ihrer Fertigung aber in der Fabrik massenproduziert wird. Oder aber auch solche aus einem Unternehmen, das deutlich mehr als zwanzig Mitarbeiter beschäftig, die aber grosse Teile der Fertigung in Handarbeit betreiben.]

Die neue Taskforce setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: SCRAM und Atlas.

SCRAM ("Systems for Catching Resellers and Abusers of the Marketplace") ist ein automatisiertes Tool, das ähnlich wie andere Etsytools lernen kann; Details will das Engineering nicht verraten:

"We can't go into detail on how SCRAM works, other than to assure you that it is a sophisticated system based on clever algorithms and heuristics. (...) SCRAM also does other things, such as preventing malicious shop buyouts and bagging those using Etsy as a forum for pitching various unrelated products, causes and plights."

Da automatisiertes Aussieben seine Grenzen hat, kümmert sich Atlas, neben anderen Dingen, um die sinnvolle Verarbeitung der manuell eingereichten "Anzeigen". Diese Anzeigen werden von der Community getätigt (Etsy-Slang: flagging), die seit jeher ein wachsames Auge über alle hat, die sich nicht an Etsys Regeln halten.

Am Ende dieser Kette sitzt allerdings immer noch ein Mensch -in diesem Fall Etsys Abuse Team-, der sich darum kümmern muss, die Beschuldigten anzuschreiben, ihnen zu erklären, dass sie in Verdacht geraten sind, sie aufzufordern, Produktionsweisen (gegebenenfalls via Photobeweis) darzulegen und noch einiges anderes. Diese Prozedur ist der eigentliche Zeitfresser, denn Etsy ist verpflichtet, jedem User die Möglichkeit zu geben, Stellung zu beziehen; und das wiederum kann bis zu einer Woche dauern. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Phase oft erheblich länger dauert oder aber auch offensichtlich gar nicht zum Abschluss kommt. Hier soll die Technik nun nochmals ansetzen und langfristig Prioritäten klären, so dass die Flut der manuell eingereichten Anzeigen, vermischt mit den automatisierten Meldungen des SCRAM-Bots, effektiv organisiert werden.

Festzuhalten bleibt, dass Etsy quasi kurz vor zwölf die Bremse zieht und diesem langwährenden Problem endlich die Prioritäten und Resourcen einräumt, die es auch braucht.

March 17, 2010

Duftmarke der besonderen Art




Die Deutsche Post hat bereits seit Jahresbeginn eine neue Serie Wohlfahrtsbriefmarken der ganz besonderen Art im Programm: die Marken  duften.

Stifte, Radiergummis, Aufkleber und Tintenpatronen mit Duft sind ja eigentlich sehr 1985, aber warscheinlich konnte ich den Marken gerade deshalb nicht länger widerstehen. Und ausserdem, wenn die Teens die 80er wiederentdecken und alles das total toll finden, was in der Retrospektive eigentlich nur noch peinlich ist... dann kann man sich mit den Marken nun wirklich nicht blamieren.

Nein, die Marken sind wirklich witzig. Sie duften nach den Früchten, die sie zeigen: also nach Heidelbeere, Erdbeere, Zitrone, und ausserdem auch noch nach Apfel (nicht im Bild).

Spontan dachte ich, dass diese Marken perfekt für handmade.Päckchen sein könnten - da Craftistas die Post an ihre Kunden sowieso schon nett herrichten und beschriften, wären Duftmarken nochmal wie ein kleines Extra obendrauf und ein toller, wie man so schön sagt, conversation starter.

Die Marken kosten natürlich einen kleinen Aufschlag (da Wohlfahrtsmarken), der aber wiederum guten Zwecken zukommt. Vielleicht lässt sich das ja irgendwie für eine kurze Zeit verkraften, oder eben für eine genauso kurze Zeit in Eure Verpackungspreise einkalkulieren: dafür einfach auf buntes Klebeband und ähnliches verzichten.

Für diejenigen, die in diesen Wochen viel rund um die Hochzeit zu verschicken haben, wären die ganz neuen Briefmarken mit Rosenduft vielleicht auch eine tolle Idee. Die Marken gibt es im Zehnerset (10x Marken zu 0,55€) ohne Aufschlag (da keine Wohlfartsmarke). Würde sich bestimmt auch auf Hochzeitseinladungen usw. toll machen!

SEO-Brillianz hilft Kalorien sparen


Eben hatte ich noch ein Hüngerchen auf persische Süssigkeiten....





...danke, hat sich erledigt. 0_o

March 16, 2010

Das liebe Intranet


Der heimliche Star eines jeden Unternehmens: das Intranet. Es wird gepflegt, gehätschelt und von allen geliebt.

So hätte es jedenfalls der Intranetadmin am liebsten.

Intranets lassen aber leider oft zu wünschen übrig, sind chaotisch konzipiert oder schlichtweg aus sieben bis acht guten Gründen unbrauchbar.

Ein witziger guerilla-marketing-Coup ist ThoughtFarmer gelungen: die haben sich an Frank Warrens Post Secret  erinnert und daraufhin Intranet Secrets gelauncht. Und natürlich ging das Rezept auf, wie man nachlesen kann:

 screen: intranetsecrets.org


March 15, 2010

Neue Wettbewerbe in Craftistaland


Im Moment starten wieder viele neue Wettbewerbe in der Kreativszene - heute also gleich ein ganzer Schwung Links für Euch.

Grosse Premiere! guzuu, der Marktplatz für Handgemachtes aus der Schweiz, startet seinen ersten Wettbewerb überhaupt:
image:guzuu.com

"Wer macht die schönsten Dinge?", fragt das guzuu-Team und lädt alle Kreativen ein, den Marktplatz nach den schönsten Dingen zu durchstöbern und ihr Voting abzugeben.

Dem Hauptgewinner -also dem Shop, der laut Publikumsvoting die schönsten Sachen fertigt-  winkt eine schnittige Bernina B330 (das ist keine Modelleisenbahn, sondern eine Nähmaschine ;) ), der zweite und dritte Platz sahnt einen guzuu-Premiumaccount ab, der vierte Platz bekommt ein handliches und  sehr feines Bernina-Nähset.
Ganz besonderes Goodie: unter allen Teilnehmern, die ihr Voting abgeben, wird Berninas Bernette Funstyle einmal verlost.

Der Wettbewerb startet heute, am 15. März 2010, und er endet am 18. April 2010.
Die kompletten Teilnahmebedingungen könnt Ihr bei guzuu nachlesen.

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Expli, die regelmässig Wettbewerbe organisieren, haben gleich zwei neue Wettbewerbe gestartet:

image: expli.de


Das nass-kalte Vorfrühlingswetter lädt nicht gerade zum Gang auf den Spielplatz ein - da wird man lieber drinnen aktiv, vor allen Dingen krea-tiv, und bastelt mit Kindern, was die Vorräte hergeben.
Alle, die gute, eigene Bastelideen haben, können sie auch gleich als Wettbewerbsbeitrag bei Explis "Basteln mit Kindern"-Wettbewerb einreichen.

Den glücklichen Gewinnern winken nach dem Communityvoting folgende Preise (gestiftet von butinette):



Der Wettbewerb läuft seit dem 8. März 2010, der Teilnahmeschluss ist am 3. Mai 2010.
Die kompletten Teilnahmebedingungen könnt Ihr bei Expli nachlesen.


Explis zweiter Wettbewerb richtet sich an alle Gärnter und Leute mit grünem Daumen:

image:expli.de
Den passionierten Gärtner treibt es jetzt ins Freie, um endlich die Saison einzuläuten. Es wird gegraben, geplant und gepflanzt, was das Zeug hält, und der Baumschule des Vertrauens wird endlich der heissersehnte Besuch abgestattet.

Ideen rund um den Garten -alles, was sich darin bauen, anpflanzen und pflegen lässt- können für Explis Garten-Wettbewerb eingereicht werden.


Und die Teilnahme lohnt sich allemal, denn auch hier gibt es Preise zu gewinnen:



Der Wettbewerb läuft seit dem 8. März 2010, der Teilnahmeschluss ist am 16. Mai 2010.

Die kompletten Teilnahmebedingungen könnt Ihr bei Expli nachlesen.

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Und auch DaWanda warten in Kooperation mit anmutig mit einem Wettbewerb auf, der ganz im Zeichen des angesagten Alice-In-Wonderland-Trends (oder besser: Hypes?) steht: Alice im Kreativland.

Die besten Schöpfungen aus den Bereichen Mode, Schmuck und Accessoires rund ums Thema kommen in die Endauswahl und werden bei Gewinn mit folgenden Preisen belohnt:

1. Preis: 1x 100€-DaWanda-Gutschein
2. Preis: 1x 50€-DaWanda-Gutschein
3. Preis: 1x 50€-DaWanda-Gutschein

Der Wettbewerb läuft seit dem 11. März 2010, der Teilnahmeschluss ist am 31. März 2010.
Die kompletten Teilnahmebedingungen könnt Ihr bei anmutig nachlesen.



March 14, 2010

Etsy feiert Euro Week 2010




Ihr habt es vielleicht schon gehört (wenn nicht auf Etsy, dann sicherlich hier): Etsy Europa startet so langsam durch. Die erste grosse Aktion, noch bevor am 1. April das Berlin-Büro eröffnet wird, ist die Euro Week 2010, die vom 22. bis zum 27. März 2010 gefeiert werden soll.

Dazu trägt das Etsyteam Berlin/Europa mit einer Twitteraktion bei: mit dem Hashtag #€tsy soll man seine relevanten Tweets ausstatten. Es hat leider keiner bedacht, dass Sonderzeichen (wie das € oder alle Umlaute, oder auch Trennstriche) die Hashtags unklickbar machen... sie werden zwar noch gezählt, aber büssen halt an Interaktivität ein. Da waren DaWanda mit dem #Nichtgeburtstag schlauer. ;)

Eine weitere gute Idee ist ein interaktiver Button (ähnlich wie der vom Etsy Day 2009), den man auf seine Webseite einbinden kann.
[Tip von mir, wenn Ihr den Code nutzen wollt: Etsys Code ist fehlerhaft:


<a href="http://www.etsy.com/shop_local.php?place=Europe"><img src='http://www.etsy.com/storque/media/bunker/2010/03/europe2.jpg'><a/>


Der a-Tag ist nicht standardkonform und wird, z.B. in Blogger, einen Fehler produzieren. Der img-Tag schliesst nicht standardkonform und könnte auch "Gemeckere" produzieren; ausserdem fehlt ein "border=0"-Zusatz im img-Tag, damit der hässliche blaue Linkrahmen unterdrückt wird (jedes gute Blog-CSS stylt img-Tags selber).

So muss der Code aussehen:


<a href="http://www.etsy.com/shop_local.php?place=Europe"><img src="http://www.etsy.com/storque/media/bunker/2010/03/europe2.jpg" border="0" /></a>


Und noch'n Tip: Den Link zu Etsys Shop-Local-Tool könnt Ihr natürlich gegen z.B. Euren eigenen Etsy-Shoplink austauschen...

Wer am 1. April nach Berlin bzw. zur Party kommen möchte, kann sich bereits bei Etsy anmelden. Ja, Ihr seht richtig: Etsy haben sich die Mädels von CUT geschnappt (oder anders herum) und schmeissen die Party gemeinsam.

Was könnt Ihr noch machen? Eure Lieblingseuroshops verbloggen und themenrelevante Treasuries bauen, zum Beispiel. Und ansonsten eigentlich alles, was Euch noch so einfällt.

March 11, 2010

handmade.Interview: Epla




Wie letzte Woche angekündigt, nehme ich Euch heute mit in den hohen Norden Europas, genauer gesagt nach Norwegen, das seit knapp vier Monaten seinen ersten und eigenen Marktplatz für Hand- und Selbergemachtes hat: Epla. Das Interview mit Siw Boine zeigt, wieviel Herzblut in handmade stecken kann: dreizehn Fragen hat sie mir dreizehnmal mit ungebremster Begeisterung beantwortet. Dabei herausgekommen ist nicht nur eines der bislang längsten handmade.Interviews, sondern auch eines, das Euch mitreissen wird. Auf geht's!

h2.0: Tell us a bit about yourselves: What is your personal affiliation to "handmade"? And what is your (professional) background?
Siw: Four people started Epla: Siw, Torunn, Morten and Rakel. Torunn is the brain behind the design and the functionality of Epla. She has been working as a web‐designer for several years, and has an exeptional knowledge of designing, developing and programming, and how to make every bit of the site user friendly. She loves and collects art and has been buying handmade for years. Siw is a Product Designer and former teacher of Arts and Crafts. She loves making things; whether it is interior objects, clothes or jewellery; if she can knit it, sow it, nail it or glue it together herself, she does it. Rakel has worked in marketing and project management for several years. She has a special interest in women entrepreneurship, and has started several businesses herself. She has an extensive network within the Norwegian art and design scene and is not afraid to use it. Morten started his own successful business within IT a few years ago, and after selling it, he was looking for new projects. He immediately loved the idea of Epla, his interest in handmade growing as Epla started taking shape.

Siw Boine and her home office

h2.0: Crafting and making things by hand does have a tradition of long standing in Germany; more, perhaps, than in the USA. What about Norway?
Siw: Norway's crafting tradition dates at least several hundred years back. Handmade, rosepainted furniture from centuries ago are now sought-after antiques. Our national dress, the bunad has been and still is being handmade by crafters all over the country. Everybody has a grandmother who knits, a father who carves wood, an aunt who is into felting or a mother with a loom in the basement. These traditions have seen a large increase in interest the last few years, and a lot of young people are taking back their culture and their heritage by using these old techniques to make new and exiting designs. Old patterns are finding their way back to the fashion scene, and even kids in school want to learn how to crochet their own headband.

Torunn Grønbeck and her home office


h2.0: What was your motivation to build the marketplace, and how many people work at Epla?
Siw: At the moment only Siw works at Epla, but all four of us have areas of expertise that we use to make Epla better all the time. Siw is the general manager and ’caretaker’ of Epla, while Torunn, in cooperation with our programmers Funkbit, is constantly working on improving Epla's design, architcture and user interface.

The motivation to build Epla was first and foremost to create a place to exhibit all the wonderfull things that are made in Noway. The question we asked ourselves was: We know that a lot of great things are handmade in Norway, but how can we find it or buy it? We wanted to be both a place to try and sell what you are making, but also provide information on how to turn your hobby into a business. The Norwegian government wants to encourage entrepreneurship, especially for women, young people and people living in the rural areas of our country. This is Epla in a nutshell: making a marketplace accessible for everybody, and making products from all over the country available to interested buyers. In general, people who start a business, and especially women, base it on their area of expertise, they don´t take large economical risks, and they often work alone. We want to provide not only a marketplace where everybody can try to sell the things they make, but also to find a community, to find support, inspiration and information. Nothing would be more rewarding than to see some of our sellers making a beloved hobby into a successful business.

h2.0: What does 'Epla' mean? Is there a story to choosing your brand name?
Siw: Epla is not an actual Norwegian word, but ’ei epla’ means ’an apple’ in Siw's and Rakel's dialect from Finnmark, the northernmost parts of Norway. The reason we chose it was the positive associations the word gives, and the fact that it is short and easy to say in most languages. (And the internet domain was available!)

h2.0: People think of Epla as "The Norwegian Etsy" ‐ how much has Etsy been an inspiration for you? And: is there anything that you feel you have solved better than Etsy?
Siw: We love Etsy, and have spent lots of hours and dollars there. They have a great concept, and we are certainly inspirered by their success and ideas. We have developed a different concept than Etsy, which we believe will provide an advantage for our users. This is based on our vision to be both a startingplace when sellers first want to test the market and try to sell their products, and to be a provider of service to those who are or want to be a professional artist, designer or crafter.

We allow for small businesses to open a shop, or groups of people to open shops together. All sellers start an EplaBasic, wich gives you a basic shop, and the possibility to add your products to the Epla database. For those who are professinonals we offer an EplaPro‐shop wich provides all the benefits of Epla, but also gives them the opportunity to open their own internet‐store at their own web‐site/domain. This includes the possibility to change the design of their shop and several other advantages.

Another difference between Epla and Etsy is the fact that we don´t charge for listing items. We only charge a provision of kr5 + 5% when the item is sold. In other words: No cure, no pay. In addition to this we are trying to keep Epla easy to understand and easy to use. We will not clutter the web‐site with unnecessary functions just because it might be fun, it is more important to us that the products are promoted successfully and that buyers find what they are looking for.

h2.0: What makes Epla attractive to sellers?
Siw: Epla is the first internet‐marketplace in Norway, and possibly Scandinavia, that offers the opportunity of selling your handmade products. The response from sellers has been remarkable and we have recieved a lot of praise for the delicate, easy-to-use design and for the functionality and easy set‐up of the store. We also believe we have a much broader audience, because of our openness to professionals and the benefits we provide trough EplaPro.

We are in constant dialogue with our sellers and are making changes to Epla based on their feedback. We pride ourselves in giving great service and helping those that need it fast and efficiently. Epla is growing day by day, both in number of buyers, sellers, products and clicks.
One of our goals when it comes to marketing Epla is that the sellers and the products are what we want to promote. In every press piece we use pictures of products, and we try to make sure that sellers are able to promote themselves. We use social media actively, our Facebook fansite now has over 4,500 fans. All of them get litte appetizers (3 products from one Epla‐shop) from Epla on their facebook‐feed every day.

Epla is also upfront dealing with important topics related to taxes, running a business and laws and regulations that one has to deal with beeing a seller on Epla. We think of this as a service to our users, and we want to expand this further as we start developing Eplahagen (the Eplagarden, where sellers can grow and evolve).

h2.0: Is Epla open only to Norwegians / Scandinavian sellers? And what about the buyers?
Siw: For the time beeing Epla is only open to Norwegian sellers, but we have always planned to make it more than just a ’local market’. Buyers from abroad who want to shop at Epla are encouraged to contact the seller to make sure he or she feels comfortable sending their items abroad. Most sellers won´t mind, but we want to give every seller the choice. In time, this will be automated, so that buyers from abroad can choose items only from sellers that have signed up for international trade.

h2.0: I saw that you are upfront about topics such as tax IDs and clear names in shops. As far as I know, you're the only marketplace that outlines these very important topics. Why did you decide to
have a say on that, even though you are "just" the venue?
Siw: Epla's goal is to be a great marketplace, but also a place for those who want to expand and evolve within their area of business. We want to contribute to entrepreneurship and give people from all over the country an opportunity to create their own workplace doing what they love.
We can only contribute to this by developing Epla further, from being a traditional internet‐based marketplace to giving information, inspiration, support and guidance as well. We will expand this part of our business with the development of Eplahagen. We have an objective to arrange courses and events that can help our sellers to market their products and that give them the opportunity to develop their business and help them expand their competence in neccessary areas.

h2.0: Epla's first four months in some figures ‐ can you share some stats with us?
Siw: Epla opened on November 16, 2009. We have been open for almost four months now, and have grown faster than we could have imagined. Even before the launch date we had over 2,000 items for sale. The number of items on Epla have now passed 20,000, and is growing for about 200 new items every day. At the end of Febuary over 4,000 items had been sold through Epla, and we are seeing an increase in sales numbers from week to week. Every day between 3,500‐4,500 unique users click onto Epla. Since we launced the website we have had over 2 million clicks, and approximately 70,000 users have visited Epla.


h2.0: Are you planning to launch any social shopping and/or community features for Epla? I see that a forum and a knowledge base (articles) are coming soon. Anything else your users can look forward to seeing and using soon?
Siw: We are in the process of developing Eplahagen, wich we are hoping to launch this spring. We have just opened our blog Eplabloggen, where users can read about news from Epla, where they can comment on what we write and express their views. Hopefully we can use Eplabloggen to share information and inspiration, and to communicate more directly with our users.

h2.0: "Handmade", finally after almost 15 years, seems to pop up at every corner in Europe now. Why, in your opinion, is this "handmade revolution" taking off so extremely well in our (postmodern) society?
Siw: There are a number of reasons the handmade revolution is happening right now. First, I think it is a reaction to the uncontrolled consumption in the industrialized world. We believe that mass consumption as we have seen it for the last few decades can not go on. Many of us have made a choice as to what values we want to pass on to our children, and conciousness about what we buy and how we use it, rather than unconcious consumption, is one of those good values. New values are growing in our society, or rather, old values are revived and presented as new. We want the things we own to have an added value, to mean something to us, and to be more than just a status symbol. Things are stripped of status and are given emotion and that means not to buy and throw away in order to follow the latest fashion whim. Good, handmade quality lasts longer and feels better.

We also find handmade quite fashionable and want the products we buy to be unique and personal. Often items are made to order, and customers are allowed to affect the production‐process creatively. The item achieves an added value through this process, and we enjoy the personal affiliation to the product and to the producer. And last but not least; handmaking and crafting is the new yoga. To work trough a creative process, to have ideas and to make it happen can be both stimulating and relaxing. Making things, whether it is painting, knitting, pottery or woodcarving, can be used as recreation. Many have made handmaking into a profession, but for those of us who aren´t there yet, handmaking lets us use parts of ourselves that we don´t have outlets for elsewhere.

h2.0: And you yourselves: what do you find inspiring about handmade products?
Siw: To us, handmade means that the persons who made the pillowcases, the lamp or the sweater have enjoyed the process. They have had an idea, made the effort to go through the process of making this item, and they have loved it. Handmade things are loved into existence, and it is a great feeling knowing this when you put on that sweater. We also like the fact that most items are unique; they often have a much better quality and attention to detail than mass produced products. And the people making handmade are really very nice! We have bought a lot of stuff from different sellers on Epla, and the service and follow-up is great.

h2.0: Do you feel that this trend has changed your buying patterns? Do you buy more handmade than ever?
Siw: Of course! When at the mall, trying on something or thinking of buying mass-produced, we often stop ourselves. Wouldn´t it be much cooler if we could find something even better on Epla? And most of the time we do! We love the fact that we can contact the seller and ask questions directly, we can have items custom made, or clothes made to size. Not to mention that we can email the seller and praise their work. Wich is a lot of fun, because every seller really loves it when someone appreciates their efforts. And very often the artist or designer is willing to make quite an effort to satisfy the customers.

 That is why we love handmade!


Thank you, Siw and Torunn, for your time and for this wonderful interview!


Photos © epla.no
Collage: handmade2.0



P.S. Die Marktplatzbesprechung für Epla findet Ihr hier.

March 10, 2010

Gründergeschichte mit Vorbildfunktion: manomama


Aus Gründergeschichten kann man viel lernen und mit auf den eigenen Weg nehmen, egal, ob man selber vor der grossen Entscheidung zur Selbständigkeit und Gründung steht, oder ob das eigene, tägliche Einerlei mal frischen Wind und eine neue Richtung braucht. Gründergeschichten erzählen auch immer von Mut und davon, wie Erlebnisse das ganze Leben umkrempeln können.

Eine ganz besondere Gründergeschichte lege ich meinen Lesern heute auch endlich per Blogbeitrag und nicht nur mehr per Tweet ans Herz: manomama aus Augsburg. Denn in einem Monat, am 10. April 2010, fällt der Startschuss für ein Projekt, das vorbildlich ist und von dem es noch viel mehr geben sollte:


screen: manomama.de

manomama wird Kleidung produzieren, die nicht nur ökologisch korrekt ist, sondern auch einen sozialen Beitrag leistet: die Produktion findet komplett in Augsburg statt, die Materialbeschaffung passiert so lokal wie möglich, Angestellte werden für ihre Arbeit anständig entlohnt. Und noch mehr.

Den langen Weg zur Gründung, die kleinen und grossen Probleme, konnten bislang schon auf dem manomama-Blog mitgelesen werden, und auch auf Twitter und Facebook ist  Awesome.Aktionismus angesagt. Seit heute aber wird es auf dem Blog jeden Tag einen Blick hinter die Kulissen geben: die Gründerin, das Team, das Konzept, die Philosophie, das alles wird in den nächsten Wochen vorgestellt werden.

Den Anfang macht heute die Gründerin Sina Trinkwalder selber: in ihrem Beitrag "Auf der Zielgeraden..." erzählt sie, was sie dazu bewegt hat, manomama zu gründen.

 screen: manomama.de


Also bitte hinüberklicken und den Blogfeed auch gleich mitabonnieren!



manomama | manomama-Blog | manomama auf Facebook | manomama auf Twitter


Kleiner Hinweis in eigener Sache: zum Launch von manomama im April wird es hier ein handmade.Interview mit der Gründerin Sina Trinkwalder geben!

Etsy Changes 2010: Der Frühling wird heiss.


Wer Etsy heute früh angesteuert hat, wird sicherlich bemerkt haben, dass das Design irgendwie nicht so ist, wie sonst. Stimmt:

screenshot: Etsys Startseite im Übergang zum neuen Design

Bei Etsy wird der Frühling, zumindest veränderungstechnisch, heiss werden, wie der in der vergangenen Nacht von Rob Kalin veröffentlichten Roadmap für März und April zu entnehmen ist.

Im vierten Teil seiner Visiontalkserie im Januar hatte Kalin bereits angedeutet, dass im Verlauf des Jahres grosse Veränderungen für Etsy anstehen werden, die den Marktplatz nicht nur visuell sondern auch funktionell optimieren sollen (siehe auch mein voriger Beitrag "See the change, be the change...").

Visuell & Usability
Etsys Design wird von gegenwärtigen 760 Pixel auf 980 Pixel erweitert werden; gleichzeitig werden im Hintergrund bereits Vorkehrungen für Sprachversionen getroffen, um sie zu gegebener Zeit problemlos in die Seite integrieren zu können. Rob Kalin dazu:
"Starting today, we’re taking the first steps towards widening the site and cleaning up the design. This project will touch every single page on Etsy. [...] Well, there’s a lot more to widening a page than meets the eye. For example, we’re properly templating the pages and getting them ready to work in multiple languages."
 Header, Navigation und Suchfunktion wurden für einen harmonischeren Look und aufgeräumtere Optik minimal überarbeitet. Der erst im vergangenen Juli im Header platzierte Link zu Facebook ist wieder verschwunden, allerdings wird die Interaktion mit Facebook Connect nun weitaus aktiver im Listingprozess betrieben, denn fortan kann ein eingestelltes Produkt auch sofort auf Facebook geteilt werden:
"(...) when you list an item, you will see an option to share that item listing with your friends on Facebook. Clicking that link will prompt a dialog box from Facebook allowing you to log in. Once logged in and Connected with Facebook, you will be able to preview your story, annotate it and publish it to your Facebook Profile and friends' home pages."
Facebook Connect werden somit erst einmal nur Etsyverkäufer nutzen können, allerdings sind weitere Interaktionsmöglichkeiten in der Planung, die auch von Nichtverkäufern genutzt werden können.

Und auch Etsys Tagline  "Your place to buy and sell all things handmade(TM)" ist, wie angekündigt, nun endgültig von der Seite verschwunden. Rob Kalin erläutert die Streichung so:
"Our usability tests have shown that very, very few people even notice this tagline. It remains in the page title itself for now, though we are also in the process of changing it to better embrace vintage and supplies."
Wer sich an vergangene Statements von Kalin und Fred Wilson (dem Urheber der Tagline in ihrer ursprünglichen Version: "Buy Handmade") erinnert, weiss, dass die Streichung auch damit zu tun hat, dass die Tagline nicht mehr dem ursprünglichen Etsy entspricht, denn der Marktplatz steht mittlerweile auch für Bastelbedarf (commercial craft supplies) und Vintage - beides Kategorien, die sich steigender Beliebtheit erfreuen.

Etsy interaktiv & personalisiertes Shoppen
Sehr interessant wird es für alle werden, die darauf gewartet haben, dass Etsys API noch kreativer nutzbar wird: Etsy wird seiner API OAuth hinzufügen, was Entwickler zukünftig in die Lage versetzen wird, Anwendungen zu entwickeln, die es Nutzern erlauben, von externen Applikationen Daten in Etsy zu schreiben. Denkbar wären in naher Zukunft also Apps, mit denen Nutzer zum Beispiel auf Etsy einkaufen können, ohne dazu auf der Webseite selber sein zu müssen. Der Vision vom Social Shopping (z.B. "Shopping with Friends")  könnte man also auch auf diesem Weg und mit den richtigen Ideen ein Stück näher kommen.

Kein Etsytool war in den letzten Wochen ein so heiss debattiertes Thema wie die Treasury, Etsys nutzerkuratierter Pool für interaktive Produktposter, die seit einiger Zeit auch dazu genutzt wird, um Etsys Startseite einen Eyecatcher zu geben. Die Anzahl der Listenplätze ist auf 333 limitiert, jede Liste ("Treasury") hat eine zeitlich begrenzte Lebensdauer. Verfällt eine Liste, macht sie Platz für neue, auf die mittlerweile ob ihrer Begehrtheit wahre Runs stattfinden (Craftopolis Treasury Clock ist zum Beispiel eins der Tools, mit denen User überwachen, wann sich der nächste Run lohnt).
Und die Begehrtheit hat einen Grund: denn wessen Treasury es auf die halbstündlich wechselnde Etsystartseite schafft, erhält nicht nur extra Beachtung, sondern ermöglicht auch allen sechzehn präsentierten Verkäufern Klicks, Verkäufe und ein wenig Etsyruhm. 

Der immer wieder aufflammende Unmut über angebliche Ungerechtigkeiten und unfaire Nutzung der Treasury haben Etsy nun den Anlass gegeben, dieses Tool grundlegend neu zu gestalten und jedem Nutzer seine eigene Treasury zu geben und die lang ersehnten verbesserten Organisationstools für Lieblingsprodukte gleich noch mit. Rob Kalin erklärt:
"We’re rebuilding the Treasury outside of Flash, which means everyone will be able to have their own Treasury list. (...) We hope to reuse the backend infrastructure for the Treasury to provide a number of improvements anywhere there’s a list of items: your Favorites, purchases, sales, etc. All of these lists should be sortable (for example, within folders) and searchable. The timing of these improvements depends on our progress with the Lists' infrastructure, which begins with the Treasury."

screenshot: Etsys Treasury (flashbasiert)

Nutzerbezogener soll auch das Browsen auf Etsy werden. Ähnlich wie auf Amazon werden eingeloggte Nutzer zukünftig über das Tab "suggestions" auf sie persönlich zugeschnittene Kaufempfehlungen erhalten. Langfristig werden somit auf den Nutzer zugeschnittene Seiten die von Etsyangestellten handverlesenen Produktvorschläge auf der Startseite ablösen. Möglich wird dies durch leistungsstarkere Datenanalyse und eine  Überarbeitung von Etsys Cookietechnologie. In seinem ersten Visiontalk Ende Dezember 2009 erklärte Rob Kalin allerdings noch:

"I'll be (re)focusing Etsy more on what we call "social commerce," and less on retail. To get an idea of what this means, let's look at merchandising. For a retailer, merchandising means putting products on display that are likely to sell. In social commerce, our focus is on people, not products. It's our job to build tools for you to use, that help you promote items as you'd like to."

Mit einer personalisierten Homepage tut Etsy jedoch genau das Gegenteil, denn es präsentiert dem Nutzer Produkte, die aufgrund der Analyse seines Surfverhaltens einen noch höheren Kaufanreiz bieten werden, agiert also noch "retail"-orientierter als bisher (Interessant vor diesem Hintergund ist vielleicht eine aktuelle Studie darüber, wie deutsche Internetnutzer personalisierte Kaufempfehlungen wahrnehmen).

Kundenfreundlichkeit
Viele nichtbezahlte Artikel und noch mehr Missverständnisse über den Bezahlvorgang, vor allen Dingen an der Schnittstelle zu PayPal, haben bislang für frustierte Verkäufer und verärgerte Kunden gesorgt. Eine kleine Umstellung im Checkoutprozess wird dieses Problem künftig beheben. Langfristig, wenn PayPal sein Split Payments-Programm, also seine Lösung zum händerübergreifenden Warenkorb, veröffentlicht (siehe auch ExcitingCommerce), soll der Bezahlvorgang auf Etsy noch problemloser ablaufen.

Die steigende Zahl von unzulässigen Produkten, Phishingattacken und Betrugsversuchen hat Etsy nun auch zum Anlass genommen, sein Monitoring zu verbessern und den Marktplatz noch sicherer zu machen.

Das Supportteam wird auf zwanzig Mitarbeiter verdoppelt und soll so den Etsynutzern noch zeitnahere Unterstützung leisten können. Ab Juni wird es neben dem Emailverkehr und einem neu eingeführten Chatsupport auch eine Telefonhotline geben, an die sich Nutzer wenden können.

Fazit
Vor fast genau fünf Jahren, Anfang April 2005, sass Rob Kalin in einem orangenen Stuhl mit Blick aufs offene Fenster. Er schmiedete wilde Pläne, hatte wilde Visionen von einem Marktplatz, der durch und durch für das stehen sollte, was in den USA als "The New Handmade" heraufzog.
Fünf Jahre später wird Kalin nun beweisen müssen, dass seine Vision an Gültigkeit nichts eingebüsst hat. Dazu braucht er allerdings auch die Community, die mehr denn je beobachtet, in wessen Interesse Etsy den Marktplatz vorantreibt.


Auch wenn der Winter uns in diesen Breitengraden fest im Griff hat - der Blick über den Atlantik nach Brooklyn zeigt: der Frühling wird heiss. Jedenfalls bei Etsy.



Dieser Beitrag erscheint auch auf Exciting Commerce.

March 8, 2010

Die Designklau-Mafia sitzt nicht nur in Holland


-Psst! Click through to the English version of this post. -

// Ich begebe mich mit diesem Post vielleicht ein wenig aufs Glatteis, aber mir geht der dreiste Designklau in der Indie Design-Welt ziemlich auf den Wecker. Widerspruch kann also gerne in den Kommentaren oder per Kontaktformular eingelegt werden. //


Nachdem ich über den dreisten Holland-Stoff-Klau bei Enna geschrieben hatte, meldete sich noch Anja von Mymaki, die erzählte, dass Ennas Matrioschkadesign offensichtlich auch noch von den Setdesignern des ECHO 2010 geklaut worden ist:




Hier ein Still (klick!):
Geklautes Matrioschkadesign beim ECHO 2010

[Disclaimer: Ich bin gerade dabei zu recherchieren, ob die Setdesignverantwortlichen bzw. der ECHO authorisiert waren, dieses Design zu benutzen.]

Und Paperama, erzählte Anja, hatte gesehen, dass Mymakis Webbanddesigns auch in Holland geklaut und in Amsterdam in billiger Kopie verkauft werden.


Ihr könnt helfen!
Ich möchte gerne wissen, wer die Hersteller in Holland (China) sind. Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne auch "anonym" per Kontaktformular entgegen, kein Problem.

Ausserdem überlege ich mir, sämtliche Termine für den Stoffmarkt Holland wieder aus dem handmade.Kalender zu nehmen und diesen auch nicht weiter zu bewerben. Denn wenn auch dort Raubkopien verkauft werden (bei immerhin 140 holländischen Ständen), will ich das nicht weiter unterstützen. Dann schicke ich Euch lieber regelmässig in die Shops der Urheber der tollen Designs und in die Shops, die authorisierte Originalprodukte verkaufen, damit Euer Geld auch da ankommt, wo es hingehört.


Wie denkt Ihr darüber? 

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For my English speaking readers:

// I might get into trouble for writing this post, but honestly, this increasing design stealing and this ripping off of indie designers is bugging me beyond words. Feel free to share your opinion or dissent in the comments below or via the contact form.//

After I wrote about how brazenly Hannover designer Enna got ripped off by the Dutch fabric industry, Anja of Mymaki wrote in to tell me how the set designers of the  ECHO 2010 have apparently ripped Enna's design, too. See the video and the still embedded above in the German version of this post!

[Disclaimer: I am currently researching whether the persons in charge at the ECHO, the set designer in charge respectively, were authorized to use Enna's graphic design.]

In addition to that, Anja told me that her own ribbon design has been stolen by Dutch manufacturers and is for sale in horribly cheap pirate copies in Holland; Paperama took photos of this ripoff when she walked through Amsterdam.

You can help! I want to know the names of the Dutch (Chinese) manufacturers of these ribbons and fabrics. Please use the contact form to send any relevant information you may have (you can use the form anonymously, if you wish).

Apart from this, though, I am considering the permanent deletion of all dates for the Stoffmarkt Holland from the handmade.Kalender and to stop recommending this market to my readers here and out there in social net-world. The odds that pirated designs are on sale there are comparatively high, given the roughly 140 booths of Dutch vendors of fabrics, ribbons and other notions. I simply refuse to support this any longer, and I'd rather post yet more shopping tips for indie designers and creators of original artwork as well as those authorized retailers who sell orignal products. 'Cause you know... that's where your money belongs.

What do you think about all this?

March 6, 2010

handmade ist beliebt - auch bei den Branchenriesen.


Als die Sache mit handmade und Etsy 2006 mehr und mehr in Fahrt kam, war eine meiner Thesen "Hier wird bald im grossen Stil kopiert werden - so viel Input, Ideen und gutes Design plus die Anonymität des Netzes, da werden bald Tränen fliessen." Und diese These meinte ich nicht einmal in Bezug auf unkreative Selbermachenwoller, die einfach nur von anderen abkupfern, sondern von grossen Firmen, die entweder ihre Inhouse-Designer haben oder von ausserhalb einkaufen.

Und es kam genau so.

Wir amüsieren uns ja immer über die TV-Werbung eines schweizer Süsswarenherstellers - "Werrr hat's gemacht??". Aber in diesen Spots steckt viel Wahrheit. Wer so langsam alles ein Lied davon singen kann, sollte eigentlich viel öfter an die Öffentlichkeit gebracht werden.

Nun ist das mit dem schamlosen Klauen so eine Sache; nicht nur die Anonymität des Netzes macht es Klauern so leicht, einfach Designs zu stehlen, sondern die wirklich falsche Meinung, alles was irgendwo ins Netz gestellt wird, sei für umsonst zu haben -- weil, die Gemeinde teilt ja. Und da können sich Leute die Finger noch so wund schreiben und ihre Bilder wassermarken, denn wen kratzt eigentlich ein Copyrightzeichen oder ein Copyrightdisclaimer noch, wenn allein schon Bilder ohne zu fragen gespeichert und wiedergebloggt werden. Ist ja alles locker, ist ja alles umsonst, sch*** drauf, wir sind das Netz.

Und dann gibt es noch die Leute, die dieses schlechte Benehmen am härtesten trifft. Es sind die Urheber toller Ideen, guter Designs und schöner Produkte, die damit nicht nur das Leben anderer bereichern wollen, sondern die mit ihrer harten Arbeit und ihrem Können ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen und oft genug auch müssen. Diejenigen, die viel Zeit auf ihre Produktdesigns verwenden, bei vergleichsweise schmalem Budget, die sich Nächte um die Ohren schlagen und dabei oft genug noch ihr eigener Marketingchef, Pressechef, Ladenverkäufer und das Shipping Department sind. Diese Leute dürfen als "Dank" beobachten, wie ihre Arbeit von irgendwelchen ideenlosen Leuten genommen, minimal abgewandelt und dann von grossen Unternehmen in die Grossproduktion gegeben wird, von wo sie dann wiederum in die Geschäfte gelangen. Wie ätzend muss es sein, wenn man als kleines Label vor die Wahl gestellt wird, auf sein Urheberrecht zu verzichten, weil ein Verfahren zu viel kosten würde, oder eben doch einen Anwalt zu engagieren, der den Grossen den Prozess macht.

Als ich vor ein paar Wochen in das lokale Stoffgeschäft ging, um ein wenig Meterware zu erstehen, sah ich einen schönen Matrioschkastoff und dachte mir noch "Na, nach vier Jahren schaffen es auch die Europäer, den Trend aufzugreifen. Tüchtig, tüchtig..."

Holland-Stoff "Matryoshka"

...und das Dessin kam mir merkwürdig bekannt vor, aber ich konnte mich beim besten Willen nicht erinnern - kein Wunder, bei der Matrioschkaflut der letzten 1.5 Jahre. Aber dann, wie das immer so ist:


 Links: unverkennbar, der Stoff, den ich gekauft habe. Ich weiss, dass es ein holländischer Stoff ist, aber im Geschäft wollte oder konnte man mir den Hersteller nicht nennen.
Rechts: wer sich in der handmade-Szene auskennt, weiss, dass dieses Design von keiner anderen als der wunderbaren Anne Wendland von Enna ist, die ihre Matrioschkas schon 2007 als Geschenkpapier auf den Markt gebracht und damit auf Etsy und DaWanda einen sehr grossen Erfolg hatte.

Noch einmal im Detail:


Das ist nur einer und für mich aktuellste Fall von Designklau der Sorte "Big company rips off indie artist". Kleine, definitiv unvollständige Übersicht vorangegangener Vorfälle, gefällig? Gerne!



Februar 2010 - Hide'n Seek muss mit ansehen, wie ihr Design von Paperchase (UK) auf unzähligen Produkten auf den Markt geworden wird. Dieser Fall macht wieder einmal deutlich, wie grosse Firmen sich aus der Affäre ziehen wollen, indem sie sagen, sie hätten "Design X" auch nur eingekauft. Mehr dazu, inklusive weiterer Ripoffs, von Perri Lewis/The Guardian.
Januar 2010 - Made by White werden von Topshop (oder den Zulieferern aus aller Welt) sehr ungeniert kopiert.
August 2009 - Luzia Pimpinella muss zu ihrem Erstaunen feststellen, dass sie nun auch Stoff designt. Aber nein. Eine unkreative Person hat es sich einfach nur leicht gemacht und ihr Fräulein Roth-Design geklaut, und zwar so ziemlich 1:1. Auch hier, wie im Fall des geklauten Enna-Designs, kommt der Stoff in drei bunten Farbpaletten und aus Holland.
April 2009 - Rosa Pomars Softie-Design wurde von keinem geringeren als der Trendmarke Oilily geklaut und in China massenproduziert (product no. 103394-3005).Oilily scheint das nicht zum ersten mal gemacht zu haben.
Juni 2008 - Belle & Boo werden in Korea so sehr geliebt, dass man dort gleich klaut. Und die Ripoffs dann wieder in den Westen verkauft.
August 2007 - Rosa Pomars Softie-Design wird lokal in Portugal geklaut und auf Textilien gedruckt.


Klar ist: es passiert auch oft genug anders herum - kleines Label / Hobbybastler klaut schamlos bei grossem Unternehmen oder Designer. Davon gibt es mehr Beispiele als lieb ist.
Klar ist aber auch: kopiert Branchenriese XYZ von Indie Designer ABC, ist er in der Regel in der Lage, den Massenmarkt mit seinen Produkte zu überschwemmen und guten Profit einzufahren mit einem Design, das deshalb trendig ist, weil es die Indieszene dazu gemacht hat. Irgendwie ist das gleich doppelte Bereicherung an einer kreativen Gemeinschaft, die es einfach nicht verdient hat, so behandelt zu werden.

Daher: geht mit offenen Augen shoppen! Wenn Ihr geklautes Design seht, prüft die Fakten, schreibt den Urheber an und bloggt darüber. Die Konzerne und Agenturen haben ihre Anwälte, Indies haben das Netz - und Fälle wie diese sind ein gerechtfertigter Grund, das Netz zu mobilisieren.

Und noch ein Weg, Indie Designer und Kreative zu unterstützen: fragt die Urheber, bevor ihr ein Photo oder anderes verwenden wollt, auch wenn Ihr meint, Ihr tätet einen Gefallen und machtet "gratis Werbung" für die anderen, wenn Ihr über ein tolles Produkt bloggt. Stimmt, aber trotzdem heisst das nicht, dass Ihr auf Copyrights und Anstand pfeifen dürft. Im Gegenteil!
Informiert Euch über Lizenzen und gebt sie auch genau so wieder, wenn ihr Bilder zeigt, die nicht Euch gehören! Macht klar, von wo sie kommen (ein Link tut nicht weh!) und wem der Ruhm gebührt (Namen!). Auf diese Weise wird die Originalquelle nicht verwässert und es wird verhindert, dass Leute denken, im Netz sei alles umsonst und ohne Gegenleistung zu haben.

Das Netz ist grosszügig, aber es ist noch lange kein Selbstbedienungsladen, in dem es alles umsonst gibt.

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