February 9, 2012

DaWandas Internationalisierung: Wohin am besten?


Im vergangenen November erhielt DaWanda nicht nur eine weitere, vier Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde samt zweier neuer Kapitalgeber, sondern verriet auch, dass eine Internationalisierung unmittelbar bevorstehe:
"Im europäischen Ausland liegt hier noch unglaubliches Potenzial, das darauf wartet von uns gehoben zu werden."

In einem Interview mit Saal Zwei bestätigte DaWanda-Gründerin Claudia Helming nun gestern, dass derzeit für das im November angekündigte Büro in Paris Personal rekrutiert wird und dass nach dem Start in Frankreich bereits im Sommer weitere Länder folgen sollen. Welche Länder das konkret sein sollen, verschweigt man im Moment noch, allerdings scheinen Osteuropa, die Schweiz und Skandinavien interessant zu sein, sowie im internationalen Ausland Südamerika.

An die USA ist freilich kein Herankommen, da Platzhirsch Etsy die Füsse hier fest am Boden hat; fragt sich allerdings, wie die anderen Kandidaten dastehen. DaWandas Chefin stellt selber fest, dass der europäische Markt schon sehr gut besetzt ist,

"Tatsächlich wollen wir den Schritt zur Internationalisierung jetzt gehen, weil es in allen europäischen Ländern bereits Nachahmer gibt."

Im November hatte ich eine Übersicht über den internationalen Markt der Marktplätze für Hand- und Selbergemachtes gegeben und dargelegt, dass die Szene gut besetzt ist. Allein Frankreich, auf dessen Markt DaWanda nun verstärkt drängen möchte, verfügt über rund zehn kleine Marktplätze. Und auch Osteuropa, Schweiz und in Südamerika Brasilien -also die anderen Länder, mit denen DaWanda unter anderem liebäugelt- verfügen bereits über eine Infrastruktur. DaWandas Vorteil ist hier sicherlich die Rückenstärkung durch seine Investoren, weniger seine Bekanntheit ausserhalb Deutschlands, Frankreichs und Englands.

Der asiatische Markt, zum Beispiel Japan, Südkorea und Singapur mit einer sehr aktiven handmade-Szene, dürfte für westliche Unternehmen so gut wie unmöglich zu knacken zu sein. An China hat DaWanda nach eigener Aussage wiederum kein Interesse, da "handgemacht" dort durchaus zwar handgemacht, aber dennoch aus Massenproduktion stammen kann. Nicht, dass es diese Art Produkte schon längst auf DaWanda -und auch auf Etsy- zu finden gäbe.

Es bleibt interessant; DaWanda ist im europäischen Ausland mässig gut bekannt, im internationalen Ausland so gut wie gar nicht. Es geht hier sicherlich weniger darum, sich gegen die bereits vorhandenen Plattformen durchzusetzen als sich vielmehr weiterhin gegen Etsy, die längst auf Internationalisierungskurs gegangen sind, zu behaupten.

Was immer in diesem Sommer passieren wird, die handmade-Szene und ihre Marktplätze für Hand- und Selbergemachtes wird es sicherlich bereichern, denn die Szene lebt vor allen Dingen von der Vielfalt.





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